Irländisches Moos (Chondrus Crispus)

Irländisches Moos als Heilpflanze

Das Irländische Moos ist tatsächlich gar kein Moos, sondern eine Alge und zwar eine sogenannte Rotalge. Gerne wird diese Pflanze bei uns Knorpeltang genannt. Gängig ist auch der Name Carrageen, benannt nach einem Küstenort in Irland. Diese Alge ist bekannt als Heilmittel, in der Kosmetik und als Verdickungsmittel in der Lebensmittelindustrie.

Steckbrief: Irländisches Moos (Chondrus Crispus)

  • Wissenschaftlicher Name: Chondrus Crispus
  • Volksnamen: Felsenmoos, Knorpeltang, Irländischer Perltang, Perlmoos
  • Pflanzenfamilie: Gigartinaceae
  • Vorkommen: Küsten des nordatlantischen Ozeans
  • verwendete Pflanzenteile: ganze Alge
  • Inhaltsstoffe: Schleimstoffe, Proteine, Mineralstoffe, Farbstoffe
  • Anwendungsgebiete: Atemwegserkrankungen, Magenschleimhautentzündung, in der Kosmetik, als Lebensmittel
  • Heilwirkung: Irländisches Moos wirkt reizlindernd, schleimlösend, leicht abführend, wundreinigend, auswurffördernd, bindegewebsstärkend und antiviral.
Eine Übersicht zu den Anwendungsgebieten des Irländischen Moos.
Irländisches Moos: Eine Übersicht zu den Anwendungsgebieten. (Bild: Hedvika / stock.adobe.com)

Papillomavirus

Sexuell übertragbare humane Papillomaviren (HPV) werden mit der Entstehung von Gebärmutterhalskrebs in Verbindung gebracht. Untersuchungen ergaben, das Carrageen, das eine Art sulfatiertes Polysaccharid darstellt und aus den Rotalgen gewonnen wird, ein Infektionshemmer für sexuell übertragbare HPV ist. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass in manchen frei verkäuflichen vaginalen Gleitmitteln dieser Stoff enthalten ist.

Teezubereitung

Aus dem irländischen Moos kann auch ein Tee zubereitet werden. Dafür wird ein Teelöffel der Alge mit circa 150 Milliliter kochendem Wasser übergossen. Nach rund zehn bis 15 Minuten kann dieser abgeseiht werden. Der Tee wird angewandt bei Reizungen der Schleimhäute, zum Beispiel der Magenschleimhäute, bei Atemwegsentzündungen und bei Erkältungen.

Für die Haut

Äußerlich verwendet wirkt das irländische Moos feuchtigkeitsspendend, schützend, heilend und nährend. Diese Rotalge macht trockene Haut geschmeidig, kräftigt Haar und Nägel und lässt das Haar seidig glänzen. Des Weiteren hilft die Anwendung mit dem Moos bei Hautausschlägen, Ekzemen sowie bei der Linderung von Sonnenbrand.

Für die äußerliche Anwendung ist das Gel eine gute Möglichkeit. Dies kann leicht selbst hergestellt werden. Dafür werden ein bis zwei Esslöffel der getrockneten Rotalge zuerst gut gewaschen und dann in circa 200 Milliliter kaltes Wasser eingerührt und ungefähr zehn Minuten auf kleiner Flamme gekocht. Danach wird ist das entstandene Gel durch ein Sieb, welches mit einem Zellstofftuch ausgelegt ist, gefiltert, um die Schwebestoffe zu entfernen.

Das fertige Gel hat eine durchsichtige, leicht gelbliche und sehr homogene Konsistenz. Es wirkt kühlend, beruhigend und glättend. Das Gel wird entweder frisch verwendet oder kann in kleine Döschen abgefüllt werden, die zur Aufbewahrung eingefroren werden sollten.

Irländisches Moos in Lebensmitteln

Irländisches Moos dient in vielen Lebensmitteln als Bindemittel, beispielsweise anstatt von Gelatine, Pektin, Agar-Agar. Die Alge findet Anwendung in Smoothies, Desserts, Eis und Cremes. Veganerinnen und Veganern wird das Irländische Moos empfohlen, da dies reich an B-Vitaminen, an Vitamin C und D ist und zudem viele Mineralien enthält. Auch sind darin Schwefelverbindungen, Pektin und Aminosäuren enthalten (z.B. Taurin), Stoffe, die in einer veganen Ernährung häufig fehlen.

Irländisches Moos als Zusatzstoff

In Lebensmitteln wir das Irländische Moos (Carrageen) zur Stabilisierung verwendet und zwar als Zusatzstoff E 407 zum Beispiel in Wurstwaren, Marmeladen und Desserts.

Lagerung

In der Regel wird das irländische Moos in trockener Form verkauft. Trocken und kühl gelagert, kann dies ungefähr ein Jahr aufbewahrt werden. Wird das Moos eingeweicht, so ist dies im Kühlschrank zu lagern und innerhalb von zwei bis drei Wochen zu verbrauchen. Dafür muss es jedoch jeden zweiten Tag gespült werden.

Vorbereitung zum Kochen

Das trockene irländische Moos wird zuerst mehrfach gut abgespült, damit sich alle Verunreinigungen lösen, anschließend in einen hohen Behälter gefüllt und mit kaltem Wasser aufgefüllt. Das Ganze sollte solange weichen, bis sich die Größe mindestens verdoppelt hat. Dies kann bis zu 48 Stunden dauern, je nachdem wo sich der Behälter befindet – im Kühlschrank dauert dies beispielsweise länger.

Das Einweichwasser wird anschließend abgegossen, das Moos nochmals gut gespült und mit etwas frischem Wasser zusammen gut püriert, sodass keine Klümpchen mehr enthalten sind. Jetzt kann die Paste zum Beispiel zum Andicken von Saucen verwendet werden. Der Verzehr der Alge ist gut für die Gelenke und die darin enthaltenen Nährstoffe sind gerade für Sportlerinnen und Sportler ein zu empfehlendes Superfood.

Pudding mit Irländischem Moos

Für den Pudding benötigen Sie 12 Gramm irländisches Moos, einen halben Liter Milch oder Milchersatz, die geriebene Schale einer Biozitrone, etwas Vanille, ein großes Ei und drei Esslöffel Zucker. Zuerst wird das trockene Moos gründlich gewaschen und anschließend in Wasser für circa 15 Minuten eingeweicht. Das Ganze wird dann wieder gründlich abgespült und mit der Milch, der Zitronenschale und der Vanille in einem Topf circa 20 bis 25 Minuten bei schwacher Hitze geköchelt.

Während das Moos kocht, schlagen Sie das Eigelb mit dem Zucker zu einer cremigen Masse. Ist das Milchgemisch fertig, gießen Sie dies durch ein Sieb zu dem Eigelb-Zucker-Gemisch. Das Ganze wird dann weiter erhitzt um sich gut vermengen zu können. Nach dem Abkühlen rühren Sie das geschlagene Eiweiß unter den Pudding und stellen ihn dann für eine Weile in den Kühlschrank. (sw)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Susanne Waschke
Quellen:
  • Bährle-Rapp, Marina: Springer Lexikon Kosmetik und Körperpflege, 2. Auflage, Springer-Verlag, 2004
  • Pahlow, Mannfried.: Das große Buch der Heilpflanzen, Nikol Verlag, 2013
  • Bidwell, R.G.S., McLachlan, J., Lloyd, N.D.H., Botanic Marina: Tank Cultivation of Irish Moss, Chondrus crispus Stackh., 23.10.2009, degruyter.com
  • Steinegger, Ernst / Hänsel, Rudolph: Lehrbuch der Pharmakognosie und Phytopharmazie, Springer-Verlag Berlin Heidelberg, 4. Auflage, 1988
  • Buck,Christopher,B, Thompson,Cynthia,D, Roberts,Jeffrey,N, Müller,Martin, Lowy,Douglas,R, Schiller,John,T: Carrageenan Is a Potent Inhibitor of Papillomavirus Infection, 2006,, ncbi.nlm.nih.gov

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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