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Einschlafen der Hände: eine Zivilisationskrankheit

 

Eingeschlafene Hände Bei vielen Menschen schlafen die Hände beispielsweise beim Arbeiten am Computer, Fahrradfahren, Zeitunglesen, Telefonieren ein. Alle diese Tätigkeiten und das Schlafen auf der betroffenen Seite führen zu einer erhöhten Verengung und verursachen dadurch Beschwerden.

Einschlafen der Hände: Eine Zivilisationskrankheit

Das sog. "Einschlafen der Hände" ist in unseren Breitengraden ein weit verbreitetes Beschwerdebild. Es wird durch Abklemmung der versorgenden Gefässe der Hände verursacht. Möglich ist dies durch diverse Engstellen, die unsere Gefässe bis zur Hand durchlaufen müssen.

Hier kann es durch Muskel- und Bänderanspannung und- verkürzung zu einer Komprimierung kommen, die sich dann an Symptomen in den Händen und am Unterarm zeigt. Auch das Karpaltunnelsyndrom, Tennis- und Golferellenbogen und Sehnenscheidenentzündung können häufig bei großer Therapieresistenz auf dieselben Ursachen zurückzuführen sein. Meist klagen Betroffene über ein nächtliches Einschlafen, wodurch sie natürlich immer wieder Aufwachen und ihrem Schlafrhythmus gestört werden. Diese Unterbrechungsintervalle führen zu mangelnder nächtlicher Erholung und Regeneration und somit zu Folgebeschwerden und verminderter Heilungsfähigkeit.

Aber auch am Tage klagen viele beispielsweise beim Arbeiten am Computer, Fahrradfahren, Zeitunglesen, Telefonieren, etc unter Beschwerden. Alle diese Tätigkeiten und das Schlafen auf der betroffenen Seite führen zu einer erhöhten Verengung an den kritischen Stellen und verursachen dadurch Beschwerden.

In der Praxis gibt es eine einfache Methode, die Engstellen zu testen und die Verursachende und somit therapeutisch zu beeinflussende zu lokalisieren- den Adson´s- Test. Die erste Engstelle befindet sich direkt nach dem Austritt der Nerven aus der Halswirbelsäule durch die daran angrenzenden Muskeln- die Musculi Scaleni. Sie sind Atemhilfsmuskeln und können die Halswirbelsäule zur Seite neigen. Die Arterie und Nerven des Armes müssen zwischen dem mittleren und vorderen Muskel hindurchlaufen. Bei Menschen mit flacher Atmung und fixierter Einatmung (d.h. sie atmen kaum aus und lassen somit nicht los) kann es hier schon zu einer Abklemmung kommen.

Die zweite Engstelle befindet sich zwischen Schlüsselbein und erster Rippe, wo die oben erwähnten und nun auch die entsorgende Vene durch müssen. Die eingangs erwähnten Muskeln setzen an der ersten Rippe an und ziehen diese nach oben gegen das Schlüsselbein, wodurch es für die Gefässe noch enger wird.

Die dritte Engstelle befindet sich unter dem kleinen Brustmuskel- auch er ist ein Atemhilfsmuskel, woran schon deutlich wird, dass dieses Beschwerdebild gut und häufig mit der Atmung zusammenhängt und therapeutisch beeinflussbar ist. Die Gefässe laufen wie eine Sanduhr und das zusammengezogene enge Stück befindet sich hier unter diesem Muskel. Auch zieht er die Schultern nach vorne und zwingt die Rückenmuskulatur zum Gegenspannen, da er an einem Fortsatz des Schulterblattes ansetzt.

Weitere Engpässe befinden sich für einen Nerven- den Nervus Radialis- am Schulterblatt zwischen den Muskeln, die den Arm nach aussen drehen. Er versorgt die Handrückseite und den Ellenbogen und steht häufig mit Beschwerden in diesen Arealen in Verbindung.

Für einen anderen Nerven, der auch beim Karpaltunnelsyndrom in Mitleidenschaft gezogen wird- den Nervus Medianus- gibt es eine Engstelle unter dem Muskel, der den Arm nach innen dreht nach der Ellenbeuge und am Handgelenk, dem Karpaltunnel. Hier laufen die Gefässe unter einem Band durch, welches gerade bei der Arbeit mit der Maus durch Abknicken des Handgelenks in Mitleidenschaft gezogen wird.

Der dritte versorgende Nerv, der Nervus Ulnaris, kann am Ellenbogen in einem kleinen Tunnel durch den Trizeps- Muskel und durch ständiges „den- Ellenbogen- aufstützen“ abgedrückt werden und nach dem Handgelenk in der "Loge von Guyon".

Für einen gut ausgebildeten Therapeuten sind durch die Lokalisation der Beschwerden und die recht einfachen und eindeutigen Tests die Therapiemassnahmen sehr spezifisch und effektiv einzuläuten.

Eine chirurgische Intervention ist nur in den wenigsten Fällen notwendig.
Generell gilt, dass je eher die Therapie eingeleitet wird, desto besser und schneller die therapeutischen positiven Verläufe sind. Patienten sind gut beraten, für eine nachhaltige Auflösung der Beschwerden selbst in ihrem Alltag Abklemmungen der Engstellen durch flache Atmung, nach vorne gezogene Schultern, nach innen drehen des Armes, etc zu verringern, bzw. abzuschaffen. (Heilpraktiker und Osteopath, Thorsten Fischer, 25.11.2009)