Rückruf: Listerien Bakterien in Gorgonzola

Sebastian

Hersteller ruft Gorgonzola Käse aufgrund eines Bakterien Fundes aus dem Handel

20.04.2011

Der Käsehersteller Rabe & Freund ruft den Gorgonzola-Käse mit der Bezeichnung „Cascine di Campagna“ aus dem Handel zurück. Die Käsesorte wird vor allem über die Supermarktkette Netto vertrieben. Verbraucher sind aufgefordert die Ware gegen Erstattung des Kaufpreises zurückzubringen.

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Das Molkereiunternehmen Rabe & Freund ruft die Käsesorte Gorgonzola mit der Markenbezeichnung „Cascine di Campagna“ aus dem Handel zurück. In einer Charge wurde der Krankheitserreger Listerien entdeckt, der unter Umständen die gefährliche Infektionskrankheit Listeriose auslösen kann.

Käse wurde in vier Bundesländern vertrieben
Der Gorgonzola wurde in Supermärkten der Kette Netto Marken-Discount vertrieben. Nach Angaben des Unternehmens wurden die Bakterien bei einer Routinekontrolle der Sorte Gorgonzola D.O.P. Dolce, 200g, der Marke „Cascine di Campagna“ nachgewiesen. Nach dem die Testergebnisse bekannt wurden, haben die Filialen der Kette nach eigenen Angaben sofort reagiert und den beanstandeten Käse sofort aus dem Sortiment genommen. Zur Vorsichtmaßnahme werden alle Chargen und Mindesthaltbarkeitsdaten zurück gerufen. Vordergründig betroffen von dem Rückruf sind die Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Konsumenten, die bereits den Gorgonzola-Käse „Cascine di Campagna“ gekauft haben, sollten das Produkt auf keinen Fall essen, sondern in den Supermarkt zurückbringen. Gegen Vorlage des Kassenbons wird der Kaufpreis anstandslos erstattet, wie es hieß.

Gefahr für Menschen mit geschwächtem Immunsystem
Gefährlich kann der Verzehr vor allem für chronisch kranke Menschen, ältere Menschen, Schwangere und Kinder werden. Die Bakterienstämme der Gattung Listerien können die Krankheit Listeriose auslösen. Die durch Listerien ausgelöste Infektionskrankheit Listeriose trifft meistens Menschen mit geschwächtem Immunsystem, alte Menschen, Schwangere und deren ungeborenen Kindern sowie Neugeborene. Dabei ist das Krankheitsbild – je nachdem welche Organe betroffen sind – äußerst unterschiedlich. Sehr häufig leiden Patienten unter schlagartigem Durchfall, Bauchschmerzen und Grippeähnlichen Symptomen wie Muskelschmerzen. Treten Komplikationen auf, können jedoch Gehirnhautentzündung und bei Schwangeren zu Aborten oder Frühgeburten führen. Zudem sind lokale Wundinfektion oder Entzündungen der Binde- und Hornhaut mögliche Folgen der Listeriose. Konventionell lässt sich Erkrankung mit Antibiotika gut behandeln. Allerdings wird aufgrund zumeist unspezifischer Krankheitssymptome eine Infektion erst spät erkannt, weil ein Zusammenhang zum Verzehr von verseuchten Speisen kaum hergestellt werden kann. Für gesunde Erwachsene ist eine Infektion meist eher ungefährlich. Die meisten Patienten bemerken den Erreger nicht und der Infekt verläuft ohne Symptome und Komplikationen. (sb)

Bild: Paul-Georg Meister / pixelio.de