Nur mit Körpergewicht: Training ohne Geräte

Heilpraxisnet

Fitness ohne Geräte: Macht Training nur mit Körpergewicht fitter?

14.12.2014

"Weniger Hüftgold und mehr Muskeln": Wer dies erreichen will, muss nicht unbedingt ins Fitnessstudio gehen. Trainieren kann man auch zu Hause – nur mit dem eigenen Körpergewicht. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten, unter anderem eine Trainingsmethode, die ein Fitness-Coach aus den USA entwickelt hat. Diese kommt ohne Geräte aus.

Muskeln im Fitnessstudio trainieren
Menschen, die gegen ihr Übergewicht oder Adipositas ankämpfen wollen, entscheiden sich oft für den Besuch eines Fitnessstudios. Viele Fitnessfans denken zudem, dass nur das Training in solchen Studios wirksam gegen überschüssige Pfunde oder einen fehlenden Waschbrettbauch sei. Muskeln lassen sich auf den Geräten tatsächlich trainieren. Doch leistungsfähiger machen die Übungen den Körper nicht unbedingt. Wie die „Frankfurter Rundschau“ (FR) online berichtet, ist der US-amerikanische Fitness-Coach Mark Lauren jedenfalls davon überzeugt, dass das eigene Körpergewicht zum Trainieren völlig ausreicht.

Methode ganz ohne Geräte
Lauren zufolge kommt seine Methode nicht nur gänzlich ohne Geräte aus, sondern soll auch ganzheitlich fit machen und nicht wie Übungen an den Fitnessgeräten nur einzelne Muskelgruppen trainieren. „Man wird bei den Übungen gut darin, mit dem eigenen Körper anstatt mit einem Fitnessgerät umzugehen“, so der Experte. Ganz neu sind solche Methoden aber nicht. So wurde etwa vor einigen Monaten berichtet, dass Fitnesstraining ohne Geräte im Trend liegt. Dabei wurde Bezug darauf genommen, dass auch immer mehr Fitnessstudios ihren Mitgliedern ein Training ganz ohne technische Hilfsmittel und Maschinen anbieten, das sogenannte „Functional Training“.

Gesünder und leistungsfähiger
Trainieren muss uns insgesamt gesünder und leistungsfähiger machen, meint Lauren. In seinem Buch „Fit ohne Geräte“ erklärt er: „Es geht nicht darum, einfach nur Muskeln auf- und Fett abzubauen. Es geht darum, effektive Bewegungsmuster zu entwickeln, die sich auf andere Lebenssituationen übertragen lassen.“ Ziel sei unter anderem, Alltagsaufgaben leichter bewältigen zu können. So ist es Lauren zufolge beispielsweise beim Möbelschleppen wichtig, nicht nur die Armmuskeln gut heben zu können, um sich keinen Hexenschuss einzufangen. Da beim Schleppen von schweren Dingen und anderen anfallenden Arbeiten viele verschiedene Muskelgruppen benötigt werden, empfiehlt der Fitness-Trainer, den Antagonisten, also den gegenspielenden Muskel, immer mitzutraineren: „Kennen Sie den Griff ins Kreuz nach längerer Gartenarbeit? Der Überlastung der Rückenmuskulatur beim Bücken wirken Sie mit einer straffen Bauch- und Schultergürtelmuskulatur entgegen.“

„Ein ganzheitlicher Ansatz“
Um den Rücken zu entlasten, bieten sich laut Lauren auch Bauchmuskelübungen an. Man sollte sich zudem mit Workouts fit halten, bei denen viele Muskelgruppen auf einmal trainiert werden. Wie die FR weiter schreibt, ist es auch nach Meinung von Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule Köln die bessere Methode, nicht immer nur einzelne Muskeln isoliert zu trainieren: „Ein ganzheitlicher Ansatz macht für das „Trainingsgerät“ Körper, das wir ja immer mit uns herum tragen und mit dem wir unseren Alltag meistern, viel Sinn.“ So wirklich Innovativ sind einige von Laurens Übungen allerdings nicht. Unter anderem sind dabei Liegestütze, Sit-ups und Kniebeugen zu finden. Lauren, der sein Programm eigentlich für Elite-Soldaten entwickelt hat, meinte, dass dies kein Hindernis für Normalos sei, da jeder auf einem Level trainieren könne, das der eigenen Fitness entspricht. In seinen Veröffentlichungen sind Übungen, wie etwa „Der Bergsteiger“, „Beintwist“ oder „Seitlicher Trizepsstrecker“ zu finden. Auch Ingo Froböse gibt in seinem Buch „Das Muskel-Workout: Über 100 hocheffiziente Übungen ohne Geräte“ viele Tipps.

Sport sollte Spaß machen
Ob man sich aber nun für neue Methoden im Stil von Mark Lauren, das „Functional Training“, klassische Fitnessstudio-Geräte oder andere Sportarten entscheidet: Sport ist grundsätzlich gesund. Zum Beispiel hat ausreichende körperliche Bewegung erwiesenermaßen eine präventive Wirkung bei Adipositas, Herzkreislaufbeschwerden, Arterienverkalkung sowie zahlreichen weiteren Krankheiten. Nicht zuletzt, da die sportlichen Aktivitäten auch das Immunsystem stärken. Allerdings kommt es dabei auch auf das richtige Maß an. Sport sollte Spaß machen, aber den Körper nicht ständig überfordern. (ad)

Bild: Julien Christ / pixelio.de