Duftgarten – Anlegung, Nutzung und geeignete Pflanzen

Wohlriechende Rosen, aromatischer Lavendel oder zitronige Melisse? Ein Duftgarten komponiert verschiedene Gerüche so, dass sie ein stimmiges Ensemble geben. Aromatische Vielfalt der Pflanzen betört nicht nur unsere Nase, sondern dient auch dem Artenschutz: Schmetterlinge, Bienen und Hummeln sind verrückt nach den Duftpflanzen.


Duftgärten – Die wichtigsten Fakten

  • Bei Pflanzen duften Blüten ebenso wie Blätter, Rinden oder das Holz. In einen Duftgarten passen Blumen ebenso wie Sträucher, Kräuter und Bäume.
  • Ein Duftgarten sollte Bodendecker ebenso wie hohe Stauden und Rankenpflanzen umfassen.
  • Stark riechende Pflanzen sollten besser allein stehen.
  • Es gibt Duftpflanzen für Sonne wie für Schatten, für Trockenheit wie für Feuchtgärten, für Mittags- wie Mitternachtsbouquet.
  • Achten Sie vorher darauf, welche Düfte ihnen gefallen.
  • Wenn Sie heimische Pflanzen wählen, deren Geruch Bestäuber anlockt, erfreuen Sie sich an Schmetterlingen und Bienen, ja sogar an Fledermäusen und fördern den Artenschutz.
Ein Duftgarten komponiert verschiedene Gerüche so, dass sie ein stimmiges Ensemble geben. Aromatische Vielfalt der Pflanzen betört nicht nur unsere Nase, sondern dient auch dem Artenschutz. (Bild: stockpics/fotolia.com)

Wo lege ich einen Duftgarten an?

Die ätherischen Öle geben ihre Düfte am besten frei, wenn es sonnig und windstill ist. Deshalb eignen sich Trockenmauern oder südlich gelegene Wände bestens, denn hier verstärken die von der Sonne erwärmten Steine das Parfüm der Pflanzen. Minze und Zitronenmelisse, Lavendel und Kletterrosen eignen sich bestens an so einem Standort. Tipp: Wenn Sie nur wenig Platz haben, können Sie auch Edelwicken einsetzen. Diese wachsen mit einer Hilfe bis in die Höhe der Nase.

Aromatische Pflanzen – Eine Auswahl

Es gibt Duftbäume wie Tannen, Fichten oder Amber, Duftblumen wie Rosen und Veilchen, komplette Dufthecken, Duftkräuter wie Thymian und Duftsträucher wie Flieder. Duftstoffe verströmen zum Beispiel: Anis, wilde Angelika, Engelwurz, Lorbeer, Bitterorange, Wermut, Basilikum, Beifuß, Waldmeister, Kamille, Römische Kamille, Echter Garmander, Nelkenwurz, Eberwurz, Scharbockskraut, Ackerminze, Wasserminze, Bergminze, Pfefferminze, Meerfenchel, Edelrauke, Rote Rose, Rosmarin, Hundsrose, Heckenrose, Mädesüß, das süß duftet, Ampfer, der zitronig duftige Muskatellersalbei, Sandthymian, Thymian, Zitronenthymian, Vanille, Ehrenpreis oder Safran, Wunderblume und Ziertabak, Lebkuchenbaum (die Blätter duften wie Lebkuchen), Magnolien, Flieder, Sommerflieder, der süßlich riechende Goldlack oder Blauregen, Flammenblume, Zaubernuss mit Honigduft, Schokoladenblume oder die nach reifer Banane riechende Arabische Ringelblume, Zitronenmelisse (der Name sagt es).

Die Duftwicke rankt sich an Gestellen, Hecken und Mauern empor. Ihre zarten Blüten duften nach Vanille. Es handelt sich um einen Schmetterlingsblütler, einen Verwandten der Duftnessel und eine ausgezeichnete Schmetterlingspflanze. Die Flammenblume ist ebenfalls ein Superstar für Falter. Sie lockt mit einem sanften Pfefferduft, der an Weihnachten erinnert. Die Nachtviole verströmt ihre Düfte aus den violett bis weißen Blüten am Abend. Ihr Duft ist süß und schwer. Lavendel und Zitronenverbene eignen sich auch für den Balkon und die Fensterbank. Bei der Verbene duften die hellgrünen Blätter. Bei der Weihrauchpflanze (nicht zu verwechseln mit dem Weihrauchbaum) riechen die grünweißen Blätter stark nach Zitrone und halten Insekten fern.

Wenn der weiße Flieder wieder blüht

Wenn der weiße Flieder wieder blüht, dann erfüllt er die Luft mit süßlichem Duft und kündigt den vollen Frühling an. Flieder duftet intensiv, große Sträucher geradezu penetrant. Die Blüten sind weiß, rosa, purpur oder lila, ordnen sich zu Rispen und blühen von Ende April bis Juni. Flieder hat wenig Ansprüche, wächst in unseren Breiten ausgezeichnet und schnell und breitet sich aus.

Flieder hat einen intensiven Geruch, die Blüten sind weiß, rosa, purpur oder lila und er blüht von Ende April bis Juni. (Bild: stsvirkun/fotolia.com)

Rosen

Die Rose gilt als Königin der Düfte und edles Rosenöl wie Rosenwasser zum Beispiel aus der Damaszener Rose wird auf den Märkten gehandelt wie Gold. Sie können zwischen mehreren zehntausend Sorten wählen. Achten Sie auf folgendes: Gefüllte Rosen sind für Insekten unnütz und gehören nicht in einen Naturgarten.

Rosenduft ist derweil eine Wissenschaft für sich und erinnert an die verschiedenen Geschmacksnuancen bei Wein: So duften manche Rosen hauchend, andere ausbreitend, ganz dreiste raumfüllend, wieder andere nur spurenhaft. Der Duft selbst ist mal warm, mal kühl, mal elegant, mal berauschend, mal krautig, mal herb oder vornehm.

Einige Rosen blühen nur Tage nach dem Aufblühen, andere bei Regen, wieder andere in der Mittagssonne, und noch andere sind launisch. Bei diesen Rosen verändert sich der Duft und jene duften nur an einem speziellen Standort. Informieren Sie sich genau bei ihrem Rosengärtner.

Worauf sollten Sie achten?

Achten Sie darauf, den Duftgarten in mehreren „Stockwerken“ zu pflanzen. Am Boden können Duftkräuter wie Lavendel, Rosmarin oder Thymian stehen, in Hüfthöhe zum Beispiel Heckenrosen, an Mauern, Zäunen oder Rankgittern Kletterrosen oder Weißer Jasmin. In Nasenhöhe wächst zum Beispiel die Engelstrompete. Außerdem ist es schlau, die Geruchspflanzen dort zu platzieren, wo Sie diese auch riechen können – an der Terrasse, in der Nähe eines Gartentisches oder Pavillons, in einer Sitzecke oder in einem Rosenbogen.

Sie können sogar einplanen, wann Sie an welchen Stellen im Garten sind. Arbeiten Sie ganztags und genießen die lauen Sommerabende auf der Hollywoodschaukel? Dann eignen sich am besten Nachtdufter. Weiterhin sollten Sie den Garten so anlegen, dass sich in der gesamten Blütezeit von April bis Oktober die Duftwogen verbreiten – oder sogar darüber hinaus.

Wohlgeruch auf Terrasse und Balkon

Terrasse und Balkon sind die Bereiche, in denen Sie sich am meisten aufhalten, bzw. der Ersatz, wenn Sie keinen Garten haben? Hier können Sie Anfang des Jahres mit Narzissen, Hyazinthen und Hasenglöckchen beginnen, im Sommer zum Beispiel Rosen, Nelken und Minze blühen lassen. Auch Zitronen- wie Orangenbäumchen eignen sich. Haben Sie nur wenig Platz? Dann können Sie duftende Rankenpflanzen wie Edelwicken ansiedeln.

Anfang des Jahres eignen sich Narzissen, Hyazinthen und Hasenglöckchen, im Sommer zum Beispiel Rosen, Nelken und Minze. Sie sollten den Garten so anlegen, dass sich in der gesamten Blütezeit von April bis Oktober die Duftwogen verbreiten. (Bild: Sabine Schönfeld/fotolia.com)

Duften für die Artenvielfalt

Pflanzen duften nicht, um Menschen zu betören, sondern um Insekten anzulocken. Bienen lieben zum Beispiel den Duft von Glockenblumen, Fächerblumen, Kapuzinerkresse, Verbenen, Margeriten und Sonnenblumen, Löwenmäulchen, Mädesüß und Lavendel.

Pflanzenduft

Pflanzenduft geht meist auf die ätherischen Öle in Blüten und Blättern zurück. Diese verströmen viele Blumen nur zu bestimmten Tages- und Jahreszeiten. Salbei duftet beispielweise nur, wenn Bienen unterwegs sind, also tagsüber – das Geißblatt hingegen nur abends, wenn die Nachtfalter kommen. Solche Düfte müssen für Menschen nicht gut riechen: Manche Orchideen stinken nach verwesendem Fleisch, um Fliegen zu ködern, die sich davon ernähren.

Andere Duftstoffe sind die „Sprache“, in der sich Pflanzen mit anderen Pflanzen unterhalten und sie sogar vor Schädlingen warnen. Dazu gehören Terpene. Dann wieder gibt es Düfte, die die Feinde von Schädlingen anlocken. Zum Beispiel lockt die Limabohne Fressfeinde der Spinnmilbe an.

Die Pflanze zur Nase bringen

Einige der am besten riechenden Pflanzen wie Lavendel sind Bodendecker. Hier hilft ein kleiner Trick, sie in Nasenhöhe zu bringen, wenn Sie nicht ständig auf dem Bauch durch den Garten kriechen möchten.
Stellen Sie die Pflanzen entweder in Töpfen erhöht oder legen Sie noch besser gleich ein Hochbeet an. Sie können dazu malerische Natursteine als Trockenmauer verwenden oder Totholz, oder aber ein Lattengerüst.

Düfte in den Jahreszeiten

Schneeball blüht bereits Ende April und ist neben dem Waldmeister einer der ersten Duftspender. Im Mai blühen dann Flieder, Mädesüß und Maiglöckchen, ab Juli der Sommerflieder oder Schmetterlingsstrauch. Sie können größere Duftpflanzen wie die Fliederbüsche mit Maiglöckchen, Nelken oder Lavendel unterpflanzen.
Rosen blühen im Sommer, je nach Art ab Juni. Strauch- und Edelrosen sind oft extra auf Duft gezüchtet, aber auch viele Ramblerrosen, die sich Rosenbögen entlang ranken, erfreuen die Nase. Mit Rosenspalieren, Rankgestellen oder einem Zaun können Sie Kletterrosen sogar auf dem Balkon genießen. Zu Rosen passen gut Minz- oder Lavendelbüschchen.

Ramblerrosen, die sich einen Rosenbogen entlang ranken, erfreuen die Nase. Mit Rosenspalieren, Rankgestellen oder einem Zaun können Sie Kletterrosen sogar auf dem Balkon ziehen.(Bild: fineart-collection/fotolia.com)

Gewürze im Duftgarten

Was gut schmeckt, riecht oft auch gut. Viele Gewürze, Küchenkräuter und Heilpflanzen geben ihre Aromen in die Luft ab. Allerdings entweichen die ätherischen Öle häufig erst, wenn Pflanzenteile knicken oder abbrechen. Deshalb ist ein Thymianteppich eine tolle Idee: Sie pflanzen Thymian oder Zitronenthymian in Ritzen auf dem Gartenweg und treten so beim Gehen auf die Zweige mit der Wirkung, als ob Sie ein Parfüm versprühen. Für einen solchen Teppich eignen sich auch Römische Minze und Teppichminze.
Vielen Städtern nicht bekannt ist, dass Oregano stark duftende rosaweiße Blüten bildet, die uns von Juni bis September erfreuen, und dass die Kapuzinerkresse nicht nur in Salaten schmeckt, sondern auch Gartenbänke mit gelborangefarbener Pracht umgarnt.

Für eine mediterrane Duftnote sorgt eine Kräuterspirale mit Rosmarin, Basilikum, Salbei, Oregano und Lavendel. Der süße Lavendel ergänzt das harzige Bouquet des Rosmarins und den herb-würzigen Salbei.

Pflanzen auswählen

Wenn Sie Parfüm kaufen, wählen Sie es nach dem Duft aus. Bei Pflanzen ist das im Prinzip auch so, doch wie immer im Garten müssen Sie auch darauf achten, wann die Pflanzen blühen, wie viel Sonne und welchen Boden sie brauchen, und zu welcher Tageszeit sie ihren Duft verströmen. Auch wie intensiv sie riechen, ob es sich um Bodendecker handelt, um Rankenpflanzen, um Sumpfgewächse oder um Kräuter aus Trockenzonen, ist zu berücksichtigen.

Sie sollten Pflanzen mit gleicher Duftstärke kombinieren, damit nicht die derben Wolken der einen den zarten Hauch der anderen ersticken. Bei stark duftenden Pflanzen sollten Sie sich überlegen, ob sie diese nicht besser für sich stehen lassen statt sie mit anderen zusammenzubringen. Warum? Wenn mehrere Pflanzen intensive Düfte verbreiten, vermischen sich diese zu einem neuen Duft – so als ob Sie fünf Parfüms zugleich auftragen. Zurückhaltender im Geruch sind zum Beispiel Ginster, Akelei oder Pfingstrose. Nachtdufter für Fledermäuse, Motten und Nachtschwärmer sind Gemshorn, Levkojen, Nachtjasmin, Nachtkerze und Engelstrompete.

Ginster ist zurückhaltender im Geruch, ebenso Akelei oder Pfingstrose. Sie sollten Pflanzen mit gleicher Duftstärke kombinieren, damit nicht die derben Wolken der einen den zarten Hauch der anderen ersticken. (Bild: smellypumpy/fotolia.com)

Vom Winde verweht

Beachten Sie den Wind. Liegt ihr Grundstück windgeschützt zum Beispiel an einem Berghang? Dann haben Sie kaum ein Problem. Herrscht in ihrem Garten aber Durchzug, dann vertreibt eine steife Brise auch die flüchtigen ätherischen Öle. In diesem Fall sind Sie gut beraten, Duftnischen anzulegen, in denen die Pflanzen ihr volles Aroma entfalten können. Möglichkeiten dazu gibt es viele: Sie können in einer windstillen Ecke ein Kräuterbeet anlegen oder Duftstauden an eine Hecke wie eine Mauer pflanzen. Sie können auch ein Rondell aus Natursteinen anlegen und darin einen Duftraum schaffen.

Das Duftkräuterbeet

Manche Pflanzen riechen vorzüglich, sind aber giftig wie beispielsweise die Engelstrompete. Für ein Duftkräuterbeet gilt das nicht. Die Kräuter sind zugleich Gewürz, Heilmittel und ein Vergnügen für die Nase. Auf den Duftrasen passen Kamille und Thymian. Beide brauchen kaum Pflege, Thymian kommt als Mittelmeerkraut auch mit wenig Wasser aus, genießt indessen Sonne. Kapuzinerkresse wächst fast überall, Salbei und Muskatellersalbei wuchern bisweilen so, dass sie die herb duftenden Schönheiten im Zaum halten müssen. Dazu ist Salbei ein Heilkraut erster Güte, wirkt antiseptisch und antibakteriell, und ein Tee aus Salbeiblättern ist das Hausmittel erster Wahl bei Halsschmerzen und Heiserkeit. Oregano riecht würzig und fördert die Verdauung.

Mädesüß

Die mediterranen Düfte von Thymian, Oregano und Lavendel sind in sonnigen Steinbeeten oder sogar in Wegritzen in ihrem Element. Ist es bei ihnen aber feucht, liegt ihr Garten gar im Einzugsgebiet eines Flusses? Dann müssen Sie dennoch nicht auf einen Duftgarten verzichten. Mädesüß ist eine typische Pflanze von Auwäldern, Flussufern, feuchten Gräben oder der Sumpfzone von Weihern. Der Name verweist darauf, dass unsere Vorfahren die Süße schätzten und vermutlich Met, den Honigwein, damit würzten. Ab Mai wuchert die Pflanze mit einem Meer aus weißen Blüten und strahlt einen schweren Honigduft ab, der ein wenig an süffigen Likör erinnert.

Elisabeth I. liebte den Duft, und die Dörfler vergangener Zeiten streuten die gemähten Pflanzen auf den Fußboden – als damalige Form des Raumsprays. Mädesüß riecht sehr stark, und Sie sollten erschnüffeln, ob sie den Geruch mögen, bevor Sie Mädesüß ansiedeln. Manchen ist das Odeur zu aufdringlich.

Inspirationen

Um Ideen für einen eigenen Duftgarten zu sammeln, können Sie einen der Duftgärten in Deutschland besuchen, zum Beispiel auf der Blumeninsel Mainau im Bodensee, im Familiengarten Eberswalde, im Themengarten im Südpark Düsseldorf, im Rhododendronpark in Bremen oder im Botanischen Garten in Berlin. (Dr. Utz Anhalt)