Coronavirus – Symptome, Ansteckung und Vorbeugung

Eine neue Form des Coronavirus (SARS-CoV-2) verbreitet sich seit Januar 2020 von China ausgehend in der Welt und gilt laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit dem 30.01.2020 als gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite. Hot Spots sind heute neben China Südkorea, Italien, Japan und Iran. Die WHO hält dieses Coronavirus für eine potenzielle Pandemie: Eine Pandemie ist eine Krankheit, die sich schnell weiter verbreitet, ganze Länder und Kontinente erfasst.

Coronavirus – Was ist das?

Coronaviren (CoV) lösen Erkrankungen bei Wirbeltieren aus und manche können dabei Artschranken übertreten und auf Menschen übergehen. Auch SARS-CoV und MERS-CoV waren Coronaviren, die bei Menschen Erkrankungen auslösten. Diese Viren gibt es weltweit und sie verbreiten sich vor allem über Tröpfcheninfektionen. Erkrankte zeigen Symptome von Atemwegserkrankungen, Infizierte haben nicht unbedingt Krankheitsanzeichen.

Impfungen und spezielle Therapien gegen Coronaviren existieren nicht. Das neu identifizierte Coronavirus 2019-nCoV ist genetisch mit SARS-CoV verwandt und setzt auch am gleichen Lungenrezeptor an (ACE2). Offiziell heißt das neue Virus SARS-CoV-2 (Severe Acute Respiratory Syndrome Corona Virus 2). Die Erkrankung heißt: Coronavirus Disease 2019 (COVID-19).

Ein älterer Herr sitzt auf der Bettkante und hält sich die Hand vor den Mund beim Husten.
Das neuartige Coronavirus befällt vor allem die Atemwege und verursacht daher typische Erkältungssymptome wie Husten, Schnupfen und Fieber. Bei schweren Verläufen können Atembeschwerden und Lungenentzündungen auftreten. (Bild: Kzenon/stock.adobe.com)

Wie entstand das Coronavirus?

Die Erstübertragung auf den Menschen ist unbekannt, als wahrscheinlich gilt ein Ursprung aus dem Tierreich. Das Virus ist mit Coronaviren in Fledermäusen verwandt, aber nicht identisch, ebenso mit Coronaviren aus Schuppentieren. Die WHO wurde am 31.12.2019 über eine Häufung von Pneumonie-Fällen in Wuhan informiert. Zwei Drittel der zu diesem Zeitpunkt 41 stationär behandelten Personen waren auf dem Huanan Seafood Wholesale Market, ein Markt mit lebenden und toten Wildtieren in der Millionenmetropole.

Wo findet sich das Virus?

Das Virus ließ sich nachweisen im Stuhl, in Abstrichen aus Nase und Rachen, im Lungensekret, Serum und Blut, im After, Speichel und Urin. Möglich sind demzufolge Schmier- und Tröpfcheninfektionen.

Coronavirus – Symptome

Die Symptome des neuen Coronavirus entsprechen denen anderer Erkrankungen der Atemwege:

Bisweilen kommt es auch zu Durchfall. Gliederschmerzen und Erschöpfung sind ebenfalls möglich, vergleichbar einem grippalen Infekt. Erkrankte mit schwererem Verlauf litten auch an Atemnot und Lungenentzündung. Ernste Fälle zeigen sich als Lungenentzündung, von der beide Lungenflügel betroffen sind.

Wie verläuft eine Corona-Erkrankung?

In China sind zu über 85 Prozent Menschen zwischen 30 und 79 Jahren betroffen. Über 80 Prozent der Infektionen haben einen milden Verlauf. In 14 Prozent kam es zu einem schweren Verlauf mit Lungenentzündung. Die Sterberate liegt um die zwei Prozent. Für die größte Gruppe der Infizierten – das sind die, die keine oder nur milde Symptome aufweisen – liegen derzeit nur unzureichende Studien vor.

Wie lange dauert es bis zum Ausbruch der Krankheit?

Die Inkubationszeit liegt bei den Fällen in China zwischen einem und 24 Tagen, durchschnittlich bei drei Tagen.

Coronavirus – eine tödliche Gefahr?

An Corona starben, laut offiziellen chinesischen Angaben, bislang vor allem Menschen über 80 Jahren. Es starben mehr Menschen mit Vorerkrankungen als Menschen, denen diese fehlten. Es starben mehr Männer als Frauen. In China liegt die Todesrate bei circa zwei Prozent, in Südkorea darunter, im Iran möglicherweise um 10 Prozent.

Die Zahl der tatsächlich Erkrankten und Gestorbenen ist jedoch unklar – zumindest im Iran ist sie mit Sicherheit viel höher als die offiziellen Zahlen. Dort sind Medikamente kaum vorhanden, medizinischer Alkohol und Desinfektionsmittel sind ausverkauft, die Religionspolizei sucht Erkrankte nacheinander in ihren Häusern auf und verbreitet so das Virus weiter. Infizierte Personen werden in Moscheen und Sportstadien untergebracht, da in den Krankenhäusern kein Platz mehr ist. Die Situation in den betroffenen Regionen des Landes ist außer Kontrolle.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr?

In Deutschland wird die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, vom Robert Koch-Institut derzeit als „mäßig“ eingeschätzt. Es ist damit zu rechnen, dass weitere Fälle in Deutschland auftreten, importiert von Menschen, die sich in Gebieten aufhielten, in denen das Virus grassiert, wie Wuhan in China, Norditalien oder Ghom im Iran.

Weitere Infektionen, Infektionsketten und Ausbrüche in Deutschland sind wahrscheinlich. In Deutschland gibt es Corona-Fälle inzwischen in fast allen Bundesländern. Das RKI informiert auf seiner Website ständig über die aktuellen Fallzahlen.

Wie schützen Sie sich vor dem Coronavirus?

Corona überträgt sich durch Tröpfchen- und Schmierinfektionen. Um eine Ansteckung zu vermeiden, gilt: Waschen Sie sich gründlich die Hände, halten Sie Abstand zu Erkrankten, achten Sie auf die Etikette beim Niesen und Husten, um nicht – im Falle eines Falles – andere zu infizieren.

Händewaschen

Manche Erwachsene werden Hinweise zum Händewaschen vermutlich mit Kopfschütteln quittieren („Wir sind doch keine Kleinkinder“). Doch der größte Teil der Infektionen mit Krankheitserregern läuft über die Hände. Gründliches Händewaschen senkt die Anzahl der Keime auf bis zu 0,1 Prozent.

Zwei Hände, die in einem Waschbecken eingeseift werden.
Gründliches Händewaschen ist eine der wichtigsten Maßnahmen zum Schutz vor einer Coronavirus-Infektion. (Bild: roberta/stock.adobe.com)

Waschen Sie sich also die Hände gründlich mit Wasser und Seife, auch wenn die Haut nicht schmutzig wirkt – Viren lassen sich mit dem Auge nicht erkennen. Waschen Sie die Hände, wenn Sie nach Hause kommen, die Toilette besuchen, Windeln wechseln, Husten, Niesen oder sich die Nase putzen, wenn Sie Kontakt mit Abfällen und Tieren hatten, wenn Sie in Kontakt mit Menschen waren.

Waschen Sie die Hände immer vor und nach dem Essen. Seifen Sie die Hände gründlich ein und denken Sie an Handrücken, Daumen und Fingerspitzen.

Husten und Niesen

Husten oder Niesen sind Möglichkeiten, andere Menschen durch Tröpfcheninfektion mit Coronaviren anzustecken. Um dies zu vermeiden, sollten Sie nicht die Hand vor den Mund halten, wie es der Etikette entspricht. So gelangen Erreger an ihre Hand, und diese geben Sie über berührte Gegenstände oder beim Händeschütteln weiter. Sinnvoll ist es hingegen, wenn Sie sich beim Husten oder Niesen von anderen Menschen abwenden und mindestens einen Meter Abstand halten.

  • Sie niesen oder husten am besten in ein Papiertaschentuch und schmeißen dieses danach in einen geschlossenen Mülleimer.
  • Wenn Sie geniest, gehustet oder die Nase geschnäuzt haben, waschen Sie sich danach gründlich die Hände.
  • Ist kein Taschentuch da, dann halten Sie sich die Armbeuge vor den Mund, wenn Sie husten oder niesen.

Brauchen Sie einen Mundschutz?

Atemschutzmasken sind in vielen Apotheken ausverkauft, da Menschen sich mit ihnen vor dem Coronavirus schützen wollen. Der Mund-Nasen-Schutz (MNS) ist aber nicht geeignet, um sich vor einer Infektion zu schützen, sondern er dient dazu, andere vor einer Infektion zu bewahren. Mediziner nutzen ihn bei Operationen, um zu verhindern, dass sie Tröpfchen an die Patienten und Patientinnen abgeben.

Um sich selbst zu schützen sind hingegen Partikel-filternde Halbmasken (FFP) geeignet. Diese filtern infektiöse Partikel aus der Atemluft. Mediziner halten es in Deutschland derzeit für Unsinn, Atemschutz zu tragen.

Die WHO schätzt Atemschutzmasken sogar als bedenklich ein, da sie ein falsches Gefühl von Sicherheit erzeugen können – bis dahin, wirksame Hygiene zu vernachlässigen. Diese besteht im regelmäßigen Händewaschen, Verwendung von Desinfektionsmitteln und dem Abstand halten zu Infizierten.

Infektion über Importwaren?

Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hält eine Infektion durch importierte Produkte für unwahrscheinlich – aufgrund der bekannten Übertragungswege, aber auch, weil der neue Coronavirus umweltsensibel ist, also kaum an Oberflächen haftet.

Was können Sie tun?

Informieren Sie sich beim zuständigen Gesundheitsamt, wie die Situation vor Ort ist. Qualitativ geprüfte Informationen finden sie bei den Ministerien für Gesundheit und Landwirtschaft, dem Robert Koch-Institut und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Vertrauen Sie auf keinen Fall ungesicherten Aussagen, die auf Twitter, Facebook oder Instagram herumgeistern.

  • Achten Sie auf die Vorsichtsmaßnahmen beim Husten und Niesen.
  • Fassen Sie sich so wenig wie möglich ins Gesicht, um so den Virus nicht über die Gesichtsschleimhäute aufzunehmen.
  • Halten Sie Abstand von Menschen, die husten, niesen oder sichtbar an einer Erkrankung der Atemwege leiden.
Eine blonder Frau mit Brille trägt einen Mundschutz.
Laut dem RKI gibt es keine hinreichenden Belege dafür, dass ein Mund-Nasen-Schutz das Risiko einer Ansteckung bei gesunden Personen signifikant verringert. (Bild: Jenny Sturm/stock.adobe.com)

Corona und Grippewelle

Derzeit grassiert in Deutschland eine Influenzawelle. Das ist auch deshalb ein Problem, weil viele Coronavirus-Symptome denen der Grippe ähneln und Betroffene dadurch nicht wissen, mit was sie es zu tun haben. Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) versucht, ein Zusammentreffen von Corona und Grippe zu verhindern – dies könnte die medizinische Infrastruktur überbelasten.

Was tun beim Verdacht auf Ansteckung?

Wenn Sie Kontakt zu einem Menschen hatten, bei dem Corona nachgewiesen wurde, müssen Sie sich sofort telefonisch beim Gesundheitsamt melden, unabhängig davon, ob Sie Symptome zeigen oder nicht. Welches Amt zuständig ist, erfahren Sie beim Robert Koch-Institut (RKI).

Haben Sie Symptome, die auf eine Erkrankung der Atemwege hindeuten, dann sollten Sie unbedingt

  • die Regeln für Husten und Niesen einhalten,
  • gründlich die Hände waschen
  • und telefonisch einen Arzt/eine Ärztin verständigen und mit diesem/dieser einen Termin abklären.

Wichtig: Gehen Sie nicht zur offenen Sprechstunde, da die Gefahr besteht, dass Sie im Falle einer Infektion andere Menschen anstecken. Wenn Sie aus einem ausgewiesenen Risikogebiet wie Norditalien oder Ghom/Teheran kommen, dann vermeiden Sie erst einmal unnötige Kontakte und bleiben zu Hause, wenn es möglich ist. Beachten Sie diese Vorsichtsmaßnahmen auch dann, wenn Sie keine Symptome haben.

Coronavirus – Diagnose

Um das Coronavirus zu identifizieren, gibt es einen Test (RT-PCR), der im Laufe eines Tages zu einem Ergebnis führt. Schnellere Tests wie RT-PCR/Microarray sind bereits vorhanden, werden aber noch nicht umfassend eingesetzt beziehungsweise werden gerade entwickelt.

Die Ausbreitung verlangsamen

In Deutschland ist das Ziel, die Ausbreitung des Virus zu verzögern, um sich vorzubereiten, den Virus zu analysieren, Risikogruppen zu erkennen, besonders betroffene Gruppen zu schützten, für Platz in Krankenhäusern zu sorgen und Medikamente zu finden. Zudem rückt mit jedem Tag, um den die Ausbreitung des Virus verzögert wird, der Zeitpunkt näher, an dem wahrscheinlich ein Impfstoff entwickelt ist.

Der Öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) konzentriert sich darauf, einzelne Infektionen früh zu erkennen und so eine Ansteckung zu verhindern. Am besten lässt sich die Ausbreitung eindämmen, wenn Infizierte schnell behandelt und von Gesunden isoliert werden.

Was passiert, wenn sich Corona weiter ausbreitet?

Wenn in Deutschland Fälle auftreten, die sich nicht von einem bekannten Fall ableiten lassen, zeigt dies, dass eine Ausbreitung auf Dauer nicht zu vermeiden ist. Damit ändert sich die Strategie, die Ausbreitung zu bekämpfen, und der Schutz fokussiert sich dann verstärkt auf Menschen, die am stärksten von schweren Erkrankungen betroffen sind – zum Beispiel durch Vorerkrankungen, ein geschwächtes Immunsystem oder Alter.

Coronavirus – Reisewarnungen

Gewarnt wird offiziell vor Reisen in die chinesische Provinz Hubei, dort hat der Ausbruch der Corona-Erkrankung seinen Ursprung. Das Auswärtige Amt rät zudem generell von Reisen nach China ab, falls diese nicht notwendig sind – Ausnahmen bilden Hongkong und Macao. Die Lufthansa hat Flüge in den Iran und auf das chinesische Festland (bis 24. April) gestoppt.

Reisende aus dem Iran nach Deutschland müssen im Flugzeug eine Ausreisekarte ausfüllen und eine Adresse hinterlassen, unter der sie in den nächsten 30 Tagen erreichbar sind – falls Personen im Flugzeug infiziert waren, lassen sich so weitere Ausbreitungen verhindern. Flugdaten werden weiterhin erfasst von Fluggästen aus China, Südkorea, Japan und Italien – die Fluggesellschaften müssen Angaben zur Gesundheit von allen Passagieren machen, die aus diesen Ländern nach Deutschland einreisen.

3D-Illustration der Erde mit Kennzeichnung der chinesische Stadt Wuhan.
Das Coronavirus 2019-nCoV tauchte erstmals Ende 2019 in der zentralchinesischen Millionenstadt Wuhan auf. (Bild: Colin Cramm/stock.adobe.com)

Wer von China nach Deutschland einreist, muss auf der „Aussteigekarte Luftverkehr“ Angaben zu seinem Aufenthaltsort in China, den Kontaktpersonen und dem eigenen Gesundheitszustand machen.

Reisesperren nach Italien gibt es nicht, obwohl die Anzahl der Fälle dort steigt. Allerdings sind betroffene Regionen in Italien selbst gesperrt. Italien-Reisende und Menschen, die mit Italien-Reisenden in Kontakt kommen, sind gut beraten, auf mögliche Symptome zu achten.

Welche Altersgruppen sind betroffen?

In China handelt es sich in 75 Prozent der Fälle um Erwachsene mittleren und höheren Alters zwischen 30 und 69 Jahren, das Durchschnittsalter liegt bei 51 Jahren. Bei Erkrankten über 60 Jahren besteht im Vergleich zu Jüngeren ein höheres Risiko, dass die Krankheit einen schweren Verlauf nimmt. Die Todesrate ist bei den Erkrankten über 80 Jahre am höchsten.

Bei Kindern und Jugendlichen tritt die Krankheit hingegen relativ selten auf und verläuft gewöhnlich mild, schwerere Erkrankungen sind die Ausnahme. Schwangere haben, den jetzigen Daten zufolge, keinen schlimmeren Krankheitsverlauf zu erwarten als Frauen, die nicht schwanger sind.

Können Mütter das Virus auf Föten übertragen?

Es gibt bisher keinen Hinweis darauf, dass Mütter ihre Föten im Mutterleib anstecken können. Infektionen bei Säuglingen sind indessen möglich, die bekannten Fälle verliefen aber mild.

Corona-Impfung in Sicht?

Bisher gibt es noch keinen Impfstoff gegen das Coronavirus. Der Direktor des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten in den USA, Anthony Fauci, vermutet, dass es noch ein bis eineinhalb Jahre dauern kann, bis ein solcher Impfstoff einsatzbereit ist. Auch der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, erwartet einen Impfstoff frühestens 2021.

Die Universität Hongkong stellt einen möglichen Impfstoff für die Testphase bereit, der sich vom Impfstoff gegen Grippe ableitet. Auch hier dauert es Monate, bis die Tier- und Humanstudien beendet sind. Das Galilee Research Institute (MIGAL) in Israel entwickelt einen Impfstoff gegen das neue Coronavirus auf der Basis einer bestehenden Corona-Impfung für eine Virus-Variante, die Geflügel befällt.

Es besteht begründete Hoffnung, dass sich ein Impfstoff schnell entwickeln lässt, da Projekte für Impfstoffe gegen verwandte Coronaviren bereits bestanden, zum Beispiel gegen das 2002/2003 grassierende SARS-Virus. Bis ein Impfstoff entwickelt ist, bestehen die medizinischen Methoden in der Prävention, Diagnose, im Behandeln der Symptome und dem Eindämmen der Erkrankung. Eingesetzte Arzneien sind Antibiotika, Schmerz- und Kontrastmittel.

Werden Städte abgesperrt?

Bislang gibt es noch keinen Plan, Städte in Deutschland abzusperren, um die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Infizierte werden isoliert und behandelt, Kontaktpersonen stehen in häuslicher Quarantäne. Mehrere internationale Messen wie die Buchmesse in Leipzig wurden wegen Corona abgesagt. Im deutschen Infektionsschutzgesetz (IfSG) gibt es eine Vielfalt an Möglichkeiten, um Infektionen einzudämmen, wie zum Beispiel die Schließung einzelner Schulen bis hin zu der Abriegelung ganzer Städte im Notfall.

Werden Grenzen geschlossen?

Derzeit gibt es keinen Plan, die deutschen Grenzen zu schließen. Falls eine ernsthafte Bedrohung für die öffentliche Sicherheit besteht, sind Grenzkontrollen nach dem Schengener Abkommen jedoch möglich. Solche Kontrollen dürfen weder länger dauern noch umfangreicher sein als nötig ist, um die öffentliche Sicherheit wiederherzustellen.

Coronavirus Deutschland – Fallzahlen

Am 2.3.2020 waren in Deutschland 157 Infektionen mit dem neuen Coronavirus bestätigt, die meisten davon in Nordrhein-Westfalen (90), Bayern (26), Baden-Würtemberg (20) und Hessen (10). In den meisten anderen Bundesländern gibt es Einzelfälle oder wenige Erkrankte. Da Infizierte aber häufig keine Symptome zeigen, liegt die wirkliche Anzahl der Betroffenen vermutlich höher.

Illustration einer rot eingefärbten Weltkarte mit dem quer darüber laufenden Schriftzug Corona
Das Coronavirus breitet sich weltweit aus. Die mit Abstand meisten Fälle gibt es jedoch in China. (Bild: bluedesign/stock.adobe.com)

Globale Entwicklung

Corona verbreitet sich weltweit. China ist nach wie vor am stärksten betroffen, außerdem Südkorea, Japan, Italien und der Iran. Durch die Präsenz iranischer Soldaten in Syrien und Irak ist es höchstwahrscheinlich, dass Corona sich auch in diesen Ländern verbreitet.

Am 4.3.2020 lag die Zahl der Infizierten in China bei über 80.000 und die Zahl der Toten bei 2.983. Im Rest der Welt betrug an diesem Datum die offizielle Zahl der Infizierten 13.100 (215 Todesfälle), davon 5328 Fälle in Südkorea, 2502 in Italien und angeblich 2336 im Iran. Mediziner vor Ort schlagen jedoch Alarm, dass die wirkliche Anzahl der Infizierten und Toten im Iran ein Vielfaches betragen würde und die Situation außer Kontrolle sei.

Deutschland hat bisher keine Toten zu verzeichnen. Auf den Internetseiten der WHO können Sie sich über die aktuellen Fallzahlen weltweit informieren.

Corona – Risikogebiete

Risikogebiete, in denen eine erhöhte Gefahr besteht, dass sich das Virus fortgesetzt von Mensch zu Mensch überträgt, sind die Provinz Hubei mit der Stadt Wuhan in China, die Provinzen Ghom und Teheran im Iran, in Italien die Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua sowie Emilia-Romagna. In Südkorea ist die Provinz Gyeongsangbuk-do Gefahrenzone.

Vorbereitung in Deutschland?

Deutschland hat eine gute Infrastruktur, um mit dem neuartigen Virus Infizierte zu behandeln. Dazu gehören Spezialkliniken, die im internationalen Vergleich an der Spitze stehen. Das Meldesystem, das Warnsystem und die Pandemiepläne sind ausgearbeitet. Das Robert Koch-Institut steht in ständigem Austausch mit internationalen Behörden, ist über die aktuelle Lage informiert, wertet sie aus und publiziert die Ergebnisse auf seiner Website.

Informationen über Corona

Das Robert Koch-Institut bietet Daten und Fakten zur Epidemiologie, Diagnostik, Prävention und Bekämpfung. Hygienetipps und Antworten auf häufige Fragen zu der neuen Krankheit finden Sie auch bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auf dem neuesten Stand bleiben Sie durch tagesaktuelle Informationen des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Globale Informationen über das Coronavirus erhalten Sie bei der World Health Organization (WHO). (Dr. Utz Anhalt)

Autoren- und Quelleninformationen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Dr. phil. Utz Anhalt
Quellen:
  • Robert Koch-Institut (RKI): COVID-19 (Coronavirus SARS-CoV-2) (Abruf: 4.3.2020), RKI
  • Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.: Impfstoffe zum Schutz vor Covid-19, der neuen Coronavirus-Infektion (Abruf: 5.3.2020), VFA
  • Bundesministerium für Gesundheit (BMG): Tagesaktuelle Informationen zum Coronavirus (Abruf: 5.3.2020), BMG
  • Bundesministerium für Gesundheit: Anordnung des Bundesministeriums für Gesundheit zum Coronavirus (Abruf: 5.3.2020), BMG
  • Auswärtiges Amt: Informationen für Reisende (Abruf: 5.3.2020), Auswärtiges Amt
  • Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: Coronavirus in Deutschland (Abruf: 5.3.2020), Die Bundesregierung
  • Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): infektionsschutz.de (Abruf: 5.3.2020), BZgA
  • European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC): Guidance for wearing and removing personal protective equipment in healthcare settings for the care of patients with suspected or confirmed COVID-19 (Abruf: 5.3.2020), ECDC
  • World Health Organization (WHO): Coronavirus (Abruf: 5.3.2020), WHO
  • World Health Organization (WHO): Coronavirus disease (COVID-19) outbreak (Abruf: 5.3.2020), WHO
  • Wu, Jian; Liu, Jun; Zhao, Xinguo et al.: Clinical Characteristics of Imported Cases of COVID-19 in Jiangsu Province: A Multicenter Descriptive Study, in: Clinical Infectious Diseases, ciaa199, Februar 2020, Oxford University Press
  • Xu, Zhe; Shi, Lei; Wang, Yijin et al.: Pathological findings of COVID-19 associated with acute respiratory distress syndrome, in: The Lancet Respiratory Medicine, Epub ahead of print, Februar 2020, The Lancet
  • Shi, Heshui; Han, Xiaoyu; Jiang, Nanchuan et al.: Radiological findings from 81 patients with COVID-19 pneumonia in Wuhan, China: a descriptive study, in: The Lancet Infectious Diseases, Epub ahead of print, Februar 2020, The Lancet
  • Haider, Najmul; Yavlinsky, Alexei; Simons, David et al.: Passengers' destinations from China: low risk of Novel Coronavirus (2019-nCoV) transmission into Africa and South America, in: Epidemiology & Infection, Published online by Cambridge University Press am 26. Februar 2020, Cambridge University Press
  • McCloskey, Brian; Heymann, David L.: SARS to novel coronavirus – old lessons and new lessons, in: Epidemiology and Infection, 148: e22, Februar 2020, PMC

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

ICD-Codes für diese Krankheit: U07.1 ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für medizinische Diagnosen. Sie finden sich z.B. in Arztbriefen oder auf Arbeitsunfähigkeits­bescheinigungen.

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