Parkinson: Hunderttausende Deutsche betroffen

Fabian Peters

Nervenkrankheit weltweit auf dem Vormarsch: Experten informieren über Parkinson

12.04.2011

Anlässlich des gestrigen Welt-Parkinson-Tages haben Mediziner und Gesundheitsbehörden allgemein über die gesundheitlichen Folgen der auch als „Schüttellähmung“ bekannten Krankheit informiert und auf die im Zuge des demografischen Wandels bevorstehende Zunahme der Parkinson-Erkrankungen hingewiesen.

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Parkinson ist in der Bevölkerung relativ weit verbreitet, doch die Diagnose erfolgt häufig erheblich verspätet, mahnen die Experten. Dabei ist eine frühe Diagnose für die Betroffenen besonders wichtig, da Parkinson auf Basis der aktuellen medizinischen Behandlungsmethoden zwar nicht heilbar, aber in seinem Krankheitsverlauf deutlich verzögerbar ist. In Deutschland sind laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) etwa 300.000 Menschen betroffen und jährlich kommen rund 25.000 Parkinson-Neuerkrankungen hinzu.

Händezittern und Muskelkrämpfe typische Anzeichen für Parkinson
Morbus Parkinson tritt als Erkrankung des zentralen Nervensystems vor allem bei Älteren Menschen ab dem 65. Lebensjahr auf, wobei erste Anzeichen der Erkrankung sich meist schon vor der eigentlichen Diagnose bemerkbar machen. Schulterschmerzen und Muskelverspannungen können nach Aussage der Experten ein erstes Anzeichen für eine mögliche Parkinson-Erkrankung sein. Auch das vermindert Mitschwingen eines Armes beim Gehen oder wiederkehrendes Händezittern könne auf Parkinson hinweisen, erklärten die Fachleute der WHO und der „European Parkinsons Disease Association“ anlässlich des gestrigen Welt-Parkinson-Tags. Mit fortschreitendem Krankheitsstadium werden die Bewegungen zunehmend langsamer bis hin zu völliger Bewegungslosigkeit der Betroffenen, wobei die Körperhaltung der Parkinson-Patienten häufig relativ instabil sei, erklärten die Mediziner das Krankheitsbild von Morbus Parkinson. Auch Muskelkrämpfe und Muskelstarre seien für Parkinson ein typisches Symptom. Außerdem bilden Rückenschmerzen, ein unsicherer Gang, gestörter Geruchssinn und Depressionen ebenfalls Anzeichen einer möglichen Parkinson-Erkrankung. Obwohl überwiegend ältere Menschen betroffen sind, sollten auch Junge das Risiko einer Parkinson-Erkrankung nicht unterschätzen, denn rund zehn Prozent der Betroffenen leiden vor ihrem 40. Geburtstag an Parkinson.

Parkinson – Eine unheilbare Nervenkrankheit
Parkinson ist bis heute nicht heilbar, doch vor allem im frühen Krankheitsstadium relativ gut behandelbar, wodurch sich häufig erhebliche Verzögerungen des Krankheitsverlaufes erreichen lassen. So kann eine frühe Diagnose mit umgehend eingeleiteter Therapie sich durchaus positiv auf den Krankheitsverlauf auswirken. Allerdings sollte die Therapie laut Aussage der Experten individuell auf die vorhandenen Symptome der Betroffenen zugeschnitten sein. Bei der Behandlung von Parkinson wurden in der Vergangenheit nicht nur mit der Verwendung von Medikamenten, sondern vor allem mit Begleittherapien, wie Krankengymnastik oder Logopädie, schon erhebliche Erfolge erzielt. Auch operative Verfahren können den Medizinern „European Parkinsons Disease Association“zufolge bei der Behandlung bestimmter Parkinson-Leiden zum Einsatz kommen. Insgesamt sind die Erfolge bei der Behandlung der Nervenkrankheit bisher jedoch relativ überschaubar und eine Aussicht auf Heilung besteht für die Betroffenen bis heute nicht.

Welt-Parkinson-Tag
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die „European Parkinsons Disease Association“ haben 1997 erstmals in Erinnerung an den Geburtstag des britischen Arztes James Parkinson, der 1817 als erster die Symptome der früher als Schüttellähmung bekannten Krankheit beschrieb, den Welt-Parkinson-Tag ausgerichtet. Seither erinnern die Experten weltweit jedes Jahr an die erheblichen gesundheitlichen Folgen, die eine Parkinson-Erkrankung für die Betroffenen mit sich bringt und informieren über neue Behandlungsansätze und Forschungsergebnisse. (fp)