Milchzuckerunverträglichkeit Symptome und Therapie

Heilpraxisnet

Laktoseintoleranz

Die Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) ist eine spezielle Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit, bei der die Betroffenen auf den Verzehr von Milch und Milchprodukten mit verschiedenen Symptomen und Erkrankungen reagieren. Zugrunde liegt ein Enzymmangel, der angeboren oder erworben sein kann. Jeder siebente Deutsche soll inzwischen von einer Milchzuckerunverträglichkeit betroffen sein.

Inhaltsverzeichnis:
Milchzuckerunverträglichkeit
Synonyme
Entstehung und Ursachen
Formen der Milchzuckerunverträglichkeit
Symptome
Diagnose
Behandlung

Mehr zum Thema:

Synonyme

Kohlenhydratmalabsorption, Laktoseunverträglichkeit, Laktosemalabsorption, Laktosemangelsyndrom, Alaktasie.

Laktoseintoleranz

Entstehung und Ursachen

Um den in Milchprodukten enthaltenen Milchzucker (Laktose) aufzuspalten und zu verdauen, benötigen wir Laktase. Laktase ist ein spezifisches Enzym, welches in den Dünndarmzotten gebildet wird. Laktase spaltet den Milchzucker in Glucose und Galaktose, die über die Darmschleimhaut aufgenommen werden. Ist das Verdauungsenzym gar nicht oder unzureichend vorhanden, gelangen die Milchzuckermoleküle unverändert in den Dickdarm, wo es dann durch Dickdarmbakterien zu Gärungsprozessen kommt. Diese Gärungsprozesse führen zu verschiedenen Beschwerden. Zu unterscheiden ist die Milchzuckerunverträglichkeit von der Milchzuckerallergie, bei der es zu Immunreaktionen kommt!

Formen der Milchzuckerunverträglichkeit

Primäre und sekundäre Formen der Laktoseintoleranz: Der Mangel an Laktase kann angeboren (primär) oder erworben (sekundär) verursacht sein. Selten sind bei der angeborenen Form bereits Säuglinge von Beschwerden betroffen, meist zeigt sich der primäre Mangel im Erwachsenenalter, indem die Laktaseproduktion abnimmt und schließlich zum Erliegen kommt.

Ebenfalls später macht sich der erworbene Laktasemangel bemerkbar. Hierbei sind die laktaseproduzierenden Dünndarmzotten der Darmschleimhaut angegriffen oder zerstört. Ursächlich dafür können chronisch- entzündliche Dünndarmerkrankungen wie Morbus Crohn (CED) sein oder eine infektiöse Darmentzündung (Enteritis). Darüber hinaus können der Milchzuckerunverträglichkeit auch Funktionsstörungen zugrunde liegen, nämlich Verdauungsstörungen (funktionelle Dyspepsie) Fehlbesiedelung der Darmschleimhaut (Darmdysbiose), das Leaky-Gut-Syndrom oder Pilzbefall (Darmmykose). Diese können einzeln oder nebeneinander vorkommen und sind vielfach nach akuten Infekten, Medikamenteneinnahme (z.B. Antibiotika) und bei andauernden Ernährungsfehlern zu verzeichnen.

Symptome

Typische Beschwerden, die direkt oder bis zu einigen Stunden nach Verzehr von Milchprodukten auftreten können, sind Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall und Blähungen sein. Daneben werden mitunter auch Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Schlafstörungen und Hautprobleme genannt.

Bauchschmerzen, Blähungen und Unwohlsein sind Leitsymptome bei einer Milchzuckerunverträglichkeit.
Bauchschmerzen, Blähungen und Unwohlsein sind Leitsymptome bei einer Milchzuckerunverträglichkeit. (Bild: Dave_Pot/fotolia.com)

Diagnose

Mithilfe verschiedener Test lässt sich die Milchzuckerunverträglichkeit feststellen, beispielsweise dem H2-Atemtest (sehr für kleine Kinder geeignet), bei dem in der Atemluft der Wasserstoffgehalt aus den Gärungsprozessen im Dickdarm ermittelt wird. Beim Laktosetoleranztest wird eine Laktoselösung getrunken und danach der Glukosegehalt im Blut überprüft. Relativ neu ist der Gentest, der eine erbliche Veranlagung feststellen soll. Daneben ist es ratsam, ein Ernährungstagebuch zu führen und die gut bzw. schlecht vertragenen Lebensmittel zu finden, um sich einen eigenen Ernährungsplan zu gestalten.

Behandlung

Ein primärer Laktasemangel ist natürlich nicht rückgängig zu machen. Um Symptome zu vermeiden, ist es ratsam, Milchzucker zu meiden bzw. Nahrungsmittel mit geringem Milchzuckergehalt zu bevorzugen.

Dies bedeutet zumindest in der Anfangsphase sehr viel Aufmerksamkeit beim Einkauf, da Milchzucker in unzähligen Lebensmitteln, Medikamenten und Kosmetika, z.B. Backwaren, Fertiggerichten, Zahncremes oder (auch homöopathischen) Tabletten enthalten ist. Unterstützend können hin und wieder Laktasepräparate eingesetzt werden, um die Laktosespaltung einzuleiten (z.B. im Restaurant, auf Reisen o.ä.). Die Therapie der sekundären Form richtet sich nach der zugrundeliegenden Störung oder Krankheit. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)

2: Timo Klostermeier  / pixelio.de