Schulterstechen

Schulterstechen: Stechen in der Schulter

Schulterstechen

Manche Menschen leiden unter anhaltenden Schulterstechen. Hier erfahren Sie die Hintergründe und Zusammenhänge zu dem Symptom Schmerzen in der Schulter.

Neben großflächigen Schmerzen in der Schulter treten bei vielen Menschen stechende punktuelle Schmerzen beim Bewegen des Armes auf (Schulterstechen). Die Schulter ermöglich einen großen Bewegungsradius und hat viele unterschiedliche Bereiche. Da die Gelenkpfanne recht klein ist, benötigt die Schulterregion zur Stabilität und zur Koordination von Bewegungen viele Muskeln mit ihren versorgenden Gefässen.

Das Schulterblatt, das die Gelenkpfanne für den Oberarmknochen bildet, bildet noch über einen Fortsatz das Schulterdach in einer gelenkigen Verbindung mit dem Schlüsselbein. Und das Schulterblatt hat vorne noch einen Knochenvorsprung vor dem Schultergelenk, den sogenannten Rabenschnabelfortsatz, an dem der kleine Brustmuskel und eine Bizepssehne ansetzen. Die stechenden Schulterschmerzen werden von Betroffenen häufig vorne an der Schulter, seitlich oben unter dem Schulterdach, an der Rückseite oder in der Tiefe des Schultergelenks beschrieben.

Schulterstechen:
Synonyme
Stechen vorn an der Schulter
Stechende Schmerzen am Schulterdach
Stechende Schmerzen an der Schulter hinten

 

Synonyme

Schulterstechen, Stechen in der Schulter.

Stechen vorn an der Schulter

Bei einem Stechen vorne in der Schulter (oder auch Schulterstechen) mit einer funktionellen Ursache, zeigen Betroffene bei bestimmten Bewegungen häufig auf den eingangs erwähnten Rabenschnabelfortsatz (Coracoid). Dies ist ein Knochenvorsprung, direkt vor dem Schultergelenk, der zum Schulterblatt gehört. Hier setzen kleiner Brustmuskel und eine Bizepssehne an. Es wird vermutet, dass durch nach vorne gezogene Schultern diese Muskeln verkürzen, bzw. unter ständiger Spannung stehen und es zu Reizungen am Ansatz kommt, der den stechenden Schmerz verursachen kann. Häufig ist dies, wenn die Muskeln unter Spannung kommen, wie zum Beispiel beim Anziehen eines Hemdes oder Unterhemdes, wenn man den Arm nach hinten nehmen muss. Aber auch das Anspannen, wenn man beispielsweise zu der jeweils anderen Schulter greift, kann zu dem stechenden Schmerz führen. Meist sprechen die Betroffenen gut auf manuelle Behandlungen wie Fasziendistorsionsmodell (FDM), Osteopathie, Rolfing oder Manuelle Therapie (MT) an.

Stechende Schmerzen am Schulterdach

Das Schulterdach (Akromion) wird aus einem Knochen vom Schulterblatt, der Schultergräte (Spina scapulae), einigen Bändern und dem Schlüsselbein gebildet. Darunter verläuft die Sehne des sogenannten Supraspinatus- Muskels, der eng mit der Kapsel und dem darunter befindlichen wässrigen Hohlraum, der als Schleimbeutel bezeichnet wird, verwachsen ist. Die stechenden Schmerzen hier treten meist beim Heben des Armes auf.

Bei funktionellen Problematiken zeigen die Betroffenen den stechenden Schmerz oft direkt an dem Gelenk (Acromioclaviculargelenk = ACG) zwischen Schlüsselbein und der knöchernen Ausziehung des Schlüsselbeines. Wenn es sich nicht um eine Sprengung dieses sogenannten Schultereckgelenkes handelt, die nach dem Grad der Schädigung der Haltebänder nach Tossy oder Rockford eingeteilt wird und bei der man bei einer gravierenden Ausprägung häufig eine Stufe beobachtet, dann kann es sich um funktionelle Probleme des Gelenkes oder der umgebenden Gewebe handeln. Im Fasziendistorsionsmodell (FDM) wird anhand der Körpersprache durch das punktuelle Zeigen der patienten davon ausgegangen, dass es sich häufig um eine Störung im Knochen- Band- Übergang handelt, die mit großem Druck behandelt wird.

In der Osteopathie vermutet man häufig eine verminderte Mobilität im Gelenk, die durch Ungleichgewichte in den umgebenden Muskeln entstanden sein kann. Dies führt natürlich meist zu einer weitergehenden Analyse der Statik des Organismus, die über die Schulterregion hinausgeht.

Oftmals ist schwer zu unterscheiden, ob der Schmerz wirklich am Akromion oder darunter ist. Denn direkt darunter liegt die Sehne des Supraspinatus- Muskels, die auch bei einer ausgeprägten Kalkschulter- Problematik reissen kann. Manche Menschen klagen mit andauernder Symptomatik auch über ein Ziehen etwa seitlich am Arm hinunter. Vermutlich geht hier die Supraspinatussehne in andere Gewebe über und die Spannungen oder die Reizung überträgt sich.

Stechende Schmerzen an der Schulter hinten

An der Rückseite der Schulter liegen die sogenannten „Aussenrotatoren“ auch „Rotatorenmanschette genannt, des Armes. Dies sind Muskeln, die den Arm unter anderem nach aussen drehen können. Sie sind an einer ganzen Reihe von Schulterbewegungen beteiligt und sollen stabilisieren.

Durch viele Tätigkeiten mit nach innem gedrehten Arm (z.B. mit der Maus am PC, Laborarbeit mit Pipetten, Schreiben auf der Tastatur), geraten diese Muskeln häufig unter Stress und verspannen sich. Dies kann bei starken ruckartigen Bewegungen sogar bis zum Reissen gehen (Rotatorenmanschettenruptur).

Quer durch die Muskeln auf dem Schulterblatt verlaufen zwei Nerven und der Trizeps- Muskel. Denkbar ist, dass es nicht nur die Muskeln sind, die Beschwerden bereiten, sondern durch eine der oben genannten Tätigkeiten den Trizeps oder einen der Nerven komprimieren. Das kann zu einem Ausstrahlen an der Rückseite des Armes oder einem Ziehen am Oberarm bis nach vorne führen.

Die stechenden Schmerzen an der Rückseite können, insofern sie nicht von einer Rotatorenmanschettenruptur stammen, durch sogenannte Triggerpunkte auf den Muskeln stammen. Dies sind Punkte, deren pH- Wert verändert und eine Substanz im Gewebe erhöht ist, die die Schmerzweiterleitung erhöht. Therapeutisch werden die Punkte im manuellen Bereich genutzt, in dem man starken Druck auf sie ausübt. (Heilpraktiker Osteopathie Thorsten Fischer)