Schisandra (Spaltkörbchen)

Bei uns sind die roten Beeren des Spaltkörbchens (Schisandra) bislang noch ein völliges Novum. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) dagegen werden Schisandra-Beeren schon seit Jahrtausenden zur Behandlung verschiedener Krankheiten eingesetzt, darunter schwere Organentzündungen wie Hepatitis.

Beinamen wie „Die Frucht der fünf Heilwirkungen“ gehen dabei einerseits auf den recht außergewöhnlichen Geschmack der Beere zurück, der sich durch fünf verschiedene Aromakomponenten auszeichnet. Andererseits lassen sich der Schisandra-Beere tatsächlich auch fünf unterschiedliche Wirkungsbereiche zuschreiben, was die Frucht aus heilpflanzlicher Sicht besonders interessant macht. Doch welche Inhaltsstoffe verleihen dem Spaltkörbchen sein aromageladenes Heilungspotential und wie genau lassen sich die Beeren anwenden? Antworten hierzu finden Sie nachstehend in unserem Beitrag zum Thema.

Steckbrief zum Spaltkörbchen

  • Wissenschaftlicher Name: Schisandra
  • Volkstümliche Namen: China-Beere, Wu Wei Zi, Frucht der fünf Geschmacksrichtungen
  • Herkunft: Asien
  • Verwendete Pflanzenteile: Beerenfrüchte
  • Anwendungsgebiete: Organentzündungen, Immunschwächen, Herzkreislaufschwächen, Nervenschwächen, Hormonstörungen

Pflanzenportrait: Ein Vermächtnis des Roten Kaisers

Das Spaltkörbchen ist eine bis zu neun Meter hoch wachsende Kletterpflanze aus der Familie der Sternanisgewächse (Schisandraceae) und überwiegend in China verbreitet. Hier wurde die Schisandra auch erstmals medizinisch erwähnt und schon früh als Vermächtnis des legendären Roten Kaisers Shennong beschrieben.

Meister Shennong gilt in China nicht nur als Urkaiser aller späteren Kaiserdynastien, sondern auch als der erste von den Göttern bestimmte Heilkräuterspezialist, weshalb er traditionell den Beinamen “Göttlicher Landwirt” trägt. Für die Traditionelle Chinesische Medizin hat diese mystische Gestalt einen besonders hohen Stellenwert, sollen doch zahlreiche Heilpflanzen, die noch heute in der TCM genutzt werden, von Shennong erstmals beschrieben und erforscht worden sein. Zu diesen Heilkräutern zählt auch die Schisandra-Beere.

Meister Shennong soll die Schisandra-Beere bereits 2600 v. Chr. in seinem berühmten Heilkräuterkompendium „Klassisches Werk der Wurzeln und Kräuter nach Shennong“ (神农本草经) schriftlich erwähnt haben. Der Überlieferung zufolge ist der dreiteilige Buchband die älteste Schriftlehre der Traditionellen Chinesischen Medizin und somit wie eine Bibel für TCM-Ärzte und Spezialisten der asiatischen Heilkunst. Zwar sind sich Historiker nicht ganz einig darüber, ob dieses Buch tatsächlich und ausschließlich aus der Feder Shennongs stammt, am Wahrheitsgehalt der darin getätigten Aussagen lässt sich jedoch nicht zweifeln. So wird die Beere im genannten Kräuterbuch zum Beispiel als

  • energiespendend,
  • lebensverlängernd
  • und verjüngend

beschrieben, was die Heilwirkung des Spaltkörbchens recht gut erfasst. Die chinesische Medizin gab der Beere im Laufe der Zeit außerdem den Namen Wu Wei Zi (五味子), was so viel wie „Frucht der fünf Geschmacksrichtungen“ bedeutet. Gemeint sind damit die vielfältigen Geschmacksnuancen der Schisandra-Beere, denn während Schale und Fruchtfleisch der Beere süß-sauer schmecken, haben ihre Samenkerne ein scharf-bitteres und salziges Aroma.

Mit dieser vielseitigen Geschmacksvarietät ist das Spaltkörbchen im Übrigen einzigartig. Es gibt außer ihr keine andere Beere, die das gesamte Geschmacksspektrum abdeckt.

Schisandra-Beeren liegen in einer Schale und zusammen mit drei Blättern neben dieser auf dem Tisch.
Die Schisandra-Beere ist vom Geschmack her einzigartig, denn sie schmeckt gleichzeitig sauer, süß, salzig, bitter und scharf. (Bild: leonid_shtandel/stock.adobe.com)

Medizinisch genutzt wird von den 25 bis 30 verschiedenen Arten der Schisandra vor allem das “Chinesische Spaltkörbchen” (Schisandra chinensis). In China schreibt man jedem der fünf Aromen dieses Spaltkörbchens eine ganz besondere, energetische Heilwirkung zu. Interessanterweise lassen sich die Hauptanwendungsgebiete diesbezüglich tatsächlich in fünf Oberkategorien einteilen, nämlich:

  1. Organische Entzündungen:
    v.a. Leberentzündung, Blasenentzündung und Nierenentzündung.
  2. Immunologische Störungen:
    z.B. durch Infektionskrankheiten, Stress oder angeborene Immunschwächen.
  3. Neuronale Störungen:
    z.B. Gedächtnisschwäche, Nervenschwäche, Schlaflosigkeit oder innere Unruhe.
  4. Herz-Kreislauf-Beschwerden:
    z.B. Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen oder Burn-Out.
  5. Hormonelle Beschwerden:
    z.B. Libido-Störungen, Prämenstruelles Syndrom (PMS), menopausale Beschwerden oder Unfruchtbarkeit.

Aufgrund dieser vornehmbaren Einteilung ist die Frucht der fünf Geschmäcker alternativ auch unter dem Namen „Frucht der fünf Energien“ oder „Frucht der fünf Elemente“ bekannt. In Anlehnung an die Hauptanwendungsgebiete soll die Schisandra-Beere also vor allem Energiedefiziten in (Geschlechts-)organen und im Immun-, Nerven- und Herz-Kreislauf-System beikommen. Durch diese gezielte Wirkung auf die systemischen Funktionen des Körpers soll sich ferner eine ganzheitliche Gesundheitswirkung mit lebensverlängerndem Potential ergeben.

Inhaltsstoffe und Wirkung

Wegen ihrer roten Färbung wird die Schisandra-Beere gerne mit der ebenfalls aus China stammenden Goji-Beere verwechselt. Allerdings unterscheiden sich die beiden „China-Beeren“ deutlich in Sachen Inhaltsstoffe, wobei jene der Schisandra eine wesentlich intensivere Wirkung besitzen. Neben diversen Nährstoffen, die unser Körper täglich braucht, enthält das Spaltkörbchen auch seltene Pflanzenhormone sowie eine Reihe gesunder Fettsäuren und Lipide. Im Detail lassen sich folgende Inhaltsstoffe als besonders relevant für die Gesundheitswirkung der Schisandra-Beere nennen:

  • Lignane,
  • Mineralien,
  • Phytosterine,
  • Proteine,
  • ungesättigte Fettsäuren
  • und Vitamine.
Auf einem Tisch steht ein kleiner Metalleinmer, der mit Gojibeeren gefüllt ist.
Die ebenfalls aus China stammende Goji-Beere sieht der Schisandra-Beere sehr ähnlich. (Bild: tunedin/stock.adobe.com)

Lignane sind hauptverantwortlich für die Fünffachwirkung

Nach aktuellem Forschungsstand lassen sich die Lignane der Schisandra-Beere als hauptverantwortlich für die Fünffachwirkung der heilsamen Frucht bezeichnen. Lignane gehören zur Gruppe der sogenannten Pflanzenhormone (Phytohormone). Der Begriff beschreibt pflanzliche Inhaltsstoffe, die im menschlichen Körper eine hormonähnliche Wirkung entfalten, und das bisweilen auf sehr unterschiedliche Art und Weise. Je nachdem, um welches Lignan es sich handelt, können diesbezüglich

  • antioxidative,
  • desinfizierende,
  • entzündungshemmende,
  • immunstärkende,
  • nervenberuhigende,
  • schlaffördernde und beruhigende,
  • potenz- und fruchtbarkeitsfördernde
  • sowie lindernde Effekte bei Menstruationsbeschwerden

festgehalten werden. Ein äußerst umfangreiches Wirkspektrum also, das bei Gesundheitsbeschwerden sehr variabel eingesetzt werden kann. Da jedes Lignan aber für sich sehr individuell wirkt, müsste man für gewöhnlich spezielle Präparate einnehmen, um eine Kombinationswirkung zu erzielen.

Die Frucht der fünf Geschmäcker zeigt sich hier aber nicht nur aromatisch sehr vielseitig. Auch die in ihr enthaltenen Lignane, die etwa 19 Prozent des Wirkstoffgehalts ausmachen, decken so ziemlich jede der genannten Wirkungsweisen von Pflanzenhormonen ab. Insgesamt sind es über 35 verschiedene Lingnan-Arten, die in der Schisandra-Beere zum Tragen kommen. Die wichtigsten sind:

  • Gomisine,
  • Schisandrine,
  • Schisandrole,
  • Schisantherine
  • und Neoschisandrin.

Es fällt auf, dass der Name vieler Lignane in der Schisandra-Beere deren wissenschaftlicher Fachbezeichnung entlehnt ist. Das kommt ganz einfach daher, dass besagte Lignan-Arten ausschließlich in den Beeren der Schisandra zu finden sind und folglich auch erstmals in der Frucht entdeckt wurden. Zu den wichtigsten Gesundheitsbeschwerden, die sich durch Einnahme der Lignane behandeln lassen, zählen dabei:

  • Immunschwäche,
  • Kreislaufschwäche,
  • Nervenschwäche,
  • entzündliche Organschwäche
  • und hormonelle Störungen.
Schematische Darstellung verschiedener Mineralstoffe und Spurenelemente in Form von Sechsecken, in deren Mitte jeweils die Abkürzungen der Stoffe stehen.
In den kleinen roten Beeren des Spaltkörbchens stecken unter anderem jede Menge wertvolle Mineralstoffe. (Bild: alfaolga/stock.adobe.com)

Mineralstoffe und Spurenelemente

Weiterhin findet man in der Schisandra viele essenzielle Mineralien und Spurenelemente, die ebenfalls ihren Teil zur Gesundheitswirkung der Beere beitragen. Zu erwähnen sind hier insbesondere:

  • Cobalt,
  • Eisen,
  • Jod,
  • Kalzium,
  • Kalium,
  • Magnesium,
  • Natrium,
  • Phosphor,
  • Selen
  • und Zink.

Gerade Spurenelemente wie Selen lassen sich in Lebensmitteln häufig nur sehr spärlich finden, weshalb das Spaltkörbchen auch diesbezüglich eine wertvolle Nährstoffquelle darstellt. Selen wirkt im Körper als Antioxidans, das freie Radikale einfängt und so die Herz- und Gefäßgesundheit unterstützt. Und auch dem Immunsystem tut eine extra Portion Selen sehr gut, da freie Radikale neben Herz und Blutgefäßen auch der Körperabwehr stark zusetzen. Wird ihr Vorkommen im Körper reduziert, hat das Immunsystem folglich wieder mehr Energie übrig, um sich der eigentlichen Erregerabwehr zu widmen.

Ebenfalls für Herz und Blutkreislauf wichtig sind die Mineralien Eisen, Kalium und Magnesium. Bei einem Mangel kann es hier sehr schnell zu Herzrhythmusstörungen und Herzinsuffizienz kommen. Zwei Beschwerden, gegen die Schisandra nur allzu gerne eingesetzt wird. Und auch den Nerven tun die in der Beere enthaltenen Mineralstoffe gut, indem sie die Signalleitung der Nervenfasern verbessern und so deren Funktionalität optimieren.

3D-Darstellung von Nervenfasern.
Die in den Beeren enthaltenen Mineralstoffe unterstützen die Funktion der Nervenfasern. Durch diese werden elektrische Impulse in weit entfernte Teile des Gehirns und des Körpers weitergeleitet. (Bild: ag visuell/stock.adobe.com)

Phytosterine

Immer wieder erwähnt werden die in Schisandra-Beeren enthaltenen Phytosterine (auch Phytosterole genannt) als wichtige Nebenkomponente der heilsamen Inhaltsstoffe. Dahinter verbergen sich pflanzliche Substanzen, die eine äußerst interessante Wirkung auf die Blutgefäße und den Verdauungstrakt haben. Durch ihre besondere Eigenschaft, Cholesterin an sich zu binden und zugleich leicht verdaulich zu sein, können diese pflanzlichen Sterine nämlich erfolgreich

  • Leber- und Galle entlasten,
  • die Verdauung anregen,
  • die Cholesterin-Werte im Blut senken
  • und so Arteriosklerose und Leberverfettung vorbeugen.

Phytosterine sind Membranlipide, welche die Cholesterinaufnahme im Darm hemmen, was zum einen den Cholesterinwert im Blut senkt, zum anderen aber auch die Fettverdauung entlastet. Dies kommt vor allem der Leber zugute, welche als wichtigste Organeinheit zur Zersetzung von Lebensmittelfetten gilt. Ebenso scheinen sie die Verdauung insgesamt anzuregen und somit den Stoffwechsel zu verbessern. Ferner sind Phytosterine dafür bekannt, bei Männern bestehende Beschwerden beim Wasserlassen zu minimieren, weil sie die Prostata leicht vergrößern.

Proteine

Gemeinsam mit Mineralstoffen bilden Proteine, die in der Frucht der fünf Energien mit bis zu 13 Prozent ebenfalls sehr reichhaltig vorkommen, die Energielieferanten schlechthin. Dadurch verstärkt sich der vitalisierende Effekt des Spaltkörbchens auf den Stoffwechsel weiter. Auch sind Proteine für die Funktionalität des Immunsystems unabdingbar, bestehen Immunabwehrzellen doch allesamt aus Eiweiß. Gleiches gilt für die weißen Blutkörperchen, zu denen auch die Abwehrzellen gehören.

Aufgehäufte getrocknete Schisandra-Beeren liegen auf weißem Untergrund..
In den Kernen der Schisandra-Beere stecken reichlich ungesättigte Fettsäuren. Diese wirken sich unter anderem positiv auf das Herz-Kreislaufsystem aus. (Bild: emuck/stock.adobe.com)

Ungesättigte Fettsäuren

Phytosterine sind vor allem in Pflanzen und Früchten mit hohem Fettgehalt sehr stark konzentriert. Bei der Schisandra-Beere sind dies überwiegend ungesättigte Fettsäuren, die gemeinhin als die „gesunden“ Fette bezeichnet werden. Sie tummeln sich mit einem Anteil von etwa 33 Prozent vor allem in den scharf-bitteren Kernen und werden dort hauptsächlich von

  • Linolsäure,
  • Linolensäure
  • und Ölsäure

gestellt. Hervorzuheben ist hierbei neben der energiespendenden Eigenschaft der ungesättigten Fettsäuren vor allem deren

  • entzündungshemmende,
  • herzstärkende,
  • gefäßschützende,
  • blutreinigende
  • und entschlackende

Wirkung. Ihretwegen werden die Fettsäuren unter anderem zur Behandlung bzw. Vorbeugung von

eingesetzt. Vor allem Linolsäure wirkt außerordentlich gut gegen Hautirritationen und ist darum standardmäßig zur Therapie schwerer Hauterkrankungen wie Dermatitis in Anwendung. Verschiedene Hautcremes machen sich schon seit Jahrzehnten den guten Hautschutz der ungesättigten Fettsäure zunutze.

Vitamine

Ebenfalls auffällig an der Schisandra sind ihre zahlreichen Vitamine, die mit

  • Provitamin A,
  • Vitamin B,
  • Vitamin C
  • und Vitamin E

sehr großzügig in der roten Beere vertreten sind. Nun liefern Vitamine dem Körper zwar keine Energie, werden vom Stoffwechsel jedoch dringend benötigt, um Organ- und Systemfunktionen am Laufen zu halten. Außerdem gelten gerade Vitamin B, C und E als wichtiger Bestandteil sogenannter Nervennahrung. Die Vitamine verbessern nämlich, ähnlich wie einige bereits erwähnte Mineralien, die Nervenfunktion und können so vor Nervenbeschwerden schützen.

Anwendung und Dosierung

Die geballte Ladung an Inhaltsstoffen lässt es bereits vermuten: Die Schisandra-Beere ist keine gewöhnliche Beere. Dementsprechend kann sie auch nicht wie andere Beeren nach Belieben in Fruchtdesserts oder Smoothies gemischt werden. Denn einige der Inhaltsstoffe können bei Überdosierung leicht unerwünschte Nebenwirkungen hervorbringen.

Achtung: Als Faustregel gilt daher nach traditioneller Anwendung: Eine Schisandra-Beere pro Kilogramm Körpergewicht, bei einer Tagesdosis von maximal 15 Gramm.

Dies bedeutet, dass man mit dem Spaltkörbchen besser keine vollständigen Desserts zubereitet, sondern sie allenfalls zum Garnieren oder als schwach dosierte Nebenzutat nutzt. Noch besser ist die Anwendung als Teekraut, denn hier lässt sich die getrocknete Schisandra-Beere deutlich einfacher dosieren. Alternativ gibt es Kapseln aus dem Pulver der gemahlenen Schisandra-Beere.

Ein Glas mit Schisandra-Tee, daneben ein Tee-Ei und einige Schisandra-Beeren.
Getrocknete Schisandra-Beeren eignen sich wunderbar für die Zubereitung eines wohltuenden Früchte-Tees. (Bild: monamakela.com/stock.adobe.com)

Schisandra-Beeren als Teekräuter

Ein Tee aus getrockneten Schisandra-Beeren oder gemahlenem Schisandra-Pulver ist die einfachste Form der Anwendung und hilft eigentlich bei allen innerlichen Beschwerden. Abermals sei hier die empfohlene Tagesdosis erwähnt, wobei wir für einen Teeaufguss folgendes Vorgehen vorschlagen:

  • Geben Sie einen gestrichenen Teelöffel der Schisandra (ca. 3,5 Gramm) in eine Tasse kochendes Wasser.
  • Lassen Sie den Sud zehn Minuten lang ziehen.
  • Danach filtern Sie den Tee durch ein Sieb.
  • Ein solcher Tee kann zweimal täglich genossen werden.

Schisandra-Kapseln für gezielte Stärkung

Wer einmalig unter Energiedefiziten leidet oder sich die Anwendung der Schisandra schlichtweg erleichtern möchte, der kann auch Kapseln aus gemahlenem Pulver bzw. Extrakt der China-Beere zu sich nehmen. Hier verweisen wir allerdings auf die individuellen Herstellerangaben zur Dosierung, denn nicht in jedem Präparat sind die Wirkstoffe gleich hoch dosiert. Gemeinhin wird Erwachsenen aber zu folgender Dosierung geraten:

  • Ein Mal täglich zwei Kapseln der Schisandra,
  • diese nach den Mahlzeiten einnehmen
  • und dazu viel Wasser trinken.

Nebenwirkungen und Gegenanzeigen

Zu viel Schisandra vermindert deren heilsame Wirkung. Vielmehr bringt die hochdosierte Kombination aus Pflanzenhormonen den Hormonhaushalt und Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht, wodurch sich eher nachteilige Wirkungen einstellen können. Es ist darum wichtig, die Frucht der fünf Energien maßvoll zu dosieren.

Der starke Säuregehalt der Schisandra kann bei Überdosierung zu saurem Aufstoßen führen. Auch Durchfall ist als Nebenwirkung einer Überdosis Spaltkörbchen bekannt.

Im Vordergrund sind verschiedene medizinische Begriffe und Symbole abgebildet, im Hintergrund füllt ein Mediziner in weißem Kittel ein Formular auf einem Klemmbrett aus.
Es existieren mittlerweile mehrere Studien, in denen positive Effekte der Schisandra-Beere auf die Gesundheit nachgewiesen werden konnten. (Bild: BillionPhotos.com/stock.adobe.com)

Studienergebnisse zur Schisandra-Beere

Von den „fünf Energien“ der Schisandra-Beere sind inzwischen zumindest vier wissenschaftlich belegt. Die Wirkung bei hormonell bedingter Unfruchtbarkeit wurde bislang zwar noch nicht ausreichend erforscht, jedoch gibt es eine Studie der Sungkyunkwan University in Südkorea, die den positiven Effekt von Schisandra chinensis bei ebenfalls hormonell bedingten Beschwerden während der Menopause belegt. Er wurde von 2014 bis 2015 an verschiedenen Probandinnen zwischen 40 und 70 Jahren festgestellt, die sich zu Studienzwecken ein Jahr lang mit der China-Beere behandeln ließen.

In Sachen lindernder Effekt bei Organentzündungen ist eine Studie der chinesischen Beihua Universität zu erwähnen. Die Forscher extrahierten hier bestimmte Polysaccharide (Mehrfachzucker) aus den Lignanen der Schisandra und verabreichten sie einer an Hepatitis erkrankten Maus. Mit Erfolg, denn die Leberwerte der Maus ließen sich mit einer Rate von bis zu 28 Prozent zurück in den normalen Bereich führen.

Dass Schisandra-Beeren tatsächlich einen Stärkungseffekt auf das Immunsystem haben, konnten Wissenschaftler aus Korea bestätigen. Sie isolierten einen gegen allergische Reaktionen wirksamen Stoff aus der roten Beere, den sie in ihrem Studienfazit sogar zur Behandlung von Asthma empfahlen.

Auch die Schutzfunktion der Schisandra vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist kein Mythos, wie eine weitere koreanische Studie zeigt. Einzig der Effekt der China-Beere bei Nervenbeschwerden ist bislang nicht wissenschaftlich, sondern nur durch positive Patientenerfahrungen belegt.

Fazit

Der Beiname der Schisandra „Frucht der fünf Energien“ kommt nicht von ungefähr. In der Tat scheint die rote Beere heilsame Wirkung in genau fünf Gesundheitsspektren zu haben, die

  • Organentzündungen,
  • Immunschwächen,
  • Herz-Kreislauf-Beschwerden,
  • Nervenschwächen
  • und hormonelle Störungen

umfassen. Dabei sollte man die Schisandra-Beere aber nicht wie andere Früchte undosiert verarbeiten. Denn nur, wenn die Dosierung stimmt, entfaltet das Spaltkörbchen seine heilsame Wirkung, ohne unerwünschte Nebenwirkungen hervorzurufen. (ma)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autoren:
Miriam Adam, Barbara Schindewolf-Lensch
Quellen:
  • Sharamon, Shalila und Baginski, Bodo J.: Die Schisandra-Beere. Wu Wei Zi. Die Frucht der fünf Elemente. Die Gesundheitsbeere für jugendliche Vitalität und Wohlbefinden, Windpferd Verlag, 2011
  • Park, J.Y. und Kim K.H.: A randomized, double-blind, placebo-controlled trial of Schisandra chinensis for menopausal symptoms, in: Climacteric, Volume 19, Issue 6, 2016, 574-580, PubMed
  • Wang, Chun-Mei; Yuan, Rong-Shuang; Zhuang, Wen-Yue et al.: Schisandra polysaccharide inhibits hepatic lipid accumulation by downregulating expression of SREBPs in NAFLD mice, in: Lipids in Health and Disease, 15, Article number: 195 (2016) , BMC
  • Lee, Kyoung-Pil; Kang, Saeromi; Park, Soo-Jin et al.: Anti-allergic effect of α-cubebenoate isolated from Schisandra chinensis using in vivo and in vitro experiments, in: Journal of Ethnopharmacology, Volume 173, Pages 361-369, 15 September 2015, ScienceDirect
  • Chun, Jung Nyeo; Choc, Minsoo; So, Insuk; Jeon, Ju-Hong: The protective effects of Schisandra chinensis fruit extract and its lignans against cardiovascular disease: A review of the molecular mechanisms, in: Fitoterapia, Volume 97, Pages 224-233, September 2014, ScienceDirect

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.


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