Studie: Sind Fette in Joghurt, Käse, Butter und Milch ein Risiko für unser Herz-Gesundheit?

Alexander Stindt

Wie wirken sich gesättigte Fette in Milchprodukten auf das Herz aus?

Gesättigte Fettsäuren haben bei den meisten Menschen einen schlechten Ruf. Sie werden allgemein häufig als ungesund betrachtet. Die weit verbreitete Meinung besagt, dass gesättigte Fettsäuren das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Forscher fanden jetzt heraus, dass gesättigte Fette in Joghurt, Käse, Butter und Milch dieses Risiko allerdings nicht erhöhen.


Die Wissenschaftler der University of Texas stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass der Konsum von gesättigten Fetten in Joghurt, Käse, Butter und Milch nicht zu einem erhöhten Risiko für Herzerkrankungen führt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „American Journal of Clinical Nutrition“.

Gesättigte Fette in Milchprodukten scheinen nicht so ungesund für das Herz zu sein, wie bisher angenommen wurde. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Steigt die Gesamtmortalität von Erwachsenen durch gesättigte Fette an?

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen, dass Milchfett – entgegen der landläufigen Meinung – das Krankheitsrisiko für das Herz nicht erhöht. Auch die Gesamtmortalität von älteren Erwachsenen steigt durch den Verzehr nicht an, erklärt Studienautorin Dr. Marcia Otto von der University of Texas, Houston.

Fettsäuren aus Milchprodukten können das Risiko für Schlaganfälle senken

Die Ergebnisse legen außerdem nahe, dass die in Milchprodukten vorhandene Fettsäure das Risiko eines Todes durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere durch einen Schlaganfall, senken kann, fügt die Expertin hinzu. Milch, Joghurt und Käse enthalten Nährstoffe wie Kalcium, welches den Blutdruck senkt, sowie entzündungshemmende Fettsäuren. Ernährungsrichtlinien in den USA und Großbritannien empfehlen Menschen, sich für niedriges oder kein Fett in Milchprodukte zu entscheiden. Jedoch warnen die Forscher davor, dass die ALternativen oft reich an Zucker seien, was Herzkrankheiten vorantreiben könnte.

Aktuelle Ernährungsrichtlinien sollten überarbeitet werden

In Übereinstimmung mit früheren Ergebnissen unterstreicht die Studie die Notwendigkeit, die aktuelle Ernährungsberatung für Vollfettmilchprodukte zu überdenken, welche reich an Nährstoffen wie Kalcium und Kalium sind, erklärt Dr. Otto. Diese seien für die Gesundheit unerlässlich, nicht nur während der Kindheit, sondern während des gesamten Lebens. Dies gelte insbesondere auch in späteren Jahren, in denen Unterernährung und Krankheiten wie Osteoporose häufiger auftreten.

Menschen müssen besser informiert werden

Die Verbraucher sind mit vielen unterschiedlichen und widersprüchlichen Informationen über die Ernährung konfrontiert, insbesondere in Bezug auf Fette, erläutern die Wissenschaftler. Es sei daher wichtig, solide Studien zu haben, damit die Menschen ausgewogene und fundierte Entscheidungen treffen können, die auf wissenschaftlichen Fakten statt auf Hörensagen beruhen.

Wie wurde die Forschung durchgeführt?

Die Forscher von der University of Texas in Houston haben 22 Jahre lang fast 3.000 Erwachsene im Alter über 65 Jahren medizinisch überwacht. Das Blutplasma der Teilnehmer wurde im Jahr 1992 zur Bestimmung verschiedener Fettsäurespiegel untersucht. Eine erneute Untersuchung wurde dann sechs Jahre und 13 Jahre später durchgeführt.

Ist Soja eine sinnvolle Alternative zu Kuhmilch?

Eine Studie, welche bereits im Januar veröffentlicht wurde, hat ergeben, dass Soja-Milch wohl die gesündeste Alternative zur Kuhmilch ist. Bei der Analyse der vier beliebtesten Alternativen wurde festgestellt, dass Soja aufgrund seines hohen Gehalts an Anti-Krebs-Verbindungen, bekannt als Isoflavone, das beste Nährwertprofil aufweist.

Sollten Verbraucher jetzt lieber Mandelmilch trinken?

Obwohl auch Mandelmilch voll im Trend liegt und gesunde Fettsäuren enthält, welche bei der Gewichtsabnahme und beim Cholesterin helfen können, fehlen ihr essentielle Nährstoffe, so die Mediziner. Die Verbraucher assoziieren diese Alternativen als direkten Ersatz für Kuhmilch, was nicht in allen Fällen zutreffend sei, erklären die Autoren der Studie weiter. (as)