Fußbad

fussbad
Susanne Waschke

Das Fußbad ist ein Bestandteil der Hydrotherapie, eine schon in der Antike zelebrierten Therapieform. Im achtzehnten Jahrhundert erlangte die Wassertherapie wieder an Bedeutung. Bekannt sind die sogenannten Prießnitz-Wickel, benannt nach Vincenz Prießnitz oder die Wasseranwendungen des Johann Sebastian Kneipp.

Inhaltsverzeichnis

Wirkungsweisen
Wann ein Fußbad gemieden werden sollte
Reizwirkung des Wassers
Reizstärke und Intensität
Allgemeines zum Fußbad
Gesundheitliche Anwendung
Fußbad zur Pflege
Rezepte für wohltuende Bäder
Warme Fußbäder bei gesundheitlichen Problemen
Warme Bäder mit Zusätzen
Kontraindikationen
Kalte Fußbäder
Kontraindikationen
Fußbad nach Schiele

Wirkungsweisen

Die Wirkungsweise der Hydrotherapie, zu der das Fußbad gehört, ist vor allem der Wärmeleitung des Wassers zu verdanken. Das Wasser ist in der Lage, die verschiedensten Temperaturreize zu erzeugen, indem entweder Wärme zugeführt oder abgeleitet wird. Die Reize der Wasseranwendung durch ein Fußbad bleiben nicht örtlich begrenzt, sondern entfalten ihre Wirkung im gesamten Organismus. Beeinflusst werden dadurch das Immunsystem, der Kreislauf, das Nervensystem und der Stoffwechsel.

Bain de pieds
Das Fußbad kann eine wohltuende wirkung auf den gesamten Organismus entfalten. Bild: Michael Nivelet/fotolia.com

Wann ein Fußbad gemieden werden sollte

So harmlos ein Fußbad auch klingen mag, existieren doch Einschränkungen bei denen dies unterlassen werden sollten. Liegt zum Beispiel eine akute Venenthrombose vor, ist von einem Fußbad Abstand zu nehmen. Warme Fußbäder sind ebenso bei bestehenden massiven Krampfadern und arteriellen Durchblutungsstörungen zu meiden. Kalte Fußbäder sind kontraindiziert bei Harnwegsinfekten, bei Bluthochdruck und arteriellen Durchblutungsstörungen. Ebenso sollten Personen, die leicht frösteln oder gar frieren auf die kalte Anwendung verzichten. Bei Unsicherheit bezüglich der Anwendung sollte lieber ein Arzt befragt werden. Mehr zu Kontraindikationen bei Fußbädern erfahren Sie in den gleichlautenden Abschnitten dieses Beitrags.

Reizwirkung des Wassers

Durch ein Fußbad kann die Durchblutung beeinflusst werden. Warmes Wasser trägt zur Entspannung und Entkrampfung bei. Bei Verwendung von kaltem Wasser verengen sich zuerst die Gefäße, die sich anschließend dann wieder weit stellen, was wiederum eine Durchblutungsförderung bewirkt. Die Lymphzirkulation und der Stoffwechsel des Gewebes werden verbessert. Die Haut nimmt bei einem Fußbad Temperaturreize auf. Dies kann über sogenannte Reflexbögen innere Organe beeinflussen.

Reizstärke und Intensität

Je nach Reizstärke hat das Fußbad unterschiedliche Wirkungen. Kleine Reize dienen dazu, die Lebenstätigkeit anzufachen, mittlere Reize fördern diese und große Reize wirken hemmend. Zu starke Reize wirken kontraproduktiv. Die Reizstärke sollte an die Ausgangslage der Person, die sich einem Fußbad unterziehen möchte, angepasst werden.

Verschiedene Wassertemperaturen sind bei einem Fußbad möglich. „Kalt“ bedeutet, dass die Temperatur 18 °C nicht übersteigen soll. Ein warmes Bad liegt zwischen 36°C und 38°C und ein heißes zwischen 39°C und 41°C.

Allgemeines zum Fußbad

Sollen dem Fußbad ätherische Öle zugemischt werden, sind diese vorher mit einem Emulgator zu mischen. Sahne, Milch oder Molkepulver leisten hier gute Dienste. Das Gemisch wird dann anschließend in das Fußbad gegeben. Bei der Verwendung ätherischer Öle gilt der Grundsatz „weniger ist mehr“. Ein paar Tropfen eines Öls reichen vollkommen aus.

Das, für das Fußbad zu verwendende Gefäß, sollte so groß sein, dass beide Füße bequem nebeneinander auf dem Boden Platz haben.

Nach einem warmen Fußbad werden die Füße gut abgetrocknet. Nach kalter Anwendung wird indes meist ein „Abstreifen“ des Wassers empfohlen. Auch ist darauf zu achten, dass einige Minuten nach jedem Fußbad, egal ob warm oder kalt, die Füße wieder warm sind. Funktioniert dies nicht, sollte zunächst mit ansteigenden Fußbädern begonnen werden. Kalte Anwendungen sind erst dann zu empfehlen, wenn sich der Körper an die Reizunterschiede des Wassers gewöhnt hat.

Gesundheitliche Anwendung

Ein kaltes Fußbad wirkt zuerst erfrischend, dann entspannend und beruhigend. Venenleiden sprechen besonders gut auf kalte Reize an.

Eine Sonderform des kalten Fußbades ist das „Wassertreten“. Dies gehört zu den bekannten Kneipp´schen Anwendungen. Probleme mit dem venösen Rückstrom oder schlechter arterieller Durchblutung sprechen gut auf diese Therapieform an.

Das „ansteigende“ Fußbad durchwärmt den gesamten Organismus und erweitert die Blutgefäße. Das warme Fußbad steigert die allgemeine Durchblutung und führt dem Körper Wärme zu.

Verschiedene pflanzliche Zusätze können die Wirkung des Fußbades unterstützen. Ätherische Öle werden auch gerne den Fußbädern zugegeben. Diese sind zusammen mit einem Emulgator anzuwenden. Auf eine eventuelle allergische Reaktion, die die Öle mit sich bringen können, ist zu achten. Weitere Zugaben zu den Fußbädern sind Salz, Senf oder Tinkturen (Pflanzenauszüge mit Hilfe von Alkohol)

Fußbad zur Pflege

Ein Fußbad muss nicht zwingend aus gesundheitlichen Gründen heraus absolviert werden, sondern dient auch der Vorbereitung auf eine anschließende Fußpflege, zum Beispiel zur Entfernung von Hornhaut. Dafür sollte das Fußbad nicht zu heiß sein. Circa 38°C sind eine angenehme Wärme für die Füße. Die Badedauer beträgt zehn bis maximal zwanzig Minuten. Dem Bad kann etwas Essig hinzugefügt werden, was die Hornhaut weicher macht. Danach sind die Füße bereit für eine Pflegebehandlung.

Rezepte für wohltuende Bäder

Fußbäder können sehr wohltuend sein. Die meisten Rezepte sind zudem leicht anzuwenden und deren Zutaten in jedem Haushalt vorhanden.

Ein kaltes Fußbad ist äußerst angenehm im heißen Sommer. Gerade dann, wenn die Außentemperaturen hoch sind, hilft ein kaltes Fußbad den schmerzenden Füßen. Jedoch profitieren nicht nur die Füße davon, sondern auch der gesamte Organismus. Nach einem fünfzehn-minütigen Fußbad kehren die Lebensgeister wieder zurück, Müdigkeit und Erschöpfung sind verschwunden.

Ein Anti-Stress Fußbad wird mit warmem Wasser durchgeführt, also zwischen 36°C und 38°C. Ätherische Zitrusöle unterstützen dabei, gute Laune zu machen und den Stress zu vertreiben. Ein paar Tropfen eines hochwertigen ätherischen Zitronen- oder Orangenöls eignen sich hier sehr gut. Diese werden vor Gebrauch mit etwas Milch oder Sahne gemischt und erst dann dem Wasser zugefügt. Insbesondere die Füße, aber auch der ganze Körper, profitieren von diesem „Zitrusbad“. Zusätzlich werden noch die aufsteigenden Dämpfe des ätherischen Öls eingeatmet, was die Stimmung positiv beeinflusst.

Salbei oder Eichenrinde bekämpfen Schweißfüße. Wenn dem warmen Fußbad noch der Absud eines Salbei- oder Eichenrindentees zugegeben wird, kann dies, bei regelmäßiger Wiederholung, Schweißfüße bekämpfen. Von getrocknetem Salbei oder getrockneter Eichenrinde wird ein Esslöffel mit circa einem Viertel Liter kochendem Wasser übergossen und nach ungefähr zehn Minuten abgeseiht. Dieser Absud wird dem Badewasser zugegeben. Ein Fußbad mit Natron ist ebenso eine Möglichkeit, gegen Schweißfüße vorzugehen.

Warme Fußbäder bei gesundheitlichen Problemen

Wer nach einem Rezept für ein Fußbad sucht, wird auf den Begriff „ansteigendes Fußbad“ treffen. Dabei wird die Temperatur des Wassers allmählich und langsam von 20°C bis auf 43°C erwärmt. Zu Beginn der Badezeit sind die Füße nur bis zu den Knöcheln mit Wasser bedeckt. Langsam wir tassenweise immer heißeres Wasser zugegeben, bis circa 43°C erreicht sind. Dieses ansteigende Fußbad erzeugt ein angenehmes Wohlbehagen und wärmt, vor allem in der kälteren Jahreszeit, so richtig durch. Das „ansteigende“ Fußbad kommt zum Einsatz bei Blasenentzündungen, bei leichten Erkältungen, Nasennebenhöhlenproblemen und Menstruationsbeschwerden.

Ein warmes Fußbad ist angezeigt bei Schlafstörungen, Neigung zu Infekten, Verstopfung und bei chronisch kalten Füßen. Die Temperatur für ein warmes Fußbad sollte zwischen 37°C und 39°C sein. Maximal fünfzehn Minuten darf dieses Bad dauern. Danach werden die Füße abgetrocknet, eine anschließende Ruhezeit von mindestens einer halben Stunde ist wichtig.

Eine weitere Variante ist das Wechselbad. Zwei Gefäße werden mit Wasser gefüllt. Das Eine mit 36°C warmem und das Andere mit 18 °C kaltem Wasser. Zuerst werden die Füße circa fünf Minuten in dem warmem Gefäß und dann ungefähr zehn Sekunden in kaltem Wasser gebadet. Der Wechsel zwischen warm und kalt sollte mindestens einmal wiederholt werden. Auch hier ist eine Nachruhephase wichtig für den Körper.

Warme Bäder mit Zusätzen

Bei niedrigem Blutdruck hilft ein warmes Fußbad mit ätherischem Rosmarinöl. Ein paar Tropfen des Öls werden einem Emulgator zugemischt und in das Badewasser eingerührt.

Bei leichtem Fieber ist Zitronenöl als Zugabe eine gute Wahl. Die Temperatur des Wassers richtet sich hier nach der Körpertemperatur, das heißt, das Wasser sollte ein Grad unter der Temperatur des Körpers liegen und die Badedauer von fünfzehn Minuten nicht übersteigen. Bei Fieber sollte aber unbedingt darauf geachtet werden, dass der Kreislauf des Badenden stabil ist.

Ein Fußbad mit Senfmehl ist hilfreich bei Nasennebenhöhlenproblemen und/oder beginnender Erkältung. Dieses Fußbad wird aber nur bei gesunder Haut angewandt.Das Badegefäß ist mit Wasser in der Temperatur von 36 °C bis 37°C zu füllen. Gemahlenes Senfmehl wird mit lauwarmem Wasser zu einem Brei vermischt, in ein Tuch gegeben, ausgedrückt und das Senfmehlwasser dem Badewasser zugegeben. Das Tuch wird fest zugebunden und ebenfalls in das Badegefäß gelegt. Mit den Füßen kann dieses dann mehrmals während des Badens ausgedrückt werden. Die Badedauer ist relativ kurz, von fünf Minuten bis maximal 15 Minuten, je nach Hautempfindlichkeit. Rötet sich die Haut, wird das Bad abgebrochen.Um den aufsteigenden Senfmehlgeruch nicht in die Nase zu bekommen, wird das Gefäß mit einem Handtuch abgedeckt. Nach dem Baden werden die Füße lauwarm abgespült und nach dem Abtrocknen eingeölt. Solange die Haut noch rot ist, sollte kein erneutes Senfmehlbad absolviert werden.

Müde und/geschwollene beziehungsweise Dicke Beine oder ein beginnender Atemwegsinfekt sprechen gut auf ein Fußbad mit Salz an. Dafür wird am besten Meersalz oder Himalaja Salz verwendet. Zwei Handvoll Salz werden dem circa 37 °C warmen Wasser zugegeben und dies gut verrührt, bis sich das Salz aufgelöst hat. Dem Salzbad kann zusätzlich noch ätherisches Öl beigemischt werden. Salz wird mit ein paar Tropfen Öl vermischt und dann dem Wasser zugefügt. Thymianöl zum Beispiel wirkt hier bei einer beginnenden Erkältung.

Kontraindikationen

Bei einigen Erkrankungen und gesundheitlichen Problemen sollte ein warmes Fußbad unterlassen werden. Dazu gehören entzündliche Hauterkrankungen an Füßen und/oder Waden, ausgeprägte Krampfadern und arterielle Durchblutungsstörungen. Bei Unsicherheit bezüglich der Anwendung ist ein Arzt zu befragen.

Kalte Fußbäder

Kalte Fußbäder kommen vor allem bei Venenleiden zum Einsatz. Aber auch bei Kopfschmerzen, Überhitzung, bei einem Gicht-Anfall oder Nasenbluten. Das kalte Wasser hat dabei eine Temperatur von 12°C bis 18°C. Die Badedauer beträgt maximal dreißig Sekunden. Die Füße werden danach nicht frottiert, sondern das Wasser nur abgestreift.

Eine Sonderform ist das „Wassertreten“. Dies hilft bei Schlafstörungen, beginnenden Störungen der arteriellen Durchblutung, Krampfadern, Wetterfühligkeit und chronischer Müdigkeit. Bei dieser Anwendungsform wird die Fußbadewanne soweit mit kaltem Wasser zwischen 10°C und 18°C befüllt, dass die Waden nur zu dreiviertel bedeckt sind. Das „Wassertreten“ wird ein bis drei Minuten lang im „Storchenschritt“ durchgeführt. Anschließend werden die Füße nicht abgetrocknet, sondern das Wasser wird lediglich mit den Händen abgestreift. Wichtig dabei ist, dass die Füße nach dem Fußbad schnell wieder warm sind. Bewegen oder warme Socken unterstützen das Erwärmen.

Kontraindikationen

Ein kaltes Fußbad sollte nicht angewandt werden bei akuten Blasenentzündungen und bei ausgeprägtem Wärmebedürfnis. Auch hier ist eventuell der Arzt vorher zu befragen.

Fußbad nach Schiele

Das Fußbad nach „Schiele“ ist eine Spezialwanne mit einer beheizbaren Platte auf dem Boden des Gefäßes. Das Wasser wird 0,5 °C pro Minute erwärmt, dabei steigt die Temperatur von 35 °C bis 45 °C. Dies trainiert passiv das Herz-Kreislaufsystem. Dieses spezielle therapeutische Fußbad wird in Naturheilpraxen und einigen Kliniken angeboten. (sw)