Nasenbluten

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Was tun bei Nasenbluten?

Nasenbluten verläuft manchmal ziemlich dramatisch, weil das Blut unerwartet und mitunter in nicht unerheblicher Menge sichtbar das Gesicht hinabläuft. Zwar gibt es auch ernste Erkrankungen, die hinter dem Nasenbluten liegen können, meist jedoch handelt es sich um ein recht harmloses Geschehen. Werden im Falle des akuten Nasenblutens einige Verhaltensmaßnahmen beherzigt, kann die Blutung in der Regel ohne ärztliche Hilfe gestoppt werden.

Inhaltsverzeichnis

Habituelles Nasenbluten
Traumatische Ursachen für Nasenbluten
Nasenbluten als Symptom von Krankheiten
Allgemeine Maßnahmen bei Nasenbluten
Naturheilkunde und Nasenbluten

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Habituelles Nasenbluten

Die medizinische Bezeichnung für Nasenbluten lautet „Epistaxis“, stammt aus dem Griechischen und heißt übersetzt soviel wie „darauftröpfeln“. Tatsächlich verläuft das Nasenbluten jedoch oftmals heftig, sodass Betroffene sowie Beobachter zunächst erschrocken reagieren.

Nasenblut
Nasenbluten ist ein relativ weit verbreitetes Beschwerdebild, wobei unterschiedlichste Auslöser in Frage kommen. (Bild: Friedberg/fotolia.com)

In den meisten Fällen handelt es sich beim Nasenbluten um ein wiederkehrendes und ungefährliches Phänomen, das insbesondere Kinder betrifft und „habituelles Nasenbluten“ genannt wird. Es entsteht in der vorderen Nasenscheidewand, wo ein oberflächliches Netz von Gefäßen liegt. In diesem sogenannten „Locus Kiesselbachi“ können durch äußeres Einwirken, etwa durch starkes Schnäuzen oder Bohren in der Nase kleinere Verletzungen der Blutgefäße entstehen, die das Nasenbluten auslösen.

Traumatische Ursachen für Nasenbluten

Kopfverletzungen und Knochenbrüche durch Stürze, Schläge und Unfälle führen oftmals zu einer Verletzung von Nasenscheidewand oder Schädelbasis und der umliegenden Blutgefäße, sodass Nasenbluten entsteht. Ebenso kann die Nasenschleimhaut durch trockene Luft, Einwirkung chemischer Substanzen oder das Einführen von Fremdkörpern in die Nase verletzt werden.

Nasenbluten als Symptom von Krankheiten

Es gibt eine Reihe von akuten Infektionskrankheiten, die mit Nasenbluten einhergehen können, wie etwa die Grippe oder Typhus. Nasenbluten kann aber auch als Symptom von Arteriosklerose, Bluthochdruck, Blutgerinnungsstörungen, Gefäßerkrankungen sowie Ausdruck eines Vitaminmangels (Skorbut, Vitamin K-Mangel) sein.
Schließlich kann Nasenbluten ein Symptom verschiedener Tumoren sein, z.B. von Polypen, dem gutartigen Nasenrachenfibrom aber auch bösartigen Karzinomen.

Allgemeine Maßnahmen bei Nasenbluten

Wenn Nasenbluten wiederholt auftritt, sollten von einem Hals-Nasen-Ohrenarzt bösartige Ursachen ausgeschlossen werden. Handelt es sich um einmalig auftretendes oder habituelles Nasenbluten, können Betroffene bzw. Angehörige in der Regel den Blutfluss durch geeignete Maßnahmen eigenständig stoppen.

So sollte der Kopf nicht nach hinten geneigt werden, weil das Blut sonst in den Rachen läuft und das unvermeidliche Verschlucken des Blutes vielfach zu Übelkeit und Erbrechen führt. Außerdem besteht die Gefahr, dass das Blut dabei über die Luftröhre in die Lungen gerät.

Empfehlenswert ist es deshalb, aufrecht zu sitzen und den Oberkörper leicht nach vorn zu beugen. In dieser Haltung kann der Betroffenen bzw. ein Angehöriger für einige Minuten die Nasenflügel fest mit den Fingern zudrücken, um die Blutung zu stillen. Eine ähnliche Wirkung erzielt man mit einem Kältereiz, der durch Auflegen einer Eiskompresse im Nackenbereich gesetzt wird.

Bei Nasenbluten aufrecht hinsetzen, den Kopf leicht nach vorne beugen und die Nasenfluegel einige Minuten zusammendruecken. Zusaetzlich eine Kaeltepackung in den Nacken legen [Abdruck nur mit Honorar, Namensnennung und Belegexemplar Henning Riediger Tannenhof 117c 22397 Hamburg Tel. 040/6080742 E-Mail: henning.riediger@t-online.de Steuer-Nr. 50/198/00549 USt.-IdNr. DE 118420134 Bankverbindung: Hamburger Sparkasse BLZ 200 505 50 Konto-Nr. 1299/475663 IBAN DE 27 2005 0550 1299 475663 BIC HASPDEHH]
(Bild: Henrie/fotolia.com)

Nur bei sehr großem Blutverlust ist es notwendig, Puls und Blutdruck im Auge zu behalten, um einen Schock zu vermeiden. Auch hierfür eignet sich die Sitzhaltung, weil das Ausmaß an Blutverlust besser zu beobachten ist. Lässt sich die Blutung auf die beschriebene Weise nicht stillen, sollten vorsichtshalber Arzt- oder Naturheilpraxis aufgesucht werden.

Naturheilkunde und Nasenbluten

Aus Sicht der Naturheilkunde ist die (konventionell oftmals vorgenommene) Verödung von Blutgefäßen in der Nasenschleimhaut nicht zu empfehlen, weil der Blutung wie jeder Reaktion des Körpers eine Funktion zugeschrieben und somit eine Symptomverschiebung befürchtet wird.

Ist das Nasenbluten ärztlich abgeklärt und sind bösartige Ursachen ausgeschlossen, können verschiedene Naturheilverfahren das Nasenbluten lindern. In der Homöopathie werden einige Mittel zur Blutstillung häufig eingesetzt. Ist die Blutung durch eine Verletzung der Nasenschleimhaut oder durch große körperliche Anstrengung entstanden, kann Arnika helfen. Ebenfalls nach Anstrengung, vor allem jedoch bei Nasenbluten nach Schneuzen und Niesen sollte Phosphorus das richtige Mittel sein. Spielt bei der Verursachung heftige Erregung (Angst, Aufregung) eine Rolle, ist Aconitum auszuprobieren.

Bei einer Neigung zu wiederholtem Nasenbluten ist es ratsam, eine Konstitutionsbehandlung in einer Praxis für Homöopathie durchführen zu lassen.

Im akuten Fall können zur inneren Anwendung alternativ die Notfalltropfen aus der Bachblütentherapie empfohlen werden, die zum lokalen Auftragen auch als Salbe erhältlich sind. Aus der Pflanzenheilkunde ist die Wirksamkeit von Nasenspülungen bekannt, denen ein Extrakt aus Zinnkraut oder Eichenrinde beigefügt ist. Ebenso kann eine Mischung aus kaltem Wasser, Essig und Zitrone in die Nase gezogen werden. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)