Geschwächtes Immunsystem – Ursachen und Gegenmaßnahmen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen ansehen

Wenn das Abwehrsystem geschwächt ist – Ursachen und Hilfen

Wenn es um die Vorbeugung von Krankheiten geht, wird immer wieder von einer ausreichenden Stärkung des Immunsystems gesprochen. Und auch während der Krankheitsbehandlung ist es wichtig, dem Immunsystem durch geeignete Maßnahmen, wie richtige Ernährung oder Sport, wieder auf die Beine zu helfen. Doch warum ist eine Immunschwäche (oder auch Immundefizit) so gefährlich für unsere Gesundheit? Dieser Ratgeber zum Thema klärt auf und gibt Tipps zur angemessenen Immunstärkung.


Unser Immunsystem

Der Begriff Immunsystem leitet sich vom Lateinischen immunis für „unberührt“ oder „rein“ ab, was sich in erster Linie auf die Reinhaltung und Bewahrung des Körpers vor schädlichen Krankheitserregern bezieht. Allerdings wäre es falsch, die Immunabwehr als bloße Reinigungs- oder Putzkolonne zu verstehen. Tatsächlich ähnelt die immunologische Abwehrfunktion des Körpers vielmehr einer biologischen Militäreinheit, die sich zum einen aus offensiven Abwehrzellen, zum anderen aus defensiven Schutzbarrieren, bestehend aus Gewebe- und Organschichten, zusammensetzt.

Das Immunsystem besteht aus verschiedenartigsten Zellen, die den Körper unter anderem vor Viren und Bakterien schützen sollen. (Bild: denisismagilov/fotolia.com)

Im gesunden Zustand geht dieser körpereigene „Militärstab“ schonungslos gegen feindlich gesinnte Eindringlinge vor und macht mit ihnen kurzen Prozess. An der Immunfront herrscht also dauerhafte Kriegsbereitschaft und das ist auch gut so. Denn unser Körper sieht sich jeden Tag mit einer Reihe von Angriffen konfrontiert, die seine Gesundheit gefährden.

Seien es nun Infektionserreger wie Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten, die sich tagtäglich an öffentlichen Plätzen, in der Luft oder gar im eigenen Haushalt oder auf dem Essen tummeln, oder seien es freie Radikale, die sich über einen längeren Zeitraum unbemerkt im Körper ansammeln – die Gesundheitsgefahren im Alltag sind vielseitig. Stress und eine falsche Ernährung können sich ebenso negativ auf die körperliche Gesundheit auswirken. Glücklicherweise besteht bei einem gut funktionierenden Immunsystem in den meisten Fällen aber kein Grund zur Sorge. Denn unser Immunsystem ist für gewöhnlich mit allen nötigen Mitteln ausgestattet, um Krankheitserreger und andere Störenfriede im Körper sicher dingfest und unschädlich zu machen. Grob lässt sich dabei in Sachen Immunsystem zwischen zwei Einheiten der Abwehrreaktion unterscheiden:

  • Zelluläre Bestandteile – beschreibt alle Zellen, die an der Immunreaktion beteiligt sind,
  • Humorale Bestandteile – beschreibt alle Körpersekrete, die der Immunreaktion dienen.

Ergänzend hierzu müssen zwei verschiedene Formen der Immunabwehr unterschieden werden. Zum einen gibt es die angeborene Immunabwehr. Sie umfasst alle natürlichen Sekret-, Haut– und Schleimhautfunktionen zur Körperabwehr, die uns von Geburt an mit in die Wiege gelegt wurden und somit unveränderlich sind.

Die adaptive Immunabwehr beschreibt im Gegensatz dazu spezifische Immunreaktionen von Zellen, die erst im Zuge des Kontakts mit bestimmten Erregern entstehen. Die Abwehrzellen des Immunsystems greifen hierbei entweder direkt die Krankheitserreger an oder veranlassen die Immunabwehr zur Produktion von Antikörpern, welche den Angriff an ihrer Stelle ausführen.

Als Immunantwort beziehungsweise Immunreaktion wird jedwedes Abwehrverhalten bezeichnet, das vom angeborenen und adaptiven Teil des Immunsystems ausgeht. Sowohl Entzündungsvorgänge der Haut oder Schleimhaut, als auch die Angriffe und Synthese von Antikörpern, die von den Immunzellen ausgehen, sind also gleichwertig als immunologische Reaktion zu betrachten. Ein Mangel solcher Immunantworten zeichnet ein geschwächtes Immunssystem aus.

Was ist eine Immunschwäche?

Anhand der oben dargelegten Funktionsweise des Immunsystems ist es offensichtlich, dass eine Immunschwäche die hochkomplexen Vorgänge in der Körperabwehr empfindlich stören kann. Der Immundefekt entsteht, wenn ein oder mehrere Elemente in der immunologischen Funktionskette ihren Aufgaben nur noch bedingt oder gar nicht mehr nachkommen können.

Äußern kann sich ein geschwächtes Immunsystem dabei entweder in einem erworbenen oder angeborenen Immundefekt. Der erworbene Immundefekt tritt zum Beispiel bei einer ungesunden Lebensweise oder auch nach einer für das Immunsystem kräfteraubenden Erkrankung auf. Dieser Immundefekt hält normalerweise nur vorübergehend an, allerdings macht er den Körper für einen gewissen Zeitraum krankheitsanfälliger.

Der erworbenen Immunschwäche gegenüber steht der angeborene Immundefekt, der demzufolge chronischer Natur ist. Es besteht für Betroffene lebenslang eine herabgesetzte Immunabwehr, weshalb sie sich besonders gut vor Krankheiten schützen müssen.

Körperfremde Bakterien oder Viren im Blut setzten die körpereigene Immunabwehr in Gang. (Bild: DNS/fotolia.com)

Angeborene Immundefekte gehen in der Regel mit erblich bedingten Genmutationen einher. Diese stören entweder den Ablauf der Immunreaktion und verringern so den körpereigenen Schutz vor Infektionskrankheiten oder sie sorgen für immunologische Fehlinterpretationen und veranlassen das Immunsystem fälschlicherweise dazu, gegen körpereigene Stoffe vorzugehen. Letzteres führt dabei immer zu einer chronischen Autoimmunkrankheit. Auch beruhen zahlreiche Allergien auf einer Immunschwäche. Hier führen Störungen im Immunablauf zu einer überschießenden Abwehrreaktion beim Kontakt mit bestimmten Fremdstoffen, die im Gegensatz zu Krankheitserregern eigentlich harmlos wären.

Die häufigsten Ursachen einer Immunschwäche sind

  • Autoimmunerkrankungen,
  • Blut– und Stoffwechselkrankheiten,
  • bestehende Infektionskrankheiten,
  • falsche Ernährung beziehungsweise Mangelernährung,
  • genetisch bedingte Erbkrankheiten,
  • Schadstoffeinwirkungen
  • und Stress.

Schwächen in der angeborenen Immunabwehr

Die angeborene Immunabwehr kann als natürlicher Schutzwall unseres Körpers gegen Krankheiten betrachtet werden. Von Geburt an im Körper vorhandene Gewebeschichten und Körpersekrete übernehmen die angeborene Barrierefunktion des Immunsystems. Dank ihres besonderen Aufbaus, der Fremdstoffen die Passage durch spezielle Gewebe- und Sekreteigenschaften erschwert, verhindern sie auf vielfältige Weise das Eindringen von Erregern in den Organismus. Dabei kommt es teilweise auch zur Kommunikation zwischen Schutzbarriere und immunologischen Abwehrzellen. Ein intelligenter und interaktiver Schutzwall also, der darüber hinaus sogar eigene Alarmsensoren besitzt. Folgende Körperorgane und -sekrete sind die Hauptbestandteile der angeborenen Immunabwehr:

  • Haut: Die Hautschichten bilden die äußere Schutzbarriere des Körpers und wehren folglich den ersten Frontalangriff von Krankheitserreger ab. Kommt es beispielsweise zur Entstehung von Hautverletzungen, signalisiert die Haut bestimmten Zellen im Immunsystem, dass es notwendig ist, Wundsekrete an den Gefahrenherd zu entsenden. Diese schwemmen in Folge schädliche Keime und Fremdkörper unverzüglich aus der Wunde. Darüber hinaus ist das Wundsekret auch am Wiederaufbau der beschädigten Hautbarriere beteiligt. Hautirritationen oder eine gestörte Wundheilung können dabei auf eine bestehende Immunschwäche hindeuten.
  • Schleimhäute:
    Als innere Schutzbarrieren des Körpers dienen die Schleimhäute. Ihre Aufgabe ist es, Erreger, welche die Hautbarriere beziehungsweise Körperöffnungen wie den Mund überwunden haben, fernzuhalten und sie daran zu hindern, in tiefer gelegene Gewebeschichten einzudringen. Zu diesem Zweck werden die feindlichen Erreger in Schleim gebunden und anschließend durch schleimhauteigene Antikörper zersetzt. Sofern ein besonders heftiger Erregeransturm vorliegt, kann es zu Reizungen, Rötungen und Schwellungen der Schleimhaut kommen. Dies lässt sich zum Beispiel bei einer Hals– oder Rachenentzündung sehr gut beobachten. Auch bei einer bestehenden Immunschwäche schwellen die Schleimhäute mitunter an, da sie mit den zu bewältigenden Erregern nicht mehr fertig werden.
  • Körpersekrete:
    Je nach Sekretart besteht die Immunantwort der Körpersekrete entweder aus der Erregeranalyse, indirekter Abwehreinleitung oder direkt aus der Zersetzung beziehungsweise Ausleitung von Krankheitserregern. Liegt ein Immundefizit vor, so lässt sich dieses an der Zusammensetzung der Körpersekrete ablesen. Beispielsweise zeigen sich deutliche Veränderungen im Blutserum und in der Lymphflüssigkeit, die im Falle eines geschwächten Immunsystems weniger Abwehrzellen als üblich führen. Damit wären auch bereits zwei wichtige Körpersekrete zur Immunabwehr genannt. Insgesamt sind immunologisch vor allem fünf Sekretarten von besonderer Bedeutung, nämlich

    • das Blut, das Abwehrzellen transportiert,
    • der Speichel, der den nötigen Schleim zur Bindung und Zersetzung von Erregern im Mund– und Rachenraum produziert,
    • Verdauungssekrete wie Magensäure und Bakterien der Darmflora, die sich Krankheitserregern im Magen-Darm-Trakt entgegenstellen,
    • die Harnflüssigkeit, welche schädliche Stoffe aufnimmt und aus dem Körper schleust,
    • und die Lymphflüssigkeit welche Krankheitserreger zu den Lymphknoten transportiert, wo die feindlichen Stoffe dann genauer untersucht werden und bei Bedarf die Einleitung der Abwehrzellenproduktion erfolgt.
Schlecht heilende Wunden sind meisten ein Symptom für ein geschwächtes Immunsystem. (Bild: kobra78/fotolia.com)

Eine Schwäche der angeborenen Immunabwehr ist nur in seltenen Fällen angeboren. Viel häufiger kommt es zu erworbenen Immundefekten, wie sie etwa durch Ernährungsfehler entstehen. Diese bestehen bei Schwächen in der angeborenen Immunabwehr maßgeblich aus einer mangelhaften Versorgung mit Nährstoffen, welche den Hautschutz stärken. Hierzu zählen:

  • Vitamin A,
  • Vitamin B,
  • Vitamin C,
  • Vitamin E,
  • Eisen,
  • Kalzium,
  • Kupfer,
  • Selen,
  • Silizium
  • und Zink.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen sind Schadstoffeinwirkungen, wie sie durch eine hohe Schadstoffbelastung in der Umgebung entstehen. Selbst in Lebensmitteln verstecken sich mitunter Schadstoffe (zum Beispiel Spritzmittel), die gelegentlich zu Autoimmunkrankheiten und Allergien beitragen. Die schädlichen Stoffe sorgen für eine vermehrte Entstehung von freien Radikalen und somit für oxidativen Stress, der das Immunsystem konstant strapaziert und es so, nach und nach, immer mehr schwächt.

Apropos Stress, auch innere Unruhe, seelische Belastung, Termin- und Leistungsdruck gefährden das Immunsystem. Vor allem das sogenannte Darmassoziierte Immunsystem, das in der flächenmäßig sehr weitläufigen Darmschleimhaut liegt, reagiert hier als Erstes auf mögliche Stress-Belastungen.

Leider nimmt inzwischen auch die Zahl angeborener Haut- und Schleimhautdefekte zu. Vor allem dermale Autoimmunkrankheiten wie etwa Neurodermitis oder Schuppenflechte führen vermehrt zu Immunschwächen. Auch Hautallergien, die das angeborene Immunsystem mit wiederholten Überreaktionen auf entsprechende Allergene strapazieren, kommen als Auslöser infrage.

Im Bereich der Sekretabwehr sind Immundefekte verhältnismäßig selten anzutreffen. Nichtsdestotrotz sind sie grundsätzlich denkbar. Ursächlich ist in solch einem Fall meistens eine gestörte Sekretproduktion. Bei gehemmter Magensäureproduktion sind zum Beispiel oft Magengeschwüre oder auch Magenkrebs verantwortlich.

Lymphozythen sind Teil des körpereigenen Immunsystems und bekämpfen sogar Krebszellen. (Bild: Christoph Burgstedt/fotolia.com)

Schwächen in der adaptiven Immunabwehr

Unser Immunsystem bleibt nicht dauerhaft auf dem gleichen Stand, den es zum Zeitpunkt unserer Geburt besaß. Ganz im Gegenteil, unsere Abwehrstärke muss sich im Laufe des Lebens, insbesondere in der Kindheit und Jugend, nach und nach entwickeln. Das Immunsystem ist also darauf angewiesen, sich situationsabhängig selbst zu optimieren und wie ein biologisches Betriebssystem „Updates“ aufzuspielen. Zu diesem Zweck besitzt die adaptive Immunabwehr unseres Körpers verschiedene Vorrichtungen, die gewährleisten, dass feindliche Erreger schnellstmöglich erkannt, untersucht und anschließend mit geeigneten Gegenmaßnahmen bekämpft werden. Besonders wichtig sind hierfür die verschiedenen Abwehrzellen des Körpers. Sie werden von den weißen Blutkörperchen, den sogenannten Leukozyten gestellt. Diese gehen mit körperfremden Krankheitserregern nicht gerade zimperlich um.

Fresszellen

Sollte ein Erreger die Barrieren der angeborenen Immunabwehr, bestehend aus Sekreten, Haut- und Schleimhautschichten, überwunden haben, ruft das zunächst die Fresszellen (Makrophagen) der adaptiven Immunabwehr auf den Plan. Wie der Name bereits vermuten lässt, handelt es sich um Immunzellen, die darauf ausgelegt sind, Keime aufzuspüren und buchstäblich zu fressen. Dies geschieht, indem die Makrophagen den „Feind“ einkreisen, beziehungsweise ihn umfließen und ihn sich so einverleiben, bevor er von den Enzymen der Abwehrzellen zerlegt wird. Der Vorgang ist auch als Phagozytose bekannt und beschreibt einen der ältesten Zellmechanismen zur Aufnahme und Zersetzung von Fremdstoffen. Während er in den Anfängen der Entstehung von Leben auf unserem Planeten allerdings eher der Nährstoffaufnahme einzelliger Lebewesen diente, spiegelt das adaptive Immunsystem die evolutionäre Weiterentwicklung der Phagozytose hin zu einem körpereigenen Abwehrmechanismus komplexer Lebensformen wie dem Menschen wider.

Problem bei Immunschwäche: Immunschwächen können dafür sorgen, dass Makrophagen gesundheitsschädliche Erreger nicht mehr so effizient identifizieren können. Auch kann die Aktivität der Fresszellen in einem geschwächten Immunsystem insgesamt abnehmen, etwa durch eine herabgesetzte Produktion dieser Immunzellen.

B-Zellen

Die aus den Einzelteilen der Krankheitserreger gewonnenen Informationen – beispielsweise zur Erregerzusammensetzung oder deren Oberflächenbeschaffenheit – werden auch als Antigene bezeichnet und von den Fresszellen im weiteren Verlauf an die B- und T-Zellen der Immunabwehr weitergegeben. Die Makrophagen erstatten sozusagen detailliert Bericht an ihre „Berufsgenossen“ im Immunsystem und lösen damit, ähnlich einem Spürhund, körperweiten Alarm aus. B-Zellen (B-Lymphozyten) sind in diesem Zusammenhang für die Auswertung der von den Makrophagen dargebotenen Antigen-Informationen verantwortlich. Auf Grundlage dieser Analyse wird im nächsten Schritt die humorale Immunantwort eingeleitet. Darunter versteht man die eigentliche Produktion spezifischer Antikörper zur flächendeckenden Bekämpfung von Krankheitserregern. Besagte Antikörper bestehen aus bestimmten Proteinen, die je nach Art des Erregers individuell zusammengesetzt werden, um ihn bestmöglich bekämpfen zu können.

Die Blutbahn ist der Transportweg für die Abwehrzellen im Körper. (Bild: dermatzke/fotolia.com)

Nach der Erregerbekämpfung sind einige B-Zellen, die sogenannten B-Gedächtniszellen, dazu in der Lage, den Bauplan der hergestellten Antikörper zu speichern und ihn bei erneutem Angriff durch denselben Erreger wieder abzurufen. Auf diese Weise kann das Immunsystem bei drohender Infektion schneller reagieren und damit einer Infektionskrankheit besser vorbeugen.

Problem bei Immunschwäche: B-Zellen sind die einzigen Zellen im ganzen Körper sind, die zu einer solch hochkomplexen Aufgabe wie der Antikörperproduktion fähig sind, und Immunschwächen erhöhen auch das Risiko von Funktionsstörungen in diesem Bereich. Es könnte also sein, dass fehlerhafte Antikörper produziert werden oder gar Autoantikörper entstehen, die dann irrtümlicherweise gegen körpereigenes Gewebe agieren. Ferner werden B-Zellen in der Regel nur dann tätig, wenn sie von Fresszellen explizit dazu aufgerufen werden. Schwächen im Immunsystem bergen daher das Risiko, die Aktivierung der Abwehrzellen zu behindern. Darüber hinaus kann ein geschwächtes Immunsystem auch zum Ausfall von B-Gedächtniszellen führen, sodass bereits gesammelte Antigeninformationen nur noch bruchstückhaft bis gar nicht mehr abgerufen werden können.

T-Zellen

Tatkräftige Unterstützung erhalten B-Zellen bei ihrer Antigen-Analyse durch die immuneigenen T-Zellen (T-Lymphozyten). Anders als B-Zellen übernehmen diese Abwehrzellen im Körper noch eine ganze Reihe weiterer Aufgaben wie zum Beispiel die Feinanalyse der Antigene zur Einschätzung des tatsächlichen Gefahrenpotentials eines Erregers. Denn nicht alle Fremdkörper, die den Körper infiltrieren, sind gleichermaßen gefährlich. Ein zu aggressives Vorgehen könnte zum Beispiel auch Bakterien zerstören, die natürlich im Körper vorkommen, wie es etwa bei der Darmflora der Fall ist. Um dies zu verhindern, werten T-Helfer-Zellen die Antigen-Information eigenständig aus und tauschen ihre Gefahreneinschätzung in Folge mit B-Zellen aus. In Abhängigkeit von der bestehenden Erregergefährlichkeit wird im Immunsystem danach eine der folgenden T-Zellen-Arten aktiviert:

  • regulatorische T-Zellen: Unterdrücken eine Immunantwort, sofern es sich bei dem untersuchten Fremdkörper um keinen Krankheitserreger handelt und der Immunstatus durch diese nicht gefährdet wird. Hierdurch wird verhindert, dass das Immunsystem schon durch bloßen Kontakt mit Stoffen wie Pflanzenpollen oder ungewöhnlichen Lebensmittelzusätzen alarmiert und somit in einen für den Körper energieraubenden Dauerausnahmezustand versetzt wird.
  • zytotoxische T-Zellen: Werden im Falle einer realen Infektionsgefahr noch vor den Antikörpern der B-Zellen ausgeschüttet und greifen bedrohliche Krankheitserreger mit Zellgiften (Zytotoxinen) an, um die erste Welle des Infektionsangriffes zeitnah abzuwehren.

Problem bei Immunschwäche: Es ist nicht unschwer zu erkennen, dass Immundefekte unter Umständen zu Fehleinschätzungen der T-Zellen führen, was zum einen eine unzureichende Erregerbekämpfung bedeuten kann. Zum anderen kann es im Zuge von Immunschwächen oftmals auch zu einer unverhältnismäßig hohen Sensibilität der regulatorischen T-Zellen kommen, was folglich zur Entstehung von Allergien und Unverträglichkeiten führt. Auch die Entstehung von Autoimmunkrankheiten ist dann nicht ganz auszuschließen, denn bei einer Fehleinschätzung der T-Zellen richten sich auf der fehlerhaften Analyse beruhende Immunantworten nicht selten gegen körperinterne Strukturen und Substanzen.

Wenn die Schleimhäute mit der Abwehr besonders vieler Erreger kämpfen, können Halsschmerzen auftreten. (Bild: Racle-Fotodesign/fotolia.com)

Natürliche Killerzellen

Die zytotoxischen T-Zellen gehören zu einer größeren Gruppe offensiver Immunzellen, die als natürliche Killerzellen (NK-Zellen) bekannt sind. Der Name ist hier tatsächlich Programm, dienen NK-Zellen doch einzig und allein der Tötung von Krankheitserregern. Dabei richten sich die Angriffe der Killerzellen insbesondere gegen Erreger, die Schäden an den Körperzellen hervorrufen. Wie schon die zytotoxischen T-Zellen, sind hierfür auch alle anderen NK-Zellen mit speziellen Zellgiften ausgestattet, die infizierte oder mutierte Zellen abtöten. Eine natürliche chemische Keule unseres Immunsystems, die mitunter recht radikal ganze Gewebeabschnitte lahmlegen kann, sofern diese an einer Infektion leiden.

Problem bei Immunschwäche: In manchen Fällen kann ein defektes Immunsystem die Killerzellen dazu veranlassen, selbst gesundes Zellgewebe zu attackieren. Die Folge sind dann gefährliche Gewebenekrosen, was nicht nur aufzeigt, wie aggressiv diese Zellart im Falle des Falles vorgeht, sondern auch, wie gefährlich Fehleinschätzungen eines geschwächten Immunsystems für die Gesundheit sein können.

Granulozyten

Während Killerzellen maßgeblich zellschädigende Krankheitserreger, also Viren und durch Krebserkrankungen verursachte Zellmutationen bekämpfen, sind Granulozyten für die Beseitigung mikrobieller Krankheitserreger zuständig. Hierzu zählen von Bakterien bis hin zu Parasiten und Pilzen alle lebenden Erreger von Infektionskrankheiten.

Ein weiterer Unterschied zu Killerzellen ist, dass Granulozyten keine immunologisch wirksamen Sekrete oder Gifte besitzen. Die von ihnen ausgehende Immunantwort ist also rein zellulärer Natur, was allerdings nicht bedeutet, dass diese Immunzellen in ihrer Infektionsbekämpfung weniger effizient wären. Granulozyten sind ganz im Gegenteil sogar multitaskingfähig und können bei Bedarf die Aufgaben einer Fresszelle übernehmen und im Ernstfall Krankheitserreger überhaupt erst erkennen. Das gilt vor allem für eosinophile Granulozyten. Außerdem sind bestimmte Granulozyten auch an der Wundregeneration beteiligt. Genauer gesagt, handelt es sich um die sogenannten basophilen Granulozyten, welche über immunologische Wirkstoffe wie Histamin für Immunprozesse bei Entzündungen an der Wundstelle und damit für eine gezielte Wundversorgung des „markierten“ Entzündungsherdes sorgen. Im Falle neutrophiler Granulozyten sind diese Immunzellen sogar Teil der angeborenen Immunabwehr und wirken hier an der Abwehrfähigkeit von Gewebeschichten mit.

Problem bei Immunschwäche: Wenn die Granulozyten von einer Immunschwäche betroffen sind, kann das wiederum eine gestörte Wundheilung bedeuten. Zudem ist, wie bei allen anderen antimikrobiell wirksamen Bestandteilen des Immunsystems, eine Fehlausrichtung gegen körpereigene Mikroorganismen denkbar. Überschießende Entzündungsreaktionen, wie im Falle einer Allergie, stehen häufig mit defekten Granulozyten in Verbindung.

Herpesviren werden bei einem geschwächten Immunsystem aktiv und Herpesbläschen sind die sichtbaren Folgen. (Bild: and.one/fotolia.com)

Wie aus der obenstehenden Übersicht hervorgeht, sind bei einer Schwächung der adaptiven Immunabwehr entweder die Abwehrzellen selbst oder aber die von ihnen produzierten Antikörper von einem Defekt betroffen. Liegt ein Antikörperdefekt vor, so führt dies höchstwahrscheinlich zu einer Autoimmunerkrankung, die dann den angeborenen Immunschwächen zuzurechnen ist. Je nachdem welcher Teil des adaptiven Immunsystems betroffen ist, wird hier zwischen drei Varianten des Immundefekts unterschieden:

  • zellulärer Immundefekt – die Abwehrschwäche betrifft die Abwehrzellen,
  • humoraler Immundefekt – die Abwehrschwäche betrifft die Antikörper,
  • kombinierter Immundefekt – die Abwehrschwäche betrifft Abwehrzellen und Antikörper.

Ursache einer Immunschwäche der adaptiven Körperabwehr sind sehr häufig angeborene Gendefekte. Beispiel hierfür ist das Myelodysplastische Syndrom. Dabei handelt es sich um eine Gruppe erblich bedingter Erkrankungen des Knochenmarks, welche zu einer gestörten Blutbildung führen.

In Folge des Myelodysplastischen Syndroms kommt es bei Betroffenen zu einem Leukozytenmangel (Leukopenie) im Blut, was logischerweise eine verminderte Zahl an Abwehrzellen im Immunsystem bedeutet. Die Leukopenie ist auch für eine Reihe anderer Krankheiten typisch, bei denen es sich fast ausschließlich um Blutkrankheiten handelt. Hierzu gehören zum Beispiel

  • aplastische Anämie,
  • Leukämie
  • und Sepsis.

Auch andere, das Blut betreffende Erkrankungen, werden immer wieder mit einem geschwächten Immunsystem in Verbindung gebracht, was vor allem Thrombozytose und Diabetes betrifft.

Am häufigsten sind für Schwächen an der adaptiven Immunabwehr jedoch Infektionskrankheiten verantwortlich. Grundsätzlich löst hier von einer leichten Erkältung oder Grippe bis hin zu schwereren Krankheitsverläufen, wie sie bei der Lungenentzündung, Malaria oder Typhus gegeben sind, eigentlich jede Infektion eine gewisse Immunschwäche aus. Denn egal um welchen Erreger es sich handelt, die Bekämpfung der feindlichen Eindringlinge kostet den Körper viel Kraft und nachdem ein ganzer Schwung neuer Immunzellen zur Infektabwehr gebildet wurde, muss sich das Immunsystem regenerieren. Jedoch sind einige Infektionskrankheiten für die Körperabwehr deutlich gefährlicher als andere und somit ist ihr Risiko bedrohliche Immundefekte zu provozieren höher.

Bestens bekannt ist in diesem Zusammenhang die AIDS-Erkrankung, bei der sich Humane Immundefizienz-Viren (HIV) in die T-Helferzellen des Immunsystems einnisten. Die Infektion erhöht das Infektionsrisiko in lebensgefährlichem Maße und Betroffene sterben für gewöhnlich nicht an der HIV-Infektion selbst, sondern an einer sogenannten opportunistischen Infektion. Darunter versteht man ein Infektionsgeschehen, das durch Krankheitserreger ausgelöst wird, welche sich den geschwächten Zustand des Immunsystems zunutze machen.

Eine ganz ähnliche Gefahr besteht bei der Chemotherapie. Hier sind Immunschwächen mitunter der Hauptgrund, weshalb bei Krebspatienten in Behandlung ein gezielter Infektionsschutz betrieben werden muss.

Nicht zuletzt können der adaptiven Immunabwehr ähnlich wie der angeborenen Immunabwehr auch Ernährungsfehler, Stressbelastung und eine besondere Schafstoffeinwirkung zu schaffen machen. Im Bereich der Ernährung sind hier neben ausreichend Vitaminen und Mineralstoffen vor allem Proteine von besonderer Bedeutung. Denn die Immunzellen sind aus Eiweiß aufgebaut, weshalb ein Eiweißmangel massive Auswirkungen auf die Funktionalität des Immunsystems haben kann.

Stress kann sich negativ auf die Immunabwehr des Körpers auswirken. (Bild: terovesalainen/fotolia.com)

Mit Blick auf Stressauslöser werden bei Abwehrschwächen auch Schlafprobleme stark unterschätzt. Wenn der Körper nicht genügend Zeit zur Erholung bekommt, hat das bedenkliche Auswirkungen auf die Abwehrfunktionen, vor allem im Bereich der Immunzellen- und Antikörperfunktion.

Schadstoffe verursachen im Bereich der Leukozyten wiederum neben oxidativem Stress gelegentlich Schäden an der DNA, was für Funktionsstörungen an den Immunzellen sorgen und im schlimmsten Fall sogar Autoimmunerkrankungen auslösen kann. Außer Umwelt-, Lebensmittel- und Industrieschadstoffen, sind schädliche Substanzen wie Alkohol, Nikotin und Drogen als Risikofaktoren erwähnenswert.

Symptome

In Anbetracht der vielfältigen Aufgaben unseres Immunsystems sind die denkbaren Symptome bei bestehender Immunschwäche relativ umfangreich. Charakteristische allgemeine Krankheitssymptome sind zum Beispiel

Viele davon lassen auf den ersten Blick an eine Atemwegs- oder Magen-Darm-Erkrankung denken. Und tatsächlich sind Krankheiten wie Bronchitis, Erkältung, Lungenentzündung oder ein Magen-Darm-Infekt als Folgeerkrankung der Immunschwächung relativ häufig. Das mag mitunter daran liegen, dass Atemwege und Verdauungstrakt bei Ungereimtheiten im Immunsystem besonders empfindlich reagieren und das noch vor allen anderen Organen. Generell herrscht bei einem geschwächtem Immunsystem erhöhte Infektionsgefahr, die sich dementsprechend in vermehrtem Krankheitsgeschehen äußern kann.

Bei Schwächen in der angeborenen Immunabwehr kann es zusätzlich zu den bereits genannten Symptomen auch zu Beschwerden kommen, die auf eine geschwächte Hautbarriere oder Schleimhautschicht hinweisen. Hierzu zählen

  • erhöhte Blutungsneigung der Haut und Schleimhäute,
  • erhöhte Verletzungsgefahr,
  • Haut- und Schleimhautrötungen,
  • Hautausschlag,
  • offene Hautstellen,
  • Schleimhautentzündungen
  • und Schleimhautschwellungen.

Übrigens: Das Herpesvirus ist dafür bekannt, bei einem geschwächtem Immunsystem neu aufzuflammen. Der Erreger verbleibt nach einer Erstinfektion lebenslang im Körpersystem und nutzt Immunschwächen, um wieder aktiv zu werden. Oftmals macht sich dies durch offene Mundwinkel oder Herpesbläschen bemerkbar.

Stress kann sich negativ auf die Immunabwehr des Körpers auswirken. (Bild: terovesalainen/fotolia.com)

Bei sehr schweren Immunschwächen, etwa durch genetische Mutationen, sind auch deutlich stärkere Beschwerden zu erwarten, das gilt vor allem für Schwächen, welche die Immunzellen oder Antikörper betreffen. Hier können gravierende Immunstörungen auftreten, welche die Funktion der jeweiligen Immunbestandteile sehr beeinträchtigen. Denkbar sind

  • allergische Reaktionen,
  • Autoimmunreaktionen,
  • Komplettversagen der Immunabwehr
  • und lebensgefährliche Superinfektionen.

Diagnose

Festgestellt wird ein Immundefekt einerseits durch Betroffene selbst, indem sie bestimmte Symptome an sich beobachten, die auf ein geschwächtes Immunsystem hindeuten. Eine ärztliche Untersuchung kann dann nach eingehender Patientenbefragung (Anamnese) zu bestehenden Beschwerden und möglichen Ursachen genaueres zutage fördern.

Üblich ist ein sehr ausführlicher Bluttest, bei dem unter anderem die Leukozyt-Werte überprüft werden. Bei gesunden Menschen finden sich im Blut etwa zwischen 4000 und 8000 Leukozyten pro Mikroliter Blut. Bei Menschen mit bestehender Immunschwäche ist der Wert dagegen deutlich herabgesetzt. Ergänzend können am Blutbild auch andere, mit dem Immunstatus zusammenhängende Werte erfasst werden, so zum Beispiel die Anzahl von Antikörpern, welche über den Immunglobulin-Wert (IgG) ermittelt wird. Ebenso geben bestimmte Bluteiweiße und Entzündungsparameter Aufschluss über den Immunstatus der Betroffenen.

Sobald sich ein bestimmter Verdacht auf mögliche Auslöser ergibt, sind weiterführende Untersuchungsmaßnahmen denkbar. Bei einer familiären Häufung von Abwehrschwächen sind zum Beispiel labormedizinische Gentests indiziert. Schwangere können darüber hinaus eine spezielle Fruchtwasseruntersuchung durchführen lassen, bei der das Risiko des ungeborenen Kindes beurteilt wird, eine angeborene Immunschwäche zu entwickeln. Bei körperlichen Krankheiten können zudem bildgebende Verfahren wie Ultraschall (Sonografie), Magnetresonanztomografie (MRT) oder Kernspintomografie (CT) bei der Aufklärung weiterhelfen.

Liegt dem geschwächten Immunsystem ein genetischer Defekt zugrunde, kann dies durch einen Gentest nachgewiesen werden. (Bild: natali_mis/fotolia.com)

Therapie

Für die erfolgreiche Behandlung eines geschwächten Immunsystems ist es wichtig, zunächst die zugrunde liegende Erkrankung in den Griff zu bekommen. Dies geschieht meist mit geeigneten Medikamenten (zum Beispiel Antibiotika bei bakteriellen Infektionserkrankungen). Darüber hinaus gibt es aber noch weitere Möglichkeiten, um das Immunsystem wieder zu stärken. Sie erfordern in fast allen Fällen die Eigeninitiative der Betroffenen, was zeigt, wie wichtig Privatmaßnahmen zur Immunstärkung sind.

Ernährungsmaßnahmen

Die Empfehlung bei bestehender Immunschwäche viel Obst und Gemüse zu verzehren, kommt nicht von Ungefähr. Denn pflanzliche Lebensmittel enthalten besonders viele für das Immunsystem wichtige Nährstoffe. Daneben sind auch Milchprodukte und Fisch wichtige Bausteine für eine immunstärkende Ernährung, da sie das zur Bildung von Abwehrzellen unerlässliche Protein enthalten. Damit Sie bei konkreten Beschwerden künftig wissen, welche Nährstoffe wann gebraucht werden, hier ein kleiner Überblick:

Nährstoff Funktion im Immunsystem
Vitamin A Fördert die Bildung neuer Immunzellen sowie die Antikörperproduktion.
Vitamin B5 Beschleunigt die Immunreaktion und fördert die Wundheilung.
Vitamin C Hilft dem Immunsystem beim Einfangen freier Radikale und senkt das Risiko von Infektionskrankheiten wie zum Beispiel Erkältungen oder Grippe.
Vitamin E Fungiert ebenfalls als Radikalfänger und unterstützt die Erneuerung von Abwehr- beziehungsweise Immunzellen.
Eisen Unterstützt die Fresszellen bei der Erkennung und Aufnahme von Krankheitserregern.
Jod Beschleunigt Stoffwechsel- und Immunprozesse.
Selen Unterstützt bestimmte Enzyme im Immunsystem beim Abbau freier Radikale.
Zink Unterstützt die Antikörperproduktion und beschleunigt neben der Wundheilung auch die Aktivierung von Fresszellen.
Fisch enthält viel Eiweiß, das ein geschwächtes Immunsystem benötigt um wieder zu Kräften zu kommen.(Bild:s haiith/fotolia.com)

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) kennt außerdem noch ganz bestimmte Nahrungsmittel, die das Immunsystem stärken können. Dazu gehören auch Holunder- und Johannisbeeren – zwei Beerensorten, die aufgrund ihres reichen Gehalts an Antioxidantien immunschädigende freie Radikale bekämpfen. Überhaupt sind Beerenfrüchte hierfür eine besondere Empfehlung. Vor allem Aronia, Brombeeren und Heidelbeeren, die wie Schwarze Johannisbeeren aufgrund ihres roten Farbstoffes Anthocyan einen medizinisch hochwertigen Radikalfänger bilden, sollten von Menschen mit bestehender Immunschwäche reichlich verzehrt werden. Um aber zurück zur Traditionellen Chinesischen Medizin zu kommen: Die Lebensmittel, die hier als außergewöhnlich immunstärkend erachtet werden, sind:

  • Ahornsirup,
  • Apfel,
  • Datteln,
  • Hafer,
  • Hering,
  • Holunderbeeren,
  • Schwarze Johannisbeeren,
  • Karotten,
  • Kombu-Alge,
  • Leinsamen,
  • Makrele,
  • schwarze Melasse,
  • Miso-Paste,
  • Pastinaken,
  • >Radieschen,
  • Sanddorn,
  • Sardinen,
  • rohes Sauerkraut,
  • Shiitake Pilze,
  • Zwiebeln,
  • Sojasaucen wie Tamari und Shoyu.

Tipp: Kurzfristig können bei Immunschwächen auch spezielle Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden, welche die Produktion von Abwehrzellen gezielt stimulieren. Denken Sie aber bitte daran, dass Nahrungsergänzungsmittel nie eine Dauerlösung sind und nur zeitlich begrenzt, beziehungsweise unterstützend zu einer gesunden Ernährung Anwendung finden sollten.

Kombu, eine Algenart, wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin für die Stärkung des Immunsystems empfohlen. (Bild: Shawn-Hempe/fotolia.com)

Heilpflanzliche Maßnahmen

Es gibt durchaus eine ganze Reihe an Heilkräutern, die als immunstärkend bekannt sind. Abermals ist hier die fernöstliche Medizin ein wahrer Quell der Gesundheit. Sowohl Ayurveda, als auch die Traditionelle Chinesische Medizin setzen auf eine ganzheitliche Medizin, die in den meisten Fällen eine gezielte Stärkung des Immunsystems miteinbezieht. Die Heilkräuter die dabei als besonders immunstärkend erachtet werden, sind:

  • Chaga-Pilz,
  • Galgant,
  • Ginseng,
  • Ingwer,
  • Jiaogulan,
  • Schisandra-Beeren,
  • Taigawurzel,
  • Tragant,
  • Tulsikraut
  • und die Kräutermischung Triphala.

Es gibt auch in der heimischen Naturheilkunde zahlreiche Kräuter, die bei Immunschwächen helfen sollen. Wie asiatische Kräuter werden sie in der Regel als Gesundheitstee zubereitet, der das Immunsystem gezielt von innen heraus stärkt. Bei Kräutern wie Sanddorn, Ingwer oder Holunder überschneiden sich hier die Empfehlungen sogar mit der ayurvedischen Sichtweise und der Traditionellen Chinesischen Medizin, was zeigt, dass die Behandlungsansätze hier gar nicht so verschieden sind und man offenbar länderübergreifend ähnlich gute Ergebnisse in der Anwendung erzielte. Ergänzt wird die Liste der fernöstlichen Heilkräuter bei geschwächtem Immunsystem demnach durch:

  • Aloe Vera,
  • Andorn,
  • Hagebutte,
  • Himbeere,
  • Knoblauch,
  • Meerrettich,
  • Mistelkraut,
  • Sonnenhut,
  • Spirulina,
  • Tausendgüldenkraut,
  • Thuja,
  • Wasserdost
  • und Zitrone.
Knoblauch gehört zu den Gewürzen, die für ihre immunstärkende Wirkung bekannt sind. (Bild: Natasha-Breen/fotolia.com)

Entspannungsmaßnahmen

Da ein geschwächtes Immunsystem noch sensibler auf Stressfaktoren reagiert, als es das Immunsystem ohnehin schon tut, ist es wichtig, zur Regeneration der Abwehrfunktion durch ausreichende Schonung und Entspannung beizutragen. Dies beinhaltet zunächst einmal geregelte Schlafzeiten. Stellen Sie sicher, dass ihr Schlafplatz frei von Lärmbelästigung ist und während des Schlafs weder Schadstoffe noch grelles Licht Ihre Erholung beeinträchtigen. Vor dem Schlafen sollte außerdem gut gelüftet werden, damit der Körper in der Ruhephase frischen Sauerstoff tanken kann.

Entspannungsübungen wie Qi-Gong helfen einem geschwächten Immunsystem wieder zu Kräften zu kommen. (Bild: ulza/fotolia.com)

Weitere Maßnahmen zur Entspannung können unter anderem

Das Einplanen von genügend Erholungsphasen in den Alltag ist ebenfalls sehr wichtig. Ein randvoller Terminplan ist deshalb zu vermeiden, ebenso wie hektische Aktivitäten. Bei vorliegender Grunderkrankung verordnen die meisten Ärzte ohnehin Bettruhe.

Abhärtungsmaßnahmen

Sportliche Betätigung zur Abhärtung des Immunsystems kommt nur infrage, wenn der Körper sich nicht von einer strapaziösen Krankheit erholen muss. Ist das nicht der Fall, kann Sport unwahrscheinlich viel zur Immunstärkung beitragen. Dabei sollten Betroffene aber leichte Sportarten wie Fahrradfahren, Schwimmen (nur bei Infektfreiheit!), Gymnastik, Wandern oder Walking ganz klar Extremsportarten vorziehen. Denn eine zu starke Verausgabung könnte dem Immunsystem mehr zusetzen als nützen, insbesondere wenn es sich bei den Sporttreibenden um Neueinsteiger handelt. Empfehlenswert ist, das Sportpensum nur Schritt für Schritt zu steigern und so den Grad der Abhärtung für das Immunsystem stetig zu erhöhen.

Zwei weitere Maßnahmen, die immer wieder gerne im Rahmen der Immunabhärtung durchgeführt werden, sind Wechselduschen und Saunagänge. Das Wechselduschen soll durch extreme Temperaturschwankung das Immunsystem kurzfristig fordern und so dessen Widerstandsfähigkeit verbessern. Ähnlich sieht es auch bei Saunagängen aus, wobei diese abermals nur zu empfehlen sind, sofern keine strapaziöse Grunderkrankung das Immunsystem ohnehin schon stark in Mitleidenschaft gezogen hat. Zum einen sind die Temperaturen in einer Sauna wirklich äußerst extrem, was einem krankheitsbedingt stark geschwächten Immunsystem die letzten Kraftreserven abverlangen könnte. Zum anderen bergen unzureichend auskurierte Infektionserkrankungen bei Saunagängen die Gefahr der Krankheitsübertragung.

Rauchen, ebenso wie der Konsum von Alkohol, kann zu einer Schwächung des Immunsystems führen. (Bild: vchalup/fotolia.com)

Operative Maßnahmen

Die meisten Behandlungsoptionen sind nur bei erworbenen Immunschwächen hilfreich, zumindest, wenn es um die vollständige Behebung des Defektes geht. Bei angeborenen Immundefekten können die Maßnahmen zwar ebenfalls eine zusätzliche Immunstärkung erzielen, eine vollständige Beendigung des geschwächten Immunstatus erreichen sie hier jedoch nicht. Glücklicherweise gibt es aber auch für Betroffene mit genetisch bedingten Immunschwächen inzwischen Hilfe. Die Stammzellentransplantation kann beschädigte Immunzellen durch gänzlich gesunde ersetzen. Dabei werden die Stammzellen eines gesunden Spenders transplantiert, welche dann die geschwächte Immunabwehr unterstützen und sie zur störungsfreien Funktion anregen. Im weiteren Verlauf reproduziert das Immunsystem vermehrt Duplikate der gesunden Spenderzellen, sodass am Ende nur noch gesunde Abwehrzellen im Immunsystem zirkulieren. Auf diese Weise lassen sich selbst schwere krankheitsbedingte Schwächen des Immunsystems langfristig beheben. (ma)

Autor:
Miriam Adam
Quellen:
  • Shankar Mondal, Saurabh Verma, Satya Narayan Naik et al.: Double-blinded randomized controlled trial for immunomodulatory effects of Tulsi (Ocimum sanctum Linn.) leaf extract on healthy volunteers, Journal of ethnopharmacology, (Abruf 04.07.2019), Researchgate
  • Christoph Raschka, Stephanie Ruf: Sport und Ernährung, Thieme Verlag, 3. Auflage, 2017
  • Andreas Jopp: Risikofaktor Vitaminmangel, Trias Verlag, 5. Auflage, 2017
  • Susan Farmand, Ulrich Baumann, Horst von Bernuth et al.: Leitlinie „Diagnostik auf Vorliegen eines primären Immundefekts“, (Abruf 04.07.2019), AWMF
  • Peter J. Delves: Überblick über das Immunsystem, MSD Manual, (Abruf 04.07.2019), MSD