Zitternde Hände / Händezittern

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Sind wir aufgeregt oder verängstigt, empfinden wir zitternde Hände als völlig normal. Was aber kann dahinter stecken, wenn uns das Zittern an den Händen regelmäßig und scheinbar ohne Grund heimsucht?

Inhaltsverzeichnis:
Synonyme
Zitternde Hände und die Folgen
Arten und Ursachen von Händezittern
Erkrankungen als Ursache für Händezittern
Natürliche und psychogene Formen
Naturheilkunde: Heilpflanzen und Homöopathie

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Synonyme

Zittern der Hände, Händezittern, Zittern an den Händen, zittrige Hände, Fingerzittern, zitternde Finger, Zittern an den Fingern, Tremor, Zylinderdistorsion der Hände, Triggerbänder an den Fingern.

Hände-Zittern
Viele Betroffene versuchen ihr Händezittern zu verbergen, indem sie gezielt bestimmte Haltungen einnehmen. (Bild: Karin Bangwa / pixelio.de)

Zitternde Hände und die Folgen

Zittern kann am ganzen Körper und am Kopf auftreten, zeigt sich jedoch am häufigsten an den Extremitäten, insbesondere durch zitternde Hände. Händezittern geht mit unbeabsichtigten, rhythmischen und i.d.R. symmetrischen Schlägen an Händen und Fingern einher und kommt durch abwechselndes Zusammenziehen gegensätzlich wirkender Muskelgruppen zustande. Je nachdem, in welcher Frequenz das Zittern erfolgt, wird es grob-, mittel- oder feinschlägiges Zittern genannt. Kann ein feines Zittern im Ruhezustand noch vor der Umgebung versteckt werden, so bedeutet es dennoch oftmals eine starke Einschränkung für den betroffenen Menschen, wenn Tasse oder Essbesteck nicht mehr zum Mund geführt werden können, ohne Getränk bzw. Nahrung zu verschütten oder sich gar zu „bekleckern“. Aus Scham und Peinlichkeitsgefühl wird nicht mehr außerhalb der eignen vier Wände gegessen, was bisweilen in soziale Isolation führen kann.

Arten und Ursachen von Händezittern

Der medizinische Fachausdruck für Zittern lautet Tremor. In der Medizin sind verschiedene Arten von Zittern bekannt. Sie werden danach unterschieden, ob sie in Ruhe auftreten oder sich in Aktion verstärken. Das Zittern kann dabei außerdem physiologisch, also natürlicherweise vorkommen oder aber pathologisch, d.h. krankhaft sein. Beim sogenannten essentiellen Tremor gibt es keinerlei erkennbare Ursache für das Zittern, außer, dass vielleicht schon bei Vater, Mutter oder Großeltern zittrige Hände bekannt waren.

Erkrankungen als Ursache für Händezittern

Beim Intentionstremor tritt das Zittern an den Händen besonders dann auf, wenn die betroffene Person eine zielgerichtete Bewegung machen, zum Beispiel nach einem Glas greifen wollen. Je mehr sich dabei die Hand dem Glas nähert, desto stärker wird das Zittern der Hände. Besonders bei Multipler Sklerose, akuter und chronischer (Alkohol-)Vergiftung sowie Verletzungen und Tumorerkrankungen des Kleinhirns tritt diese Form zitternder Hände auf.

Der Ruhetremor lässt dagegen gerade bei gezielten Bewegungen nach und verstärkt sich im Ruhezustand. Ein typisches Beispiel, bei dem v.a. Zeigefinger und Daumen zitternd aufeinanderschlagen, ist das sogenannte Münzenzähler- oder Pillendreherphänomen, das häufig als Symptom beim Parkinson-Syndrom beobachtet wird.

Auch Medikamente, vornehmlich Antidepressiva, Neuroleptika, Antiepileptika oder Lithium, können zitternde Hände verursachen. Eingesetzt werden diese Medikamente bei Beschwerdebildern wie Angst und depressives Syndrom, bei Krampfanfällen des Gehirns oder sogenannten schizoaffektive Störungen (z.B. manisch-depressives Syndrom).

Natürliche und psychogene Formen

Ein Haltetremor kann auftereten, wenn die Hände bewusst still gehalten werden sollen. Er ist eher feinschlägig und wird durch einen sinkenden Blutzuckerspiegel oder erhöhte Adrenalinausschüttung (z.b. bei Nervosität, innerer Unruhe und Aufregung) verstärkt. Umgangssprachlich „zittern wir vor Angst“ oder sind „vor Hunger schon ganz zittrig“. Ebenso kann ein starkes Untergewicht mit Schwächezuständen und Händezittern einhergehen. Zwar verstärken sich sämtliche Zitterformen durch Aufregung, ein rein psychisch begründetes Zittern lässt sich aber durch Ablenkung und Beruhigung vollständig unterbrechen. Auch vorübergehende Kreislaufbeschwerden bei Hypertonie oder Hypotonie, Hyperventilation und Panikattacken gehen vielfach mit zitternden Händen einher. Ist eine Neigung zum Händezittern schon in der Kindheit zu beobachten, handelt es sich meist um einen gutartigen, familiär vorkommenden Tremor. Dieser verstärkt sich in der Regel im Alter und wird dann als seniler Tremor bezeichnet.

Naturheilkunde: Heilpflanzen und Homöopathie

Ein neu auftretendes und anhaltendes Zittern der Hände sollte stets neurologisch abgeklärt werden. Besteht eine Grunderkrankung, etwa Multiple Sklerose oder die Parkinsonkrankheit, wird die Therapie gezielt danach ausgerichtet. Neben der konventionellen Behandlung können dabei auch Naturheilverfahren zur Anwendung kommen.

In der Pflanzenheilkunde sind einige Pflanzen bekannt, welche unterstützend auf die funktionelle Tätigkeiten des Nervensystems wirken, sei es in anregender oder beruhigender Weise. Gleichzeitig wirken solche Heilpflanzen vielfach krampflösend auf willkürliche und unwillkürliche Muskulatur und eignen sich dadurch zur positiven Beeinflussung von zitternden Händen. Solche Pflanzen, die ein überempfindliches oder angegriffenes Nervensystem regulieren und krampfende Muskeln entspannen können sind beispielsweise Haferstroh, Frauenschuh, Baldrian, Mistel, Passionsblume und Melisse.

In der Homöopathie, wo prinzipiell „Ähnliches mit Ähnlichem“ geheilt wird, werden bei Nervenstörungen Giftpflanzen eingesetzt, die unverdünnt die Nerven schädigen und zitternde Hände hervorrufen würden. Agaricus, hergestellt aus dem Gift des Fliegenpilzes, wirkt sich erfahrungsgemäß positiv auf neurologische Störungrn mit Zuckungen, Spasmen und Zittern beinahe sämtlicher Muskelgruppen aus. Es wird sowohl bei Multipler Sklerose als auch bei psychischer und motorischer Unruhe angewendet und kann auch zitternde Hände beruhigen, wenn es passend eingesetzt wird. Daneben stehen beispielsweise Wermut (Absinthium) und Gelber Giftjasmin (Gelsemium) zur Auswahl, die ebenfalls auf das zentrale Nervensystem einwirken und damit das Zittern an den Händen vermindern können. (Dipl.Päd. Jeanette Viñals Stein, Heilpraktikerin)