WHO: Warnung vor dem stillen Killer Bluthochdruck

Alfred Domke

Weltgesundheitstag: WHO thematisiert Bluthochdruck

04.04.2013

Fast ein Sechstel der Weltbevölkerung ist von Bluthochdruck betroffen. Er gilt als weltweite Todesursache Nummer Eins. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) macht ihn am Weltgesundheitstag zum Thema.

Gesündere Lebensführung
Rauchen, zu wenig Bewegung, zu viel Alkohol, fettes und salziges Essen; dies sind ganz wichtige Faktoren, die hohen Blutdruck verursachen können. Eine Milliarde Menschen ist davon betroffen. Einem Großteil der Bevölkerung sind die Auslöser bekannt, allerdings bleibt der Bluthochdruck oft länger unbemerkt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) weist darauf hin, dass jährlich mehr als neun Millionen Menschen an den Folgen erhöhten Blutdrucks sterben. Auch besteht dadurch vermehrt die Gefahr von Herzinfarkten, Schlaganfällen oder Nierenversagen. "Mit einer gesünderen Lebensführung können diese Risiken aber deutlich verringert werden", wie WHO-Direktorin Margaret Chan anlässlich des anstehenden Weltgesundheitstages am 7. April mahnte.

Blutdruck regelmäßig prüfen
Weil er meist zunächst kaum Symptome verursache und somit oft zu lange unbehandelt bleibt, wird chronischer Bluthochdruck auch „stiller, unsichtbarer Killer“ genannt. Die "öffentliche Aufmerksamkeit muss erhöht und die Möglichkeiten der Früherkennung verbessert werden", fordert Chan. Einen Beitrag dazu soll der Weltgesundheitstag unter dem Motto „Kontrolliert Euren Blutdruck“ leisten.
120 zu 80 mmHG gilt als normaler Blutdruck. Eine Hypertonie besteht bei dauerhaften Werten über 140 zu 90. Die frühere Faustregel „Lebensalter plus 100“ gilt als überholt, heute besteht nach internationaler Absprache eine Hypertonie ab einem Wert von über 140/90 mmHg.

Negative Globalisierung
Am Mittwoch erklärte Chan zu einem in Genf vorgestellten WHO-Bericht über die wachsende Gefahr durch Hypertonie, wie das Krankheitsbild Bluthochdruck auch genannt wird: „Die Menschen müssen wissen, warum erhöhter Blutdruck gefährlich ist und was sie dagegen tun können.“ Waren es 1980 noch etwa 600 Millionen, sind es mittlerweile bereits rund eine Milliarde Menschen, die unter Bluthochdruck leiden. Laut WHO zählt neben dem Wachstum und Älterwerden der Weltbevölkerung „die Globalisierung ungesunder Lebensführung“ zu den Hauptursachen der Zunahme.

Zwar gibt es gegen chronischen Bluthochdruck verhältnismäßig günstige Medikamente, wichtig ist jedoch, dass sich Betroffene eigene Regeln setzen sollten. So weit wie möglich Alkohol, Nikotin, Salz, Übergewicht und dauernden Stress vermeiden oder reduzieren und regelmäßig körperlich aktiv werden. Zahlreiche Studien hatten gezeigt, dass Bluthochdruck die Risiken für Herzinfarkt und Schlaganfall stark ansteigen lässt.

Weltweite Unterschiede
Erstaunlicherweise ist Bluthochdruck in wohlhabenden Ländern weniger verbreitet als in armen Regionen. Dies liegt laut WHO an der wirksamen öffentlichen Aufklärung. In Afrika, ist mit einem 46-prozentigem Anteil, der über 25-jährigen, die unter Bluthochdruck leiden, das Problem am größten. In dieser Altersgruppe liegt der weltweite Durchschnitt bei 40 Prozent, in wohlhabenderen Ländern bei 35 Prozent.

Weltgesundheitstag
Seit 1950 wird jährlich am 7. April ein drängendes medizinisches Problem durch die Weltgesundheitsorganisation thematisiert. An diesem Weltgesundheitstag wird außerdem an die Gründung der WHO der Vereinten Nationen am 7. April 1948 erinnert. (ad)

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