Neues Portal: Suchtprobleme am Arbeitsplatz

Fabian Peters

Website bietet Hilfestellung bei Suchtproblemen am Arbeitsplatz

13.04.2012

Viele Beschäftigte haben Suchtprobleme, die sich auch an ihrem Arbeitsplatz bemerkbar machen. Der Suchtmittelkonsum hat unmittelbare Folgen für die Arbeitswelt. Die Leistungsfähigkeit sinkt, das Unfall- und Verletzungsrisiko steigt und das Betriebsklima leidet. Mit einem neuen Internetportal wollen die größte deutsche Krankenkassen Barmer GEK und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) Personalverantwortlichen, Betroffenen und deren Kollegen Hilfestellung bieten.

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Auf der Internetseite informieren die Barmer GEK und die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen seit Donnerstag über die Ursachen und Folgen des Suchtmittelkonsums am Arbeitsplatz sowie über betriebliche Suchtprogramme, Vorbeugemaßnahmen und Methoden der Intervention. Hier erhalten Vorgesetzte, Kollegen und Betroffene Informationen und Unterstützung bei Problemen mit Alkohol, Medikamenten oder Drogen am Arbeitsplatz, so die Mitteilung der Barmer GEK.

Suchtmittelkonsum am Arbeitsplatz ein sensibles Thema
Suchtprobleme am Arbeitsplatz sind ein heikles Thema, das viel zu häufig unter den Tisch gekehrt wird. Zwar lassen zahlreiche Unternehmen bei Neueinstellungen mittlerweile einen Drogentest durchführen, doch Süchte, die sich erst im Verlauf des Beschäftigungsverhältnisses entwickeln, lassen sich auf diese Weise nicht vermeiden. Auch wird Alkohol als legales Suchtmittel hier nicht erfasst. Für die Vorgesetzten und Kollegen ist der Umgang mit den Betroffenen oft schwierig und sie viele fühlen sich häufig überfordert. Dabei seien insbesondere die „Führungskräfte aufgefordert, möglichst frühzeitig zu handeln und einzuschreiten, also zu intervenieren“, so die Aussage auf dem neuen Internetportal. Suchtmittelgebrauch sei ein sensibles Thema, das nicht gemieden, sondern von den Personalverantwortlichen aktiv angegangen werden müsse. Die neue Website zeigt hier auch Möglichkeiten zur Intervention und zum generellen Umgang mit Betroffenen auf.

Zusammenhang zwischen Arbeitsbedingungen und Suchtproblemen
Der Suchtmittelkonsum am Arbeitsplatz steht laut Aussage des Experten der Barmer-GEK, Rüdiger Meierjürgen, häufig in unmittelbaren Zusammenhang mit den allgemeinen Arbeitsbedingungen. Viele Beschäftigte würden „in Zeiten turbulenter Umbrüche in der Arbeitswelt, Hektik und Stress im Arbeitsleben mit Suchtmitteln bewältigen“, erläuterte Meierjürgen. Mit dem neuen Informationsportal sollen Personalverantwortliche und Beschäftigte nicht nur für die Probleme sensibilisiert werden, sondern auch praktische Hilfestellungen zur Vorbeugung, Intervention und dem Umgang mit Betroffenen erhalten. Die Betroffenen finden hier ebenfalls nützliche Hinweise und Links zu weiteren Beratungsangeboten. Die Initiatoren des Internetportal verweisen auch auf die bestehenden guten „Programme für die Vorbeugung von Suchtproblemen am Arbeitsplatz“, an deren Entwicklung eine „Vielzahl engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Unternehmen und Verwaltungen, Beratungs- und Präventionsstellen, in Forschungseinrichtungen und Instituten, Unternehmensnetzwerken und Krankenkassen“ beteiligt sei.

Prävention von Suchtproblemen am Arbeitsplatz
Das Thema Vorbeugung und Prävention nimmt auf dem neuen Internetportal ebenfalls eine wichtige Position ein. Hier werden zum einen Maßnahmen für die Betriebe vorgestellt, „die der Einschränkung des Suchtmittelkonsums und der Verringerung von Risiken am Arbeitsplatz dienen“. Zum anderen werden Möglichkeiten zur „Stärkung persönlicher und sozialer Fähigkeiten“ präsentiert. Der Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen, Raphael Gaßmann, betonte, dass in den Unternehmen die Folgen des Suchtmittelkonsums oftmals bereits deutlich spürbar seien und die Betriebe daher schon aus Eigeninteresse bei derartigen Gesundheitsproblemen mithelfen sollten.

Auf der neuen Internetseite wird außerdem thematisiert, wie die Suchtprobleme erkannt werden können und welche Folgen drohen. Das Internetportal der Barmer GEK und der DHS bietet zudem neben den reinen Informationen auch praktische Hilfestellungen, wie Gesprächsleitfäden für die Intervention oder Tipps zur Umsetzung eines betrieblichen Suchtprogramms. (fp)