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Demenz-Risiko mit der richtigen Ernährung senken

Fabian Peters
Verfasst von Fabian Peters
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18. Juli 2026
in News
Verschiedenfarbige Obst und Gemüsesorten sind in Form eines Regenbogens angeordnet.
Die Polyphenole aus Obst und Gemüse können die Gesundheit des Gehirns stärken und das Demenzrisiko senken. (Viktar Malyshchyts/stock.adobe.com)
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Eine Ernährung mit hohem Gehalt an natürlichen Pflanzenstoffen, wie sie zum Beispiel in Beeren, nativem Olivenöl extra, Tee, Kakao und Kaffee enthalten sind, kann offenbar die Gesundheit des Gehirns im Alter stärken und das Demenz-Risiko senken.

Wie die Polyphenole in der Ernährung molekulare Mechanismen der Gehirnalterung und der Neurodegeneration beeinflussen, haben Forschende in einer aktuellen Übersichtsarbeit untersucht. Die in dem Fachmagazin „Nutrients“ veröffentlichten Ergebnisse lassen auf eine vielversprechende Wirkung gegen Alzheimer und andere Demenzerkrankungen schließen.

Demenz weltweit ein wachsendes Problem

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leiden weltweit mehr als 55 Millionen Menschen an einer Demenzerkrankung und diese Zahl wird in den kommenden Jahrzehnten voraussichtlich weiter steigen, erläutern die Forschenden.

Daher seien neue Ansätze zur Prävention und Behandlung dringend gesucht und auch Lebensstilfaktoren wie der Ernährung werde in der Forschung seit einiger Zeit erhöhte Aufmerksamkeit gewidmet.

Welchen Einfluss haben Polyphenole?

Anhand der Ergebnisse hunderter früherer Studien überprüfte das polnisch-ungarische Forschungsteam nun die Auswirkungen der Polyphenole in unserer Ernährung auf die Gehirngesundheit und das Demenz-Risiko.

In den ausgewerteten Studien wurden zum Beispiel Polyphenole wie EGCG aus grünem Tee, Resveratrol aus Weintrauben, Curcumin aus Kurkuma, Catechine aus Tee, Kakao-Flavanole und Anthocyane aus Beeren besonders häufig untersucht.

Die Forschenden widmeten sich zudem der mediterranen Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Fisch und Olivenöl ist, sowie der MIND-Diät, die viele Ansätze der mediterranen Diät aufgreift und speziell zur Förderung der Gehirngesundheit entwickelt wurde.

Vorteile für das Gehirn

Insgesamt zeigen die ausgewerteten Forschungsarbeiten, dass Polyphenole die Funktion von Nervenzellen durch ihre antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften unterstützen und gleichzeitig schädlichen Prozessen entgegenwirken können, die mit dem Altern des Gehirns verbunden sind.

„Polyphenole sind keine Wundermittel, doch die Forschung deutet darauf hin, dass sie vielversprechende Ansätze für ein gesundes Altern des Gehirns bieten können“, betont die Studienautorin Dr. Mónika Fekete von der Semmelweis-Universität.

So erscheint eine polyphenolreiche Ernährung als vielversprechender Ansatz zur Demenz-Prävention, obwohl laut den Fachleuten zu bedenken bleibt, dass ein erheblicher Teil der aufgenommen Polyphenole nicht direkt vom Körper absobiert wird.

Einfluss der Darmflora

Stattdessen werden die Pflanzenstoffe von Bakterien der Darmflora in Verbindungen umgewandelt, die Entzündungsprozesse und den zellulären Energiestoffwechsel und damit auch die Funktion des Nervensystems beeinflussen können, erläutern die Forschenden.

Da die Zusammensetzung Darmflora jedoch individuell stark variiere, sei es möglich, dass dieselben Lebensmittel nicht bei allen Menschen die gleichen biologischen Wirkungen auslösen.

„Dies könnte erklären, warum dieselbe Ernährungsweise nicht bei allen die gleiche Wirkung zeigt“, betont die Studienautorin Prof. Dr. Noémi Mózes von der Semmelweis-Universität.

Polyphenolreiche Lebensmittel kombinieren

Die bisherigen Studienergebnisse lassen laut den Fachleuten zudem darauf schließen, dass nicht eine bestimmte pflanzliche Verbindung alleine die positiven Effekte bewirkt, sondern die Kombination verschiedener polyphenolreicher Lebensmittel langfristig zu den Vorteilen für das Gehirn führt.

Der Schwerpunkt sollte zudem nicht auf Nahrungsergänzungsmitteln liegen, sondern auf einer abwechslungsreichen Ernährung, die reich an pflanzlichen Lebensmitteln ist, betonen die Forschenden. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Fabian Peters
Quellen:
  • Noémi Mózes, János Tamás Varga, Dominik Szwajgier, Agata Kryczyk-Poprawa, Virág Zábó, Andrea Lehoczki, Ágnes Lipécz, Tamás Csípő, Vince Fazekas-Pongor, Dávid Major, Péter Varga, Attila Matiscsák, Mónika Fekete: Dietary Polyphenols in Brain Aging: Molecular Mechanisms and Implications for Neurodegeneration; in: Nutrients (veröffentlicht 05.05.2026), mdpi.com
  • Semmelweis University: Dementia risk may also be reduced through diet (veröffentlicht 14.07.2026), eurekalert.org

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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