Geringeres Krebsrisiko bei Laktose-Intoleranz

Heilpraxisnet

Niedrigeres Krebsrisiko bei Laktose-Intoleranz

09.11.2014

Bei Laktose-Intoleranz (Milchzuckerunverträglichkeit) reagieren Betroffene auf den Verzehr von Milch oder Milchprodukten mit verschiedenen körperlichen Beschwerden. Diese Menschen scheinen aber nicht nur Nach- sondern auch Vorteile zu haben. Einer neuen Studie zufolge erkranken sie seltener an Brust-, Eierstock- und Lungenkrebs.

Geringeres Risiko für bestimmte Krebsformen
Laut einem Bericht von „Wissenschaft aktuell“ haben Menschen, die unter Laktose-Intoleranz leiden, ein geringeres Risiko, an bestimmten Krebsformen zu erkranken. Dies trifft jedoch nicht auf enge Verwandte dieser Personen zu, was gegen genetische Ursachen spricht. Der Zusammenhang sei deshalb eher durch ernährungsbedingte Einflüsse zu erklären, wie schwedische Forscher im Fachmagazin „British Journal of Cancer“ berichten. Allerdings lasse sich aus den Ergebnissen nicht unbedingt schließen, dass ein vermehrter Konsum von Milch und Milchprodukten das Risiko für Brust-, Eierstock- und Lungenkrebs erhöht. Es könnten vielmehr auch andere, statistisch nicht erfasste Faktoren eine entscheidende Bedeutung haben.

Milchkonsum könnte Entwicklung von Brust- und Eierstockkrebs begünstigen
„Wir müssen unsere Resultate mit Vorsicht interpretieren, denn sie reichen nicht aus, um einen ursächlichen Zusammenhang festzustellen“, erläuterte Jianguang Ji von der Universität Lund dem Bericht zufolge. Durch weitere Untersuchungen sollen die Faktoren identifiziert werden, die für die Ergebnisse der Studie verantwortlich sind. Zwar gebe es Hinweise darauf, dass ein hoher Milchkonsum die Entwicklung von Brust- und Eierstockkrebs begünstigen könnte, wie dass die Zahl der Krankheitsfälle in Ländern mit hohem Konsum von Milch und Milchprodukten (Nordamerika, Mittel- und Nordeuropa) weltweit am höchsten, dort wo wenig davon konsumiert wird (Ostasien und Zentralafrika) jedoch am geringsten ist. Allerdings hätten bisherige Studien keinen eindeutigen Nachweis für eine ursächliche Beziehung geliefert.

Möglicherweise sind Inhaltsstoffe der Lebensmittel verantwortlich
Im Rahmen der Studie werteten die Forscher Daten von 22.788 Menschen aus, bei denen eine Laktose-Intoleranz diagnostiziert worden war. Es zeigte sich, dass deren Risiko, an Brust-, Eierstock- oder Lungenkrebs zu erkranken, deutlich geringer war als das der generellen Bevölkerung. Die Werte für die Krankheitswahrscheinlichkeit von Geschwistern und Eltern der laktoseintoleranten Personen lagen dagegen im normalen Bereich. Daraus könnte "die mögliche Erklärung folgen, dass bestimmte Inhaltsstoffe von Milch und Milchprodukten – die von den Betroffenen gemieden wurden – eine krebsfördernde Wirkung haben". Ein anderer Erklärungsansatz wäre, "dass Lebensmittel, die von laktoseintoleranten Menschen als Ersatz für Milchprodukte konsumiert werden, wie etwa Sojamilch, Substanzen mit krebshemmender Wirkung enthalten". Zudem könnte "eine geringere Kalorienzufuhr eine Rolle spielen".

Betroffene meiden Nahrungsmittel mit Laktose
Bei Laktose-Intoleranz, einer speziellen Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit, kann der mit Milch oder anderer Nahrung aufgenommene Milchzucker im Darm nicht verdaut werden, weil das dazu nötige Enzym, die Laktase, fehlt oder in zu geringer Menge produziert wird. Um die typischen Beschwerden, wie Verdauungsprobleme, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen oder Durchfall zu vermeiden, verzichten Betroffene in der Regel auf laktosehaltige Lebensmittel oder nehmen diese zusammen mit Laktase-Präparaten ein. (ad)

Bild: Gereon Balzer / pixelio.de