Schweißfüße – Ursachen und wirksame Behandlung

Fabian Peters

Schweißfüße (Hyperhidrosis pedis)

Schweißfüße sind für die Betroffenen oft äußerst unangenehm. Angesichts der verstärken Geruchsbildung und der Reaktionen des Umfeldes fühlen sich viele Schweißfußpatienten gesellschaftlich isoliert. Zudem erhöhen Schweißfüße das Risiko von Pilzinfektionen und anderen Hauterkrankungen im Bereich der Füße. Für die Behandlung des Problems kommen verschiedene Maßnahmen in Betracht. Neben schulmedizinischen Ansätzen bestehen eine Reihe naturheilkundlicher Verfahren, durch welche die Schweißproduktion minimiert und der lästige Geruch bekämpft werden kann.

Definition

Die medizinische Bezeichnung Hyperhidrosis pedis beschreibt eine übermäßige Schweißabsonderung im Bereich der Füße. Die ekkrinen Schweißdrüsen der Fußsohlen geben dabei je Fuß mehr als 50 Milligramm Schweiß pro Minute frei. Umgangssprachlich wird der Bergriff Schweißfuß jedoch eher auf den Geruch bezogen als auf die tatsächlich abgesonderte Flüssigkeitsmenge. Unangenehmen riechende Füße gelten hier allgemein als Schweißfüße.

junge Frau riecht an Schuh
Schweißfüße verursachen nicht nur einen unangenehmen Geruch, sondern erhöhen auch das Risiko verschiedener Erkrankungen. (Bild: Finanzfoto/fotolia.com)

Symptomatik

Schweißfüße sondern ein Übermaß an Schweiß über die Schweißdrüsen im Bereich der Fußsohle ab. Die Hornhaut unter den Füßen ist dadurch stetig durchfeuchtet und kann unter Umständen weißlich aufquellen.

Unter den feucht-warmen Bedingungen der durchweichten Hornschicht können sich Bakterien leicht vermehren und es folgt die Zersetzung des Keratins in der Hornhaut. Die zurückbleibenden Abbaustoffe (kurzkettige Fettsäuren und Amine) erzeugen einen extrem unangenehmen sauer-ranzigen Geruch.

Dieser wird auch vom Umfeld der Betroffenen wahrgenommen und nicht selten mit entsprechenden Kommentaren bedacht. Viele Schweißfußpatienten versuchen sich daher Situationen, in denen ihre Mitmenschen den Geruch wahrnehmen würden, zu entziehen und fühlen sich in wachsenden Maße sozial isoliert, was schlimmstenfalls auch psychische Probleme mit sich bringen kann.

Die angegriffene Haut unter den Fußsohlen wird anfälliger für andere Erkrankungen, so dass Betroffene zum Beispiel vermehrt unter viral-bedingten Fußwarzen (Verrucae plantares) und Fußpilzinfektionen leiden. Letzter begünstigen wiederum das Auftreten von sekundär Infektionen und Entzündungen. Unter Umständen kann die Pilzinfektion auch eine lebensbedrohliche Blutvergiftung bedingen.

Schweißfußpatienten neigen generell vermehrt zu Hauterkrankungen und Ekzemen im Bereich der Füße, wobei vor allem das keimfreundliche feucht-warme Milieu hierfür verantwortlich gemacht wird.

Schweißfuß-Patienten leiden durch das feucht-warme Milieu häufig zusätzlich unter Ekzemen oder Fußpilz. (Bild: misalukic/fotolia.com)

Ursachen für Schweißfüße

Das Krankheitsbild wird meist unmittelbar durch eine Regulationsstörung des vegetativen Nervensystems (vegetative Dystonie) in Verbindung mit übergroßen Schweißdrüsen bedingt. Ursprünglich dient die Schweißabsonderung an den Füßen nicht wie das Schwitzen allgemein zur Regulierung der Körpertemperatur, sondern um den Füßen Haftung zu verleihen.

Das Schwitzen der Füße und Hände wird von einem eigenen Zentrum im zentralen Nervensystem gesteuert. Die Signale werden dabei über das Sympathische Nervensystem (Teil des vegetativen Nervensystems) weitergeleitet. Reagiert das Schweißzentrum im zentralen Nervensystem unverhältnismäßig stark auf äußere Reize, beginnen die Betroffenen verstärkt zu schwitzen.

Personen die generell stark schwitzen – also an einer sogenannten Hyperhidrose leiden – neigen vermehrt zu Schweißfüßen. Allerdings kann sich übermäßiges Schwitzen auch ausschließlich an den Händen (Hyperhidrosis palmaris) oder unter den Achselhöhlen (Hyperhidrosis axillaris) manifestieren. An den Füßen nimmt die Schweißabsonderung bei Schuhen und Strümpfen aus luftundurchlässigen Materialien deutlich zu. Kunstfasern sind daher für Schweißfußpatienten keineswegs zu empfehlen.

Die vermehrte Schweißabsonderung an den Füßen wird auch auf Entgiftungsprozesse zurückgeführt. Die Aufnahme von Giftstoffen wie Nikotin, Tabak und Medikamenten wäre demnach als Risikofaktor für Schweißfüße zu bewerten. Allerdings sind hier die Zusammenhänge bisher nicht eindeutig wissenschaftlich belegt.

Der Schweißfußgeruch selbst kann weiterhin auf eine mangelnde Fußhygiene oder ein zu seltenes Waschen der Socken beziehungsweise Schuhe zurückgehen. Dies gilt jedoch generell und nicht nur bei Patienten, die aus medizinischer Sicht unter Schweißfüßen leiden.

Unangenehmer Fußgeruch verbreitet sich schnell, wenn die Socken nicht regelmäßig und gründlich gewaschen werden. (Bild: pureshot/fotolia.com)

Diagnose

Ob eine pathologische Überfunktion der Schweißdrüsen im Bereich der Fußsohle oder lediglich subjektiv wahrgenommen Schweißfüße vorliegen, lässt sich anhand einer Messung der Schweißabsonderung kontrollieren. Zu diesem Zweck wird zum Beispiel eine Jodtinktur aufgetragen und nach dem Trocknen mit einem Pulver aus Kartoffelstärke bestäubt. Austretender Schweiß wird durch eine blaue Verfärbung des Pulvers erkennbar. Weiterhin kommt eine sogenannte quantitative Sudometrie zur Messung der Schweißmenge in Betracht, insbesondere wenn begleitend eine allgemeine Hyperhidrose vermutet wird.

Behandlung bei Schweißfüßen

Basis einer erfolgreichen Therapie gegen Schweißfüße sollte eine besonders gründliche Fußhygiene sein. Auch wenn die Ursachen der überhöhten Schweißabsonderung auf diese Weise nicht behoben werden können, lassen sich durch tägliche Fußpflege zumindest die Folgen, wie die Geruchsbildung oder die Infektionsanfälligkeit, minimieren.

Ein Ansatz zur Therapie ist die Leitungswasseriontophorese (Behandlung mit Gleichstromwasserbädern). Die Füße werden in zwei Wasserwannen mit elektrischen Leitern gestellt, wodurch sich ein Stromkreis schließt. Der Effekt ist idealerweise eine reduzierte Schweißabsonderung. Allerdings ist die Behandlung bei den einzelnen Patienten von äußerst unterschiedlichem Erfolg gekrönt.

Linderung kann eine oberflächliche Behandlung der Schweißfüße mit Aluminiumchlorid bringen. Dabei werden die Schweißkanäle durch die Aluminiumsalze, welche eine Verbindung mit dem Keratin eingehen, verschlossen. Je nach Ausprägung der Schweißabsonderung kommen Präparate mit unterschiedlichen Aluminiumchlorid-Konzentrationen zum Einsatz. Ziel ist es hier, dass die Schweißdrüsen am Ende so weit degenerieren, dass sich die Schweißabsonderung auf ein Normalmaß reduziert.

Die chemische Denervierung (Unterbrechung der Nervenbahnen) ist eine weitere Option zur Behandlung bei Schweißfüßen. Diese kann zum Beispiel mittels Botulinumtoxin (Botox) erfolgen. Allerdings ist auch bei diesem Verfahren der Behandlungserfolg individuell äußerst unterschiedlich. Zudem ist Botox mangels wissenschaftlicher Untersuchungen zu Nutzen und Risiken nicht offiziell für die Behandlung von Schweißfüßen zugelassen.

Leiden die Patienten aufgrund ihrer Schweißfüße unter besonders schweren (gesundheitlichen) Beeinträchtigungen im Alltag und zeigen sämtliche Behandlungsversuche keinen Erfolg, bleibt als letzte Option ein operativer Eingriff, bei dem die versorgenden Nerven durchtrennt werden. Das Risiko unerwünschter Nebeneffekte ist hier jedoch relativ hoch, so dass von dieser Möglichkeit nur sehr selten Gebrauch gemacht wird.

Wer Schweißfüße hat, sollte regelmäßig zur Fußpflege gehen und dort überschüssige Hornhaut entfernen lassen. (Bild: Andrea Arnold/fotolia.com)

Tipps zur Bekämpfung von Schweißfuß-Geruch

Fußbäder aus kaltem Salzwasser, gründliches Reinigen, Abtrocknen und anschließendes Eincremen wirken den möglichen Schädigungen der Haut und einer verstärkte Geruchsentwicklung entgegen. Überschüssige Hornhaut sollte mechanisch mit einem Hornhauthobel oder ähnlichen Instrumenten regelmäßig entfernt werden, um der Ausbreitung von Keimen vorzubeugen.

Schweißfußpatienten können auf antibakterielle, geruchshemmende Einlagen, zum Beispiel auf Basis von Zedernholz, Zimt oder Aktivkohle, zurückgreifen, die den Schweiß aufnehmen und so das feucht-warme Mikroklima im Schuh vermeiden. Hierzu kann auch der Verzicht auf Socken aus Kunstfasern und das Tragen von atmungsaktivem Schuhwerk beitragen.

Die Socken sollten häufig gewechselt und gewaschen werden. Allgemein wird Schweißfußpatienten empfohlen, möglichst oft barfuß zu laufen und ansonsten Sandalen zu tragen. Dem unangenehmen Geruch lässt sich durch das vermehrte Wechseln der Strümpfe vorbeugen. Das Schuhwerk sollte ebenfalls regelmäßig gewechselt werden, um die Geruchsbildung zu minimieren. Darüber hinaus kann Fußpuder der Feuchtigkeit an den Füßen und der Geruchsentwicklung bei Schweißfüßen entgegenwirken.

Die richtige Ernährung bei Schweißfüßen

Da ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten der Schweißfüße und den Nahrungsgewohnheiten vermutet wird, bietet sich unter Umständen begleitend eine Ernährungstherapie an. Generell sollte auf Nahrungsmittel, welche die Schweißproduktion anregen, möglichst verzichtet werden. Hierzu zählen unter anderem scharfe Gewürze mit den Inhaltsstoffen Allylisothiocyanat (z.B. in Senf, Wasabi) und Capsaicin (in Paprika, Chilischoten) und die Genussgifte Kaffee, Tabak und Alkohol.

Kaffee und Nikotin sollte bei schwitzigen Füßen so wenig wie möglich konsumiert werden. (Bild: sabot26/fotolia.com)

Häufig fördern auch saure Lebensmittel wie z.B. Sauerkraut oder Essiggurken das Schwitzen. Fleisch, Wurst und Salz sollten nur in geringen Mengen konsumiert und anstelle dessen vorwiegend zu frischem Obst, Gemüse, Vollkornprodukten und Nüssen gegriffen werden. Achten Sie stets darauf, ausreichend zu trinken, am besten Wasser und verdünnte Obstsäfte.

Naturheilkunde bei schwitzigen Füßen

Die Naturheilkunde bietet zahlreiche Ansätze zur Behandlung von Schweißfüßen. So können unterschiedliche homöopathische Mittel ebenso gegen die überhöhte Schweißabsonderung helfen wie Schüssler Salze oder die Bachblüten-Therapie.

Die Zusammenstellung der Extrakte, Tinkturen und Präparate sollte dabei stets individuell angepasst werden und erfahrenen Therapeuten überlassen bleiben. In der Homöopathie kommen Calcium Carbonicum und Silicea (Kieselerde) häufiger zum Einsatz.

Ein Fußbad mit Bockshornkleesamen kann bei schwitzigen Füßen und strengem Geruch eine gute Hilfe sein. Denn die Samen enthalten Wirkstoffe, die einen beruhigenden Effekt auf die Schweißdrüsen haben und dadurch die Schweißproduktion drosseln.

Fußbad gegen Schweißfüße

  1. 12 gehäufte Esslöffel Bockshornkleesamen (aus der Drogerie oder Apotheke) werden in einen Topf mit einem Liter kaltem Wasser angesetzt
  2. Samen sechs Stunden einweichen lassen
  3. Aufguss kurz zum Kochen bringen, anschließend abkühlen lassen
  4. Sud in eine Waschschüssel bzw. Wanne gießen und Füße 15 Minuten darin baden
  5. Anwendung bei Bedarf täglich wiederholen
Ein wirksames Hausmittel gegen schwitzige Stinkefüße ist ein Fußbad mit einem Sud aus Bockshornkleesamen. (Bild: invizbk/fotolia.com)

Wer stark an den Füßen schwitzt, kann mithilfe eines selbst angemischten Fußpuders dafür sorgen, dass die Schweißabsonderung reduziert und die Geruchsbildung verhindert wird.

Anti-Schweißfuß-Puder:

  • 40 g Tonerde
  • 50 g Thymianblätter, pulverisiert
  • 20 g Veilchenwurzel, pulverisiert
  • 15 g Eichenrinde, pulverisiert

Vermischen Sie die vier Zutaten (alle in der Apotheke erhältlich) gründlich miteinander. Geben Sie die Mischung in ein verschließbares Gefäß. Pudern Sie Ihre Füße vor dem Anziehen der Strümpfe sowie vor dem Schlafen gehen gut damit ein.

Weiterhin eignen sich für die Selbstbehandlung bei Hyperhidrosis und Schweißfüßen Tees oder Tinkturen aus Salbei, durch welche die Schweißproduktion auf natürlichem Wege vermindert wird.

Tritt das Schwitzen an den Füßen vor allem in Stresssituationen auf, können Entspannungsübungen sehr hilfreich sein, um Stress und innere Unruhe bzw. Anspannung abzubauen. Bewährte Verfahren zum Stressabbau sind hier beispielsweise autogenes Training und die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson. (fp, nr; zuletzt aktualisiert am 27.1.2017)

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