Nicht nur eine reduzierte Salzaufnahme, auch eine erhöhte Kaliumzufuhr ist hilfreich gegen Bluthochdruck. Die Kombination der beiden Ernährungsumstellungen ermöglicht eine deutlich verbesserte Blutdrucksenkung und kann darüber hinaus noch weitere Vorteile bieten.
Welchen Beitrag eine erhöhte Kaliumaufnahme bei der Behandlung von Bluthochdruck leisten kann, hat ein US-Forschungsteam um Prof. Dr. med. Naomi Fukagawa von der University of Vermont untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „American Journal of Clinical Nutrition“ veröffentlicht.
Salzaufnahme bei Bluthochdruck reduzieren
Weltweit sind mehr als 1,28 Milliarden Menschen von Bluthochdruck (Hypertonie) betroffen und dieser ist ein wesentlicher Risikofaktor für weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, erläutern die Forschenden.
Insbesondere ausreichend Bewegung, der Abbau von Übergewicht und Ernährungsumstellungen gelten dabei als aussichtsreiche Behandlungsansätze. Vor allem wird den Betroffenen meist eine Reduzierung der Natriumaufnahme empfohlen, berichtet das Forschungsteam.
Doch Natrium (Salz) ist in vielen Lebensmitteln enthalten und oft wird die empfohlene Höchstmenge unwissentlichen überschritten. So liegt die durchschnittliche Natriumaufnahme laut den Forschenden weiterhin über den empfohlenen Werten, während die Kaliumzufuhr oft weit von einem optimalen Niveau entfernt sei.
Weniger Salz, mehr Kalium
Die übermäßige Natriumaufnahme und eine unzureichende Kaliumzufuhr seien beides wesentliche, beeinflussbare Faktoren, die zu erhöhtem Blutdruck beitragen. Inwiefern Strategien zur Natriumreduzierung und zur Kaliumanreicherung hier helfen können, verdeutlicht der aktuelle Fachbeitrag.
Demnach kann eine reduzierte Salzaufnahme bei gleichzeitig erhöhter Aufnahme von Kalium (das auch als Salzersatz dienen kann) die Blutdrucksenkung wesentlich verbessern. Daher sollten Empfehlungen für die öffentliche Gesundheit Natrium und Kalium gemeinsam berücksichtigen, so das Forschungsteam.
„Es ist an der Zeit, ernährungsbezogene Maßnahmen ganzheitlich zu betrachten, da Nahrungsbestandteile interagieren und physiologische Prozesse systemübergreifend zusammenwirken“, ergänzt die Studienautorin Prof. Fukagawa.
Eine Erhöhung der Kaliumzufuhr bei gleichzeitiger Verringerung der Natriumaufnahme könne dazu beitragen, Bluthochdruck besser in den Griff zu bekommen, und daher sollten beide Ansätze Teil der Behandlung von Bluthochdruck sein.
Wer an Bluthochdruck leidet, sollte sich demnach einerseits möglichst salzarm ernähren und anderseits viele kaliumreichen Lebensmitteln wie Bananen, Avocados, Aprikosen oder Feldsalat verzehren. (siehe: Diese Lebensmittel haben besonders viel Kalium)
Auch die Leber kann profitieren
Die erhöhte Kaliumaufnahme könnte dabei auch weitere Gesundheitsvorteile mit sich bringen, wie beispielsweise für die Leber. So zeigt eine in dem „International Journal of Endocrinology“ veröffentlichte Studie, das eine kaliumreiche Ernährung gegen nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen helfen kann.
Demnach lassen sich von einer erhöhten Kaliumaufnahme verschiedene positive Gesundheitseffekte erwarten, was umso mehr dafür spricht, diese in die Behandlungsempfehlungen bei Bluthochdruck zu integrieren. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Naomi K. Fukagawa, Paul A Welling, Janice Johnson, Kristin Reimers, Soo-Yeun Lee, Patricia Zecca: Rethinking the Impact of Dietary Sodium and Potassium on Blood Pressure to Advance Public Health; in: The American Journal of Clinical Nutrition (veröffentlicht 01.07.2026), sciencedirect.com
- University of Vermont: New strategy for controlling hypertension (veröffentlicht 30.07.2026), eurekalert.org
- Hao-Kai Chen, Qi-Wen Lan, Yu-Jia Li, Qing Xin, Run-Qi Luo, Jun-Jie Wang: Association between Dietary Potassium Intake and Nonalcoholic Fatty Liver Disease and Advanced Hepatic Fibrosis in U.S. Adults; in: International Journal of Endocrinology (veröffentlicht 15.07.2024), onlinelibrary.wiley.com
Wichtiger Hinweis:
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