Heilende Salben der Naturheilkunde selbst herstellen

Gelbe Salbe in durchsichtigem Tiegel und zwei Ringelblumen auf einem Holztisch.

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Die besten Heilsalben aus der Naturheilkunde

Salben mit Wild- und Heilkräutern werden schon seit Jahrtausenden als natürliches Heilmittel eingesetzt. Die Anwendungsgebiete sind vielfältig und reichen von der Pflege trockener Haut über Wundheilung bis hin zur Behandlung von Prellungen und Zerrungen. Gewöhnliche Salben aus dem Handel haben jedoch oft eine lange Liste an Inhaltsstoffen, die bei vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern für Unsicherheit und Zweifel in Hinblick auf mögliche Schadstoffe und die Verträglichkeit sorgt. Um dies zu umgehen, können Sie sich mit einigen wenigen Zutaten und Utensilien eine Salbe selbst herstellen, die genau auf ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt ist. Wie die Salbenherstellung funktioniert und was Sie dafür alles benötigen, erfahren Sie im Folgenden.


Heilende Salben einfach selbst herstellen

Heilende Salben haben eine sehr lange Tradition in der Naturheilkunde und werden bis heute erfolgreich bei verschiedenen Beschwerdebildern eingesetzt. Je nachdem, aus welchen Zutaten die Salbe besteht, kann sie beispielsweise zur Versorgung von rauer und rissiger Haut, für die Wundheilung oder zur Linderung von Schmerzen und Juckreiz eingesetzt werden. Die Herstellung einer Heilsalbe ist gar nicht schwierig und kommt vor allem ganz ohne chemische Zusätze aus. Die eigene “Salbenküche” hat viele Vorteile: Sie wissen am Ende ganz genau, welche Stoffe in ihrer Salbe enthalten sind, können gesammelte Heilpflanzen sinnvoll verwenden und produzieren nur so viel, wie Sie tatsächlich benötigen.

Gelbe Salbe in durchsichtigem Tiegel und zwei Ringelblumen auf einem Holztisch.
Die eigene Herstellung von Salben ist kinderleicht und kommt ganz ohne Chemie aus. (Bild: Simone/fotolia.com)

Salbenherstellung – Zutaten und Utensilien

Für die Salbenherstellung benötigen Sie nicht viel – wichtig ist jedoch, dass Sie bei den Zutaten darauf achten, dass diese qualitativ hochwertig und naturbelassen sind. Die Grundzutaten für eine selbst gemachte Salbe sind zum einen Öle bzw. Fette wie zum Beispiel Oliven-, Sonnenblumenkern-, Kokos- oder Jojobaöl. Neben dem benötigen Sie einen sogenannten Konsistenzgeber, damit die Salbe streichfähig wird. Hier eignet sich Bienenwachs sehr gut, ebenso können Lanolin oder pflanzliche Fette wie Shea- oder Kakaobutter verwendet werden, um die Salbe geschmeidiger zu machen.

Um die selbst gemachte Salbe mit den gewünschten Wirkstoffen anzureichern, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Entweder Sie verwenden ätherische Öle, was recht unkompliziert ist, denn es reichen bereits einige Tropfen, um beispielsweise die wundeheilende oder hautpflegende Wirkung der Salbe zu verstärken. Oder Sie verwenden einen (selbst hergestellten) Ölauszug bzw. eine Tinktur aus Heilpflanzen, um den gewünschten Effekt zu erreichen. Hier sind die Möglichkeiten schier unerschöpflich – so sollen beispielsweise Ringelblumen bei wunden Stellen helfen, Beinwell soll bei Quetschungen und Prellungen und Lavendel gegen Mückenstiche helfen.

Neben dem benötigen Sie zur Herstellung ihrer persönlichen Salbe noch einige Utensilien. Wie Silvia Zweimüller in ihrem Buch “DIY Heilsalben: Natürlich gesund” erklärt, sind dies:

  • ein Emailkochtopf für Ölauszüge oder das Waserbad,
  • eine Präzisions-Waage,
  • Gurken- oder Marmeladengläser mit etwa 250 bis 500 Milliliter Fassungsvermögen oder feuerfeste Laborgläser (erhältlich im Naturkosmetikbedarf) zum Erwärmen der Zutaten,
  • Glascremetiegel oder kleine Marmeladengläser zum Abfüllen. Besser kleine Gefäße nehmen, um die Salbe schneller aufzubrauchen. (Wichtig: Die Salbe immer mit einem Spatel entnehmen, so gelangen weniger Bakterien hinein!),
  • feuerfeste Gläser,
  • einen Glasrührstab oder asiatische Essstäbchen,
  • Alkohol zum Desinfizieren und Reinigen der Utensilien (zum Beispiel hochprozentiger Schnaps oder alkoholisches Desinfektionsmittel),
  • ein Sieb zum Filtern der Kräuter,
  • ein Spatel,
  • bei Bedarf ein Thermometer,
  • bei Bedarf ein Handmixer mit Quirl, um Fett- und Wasserphase zu verbinden,
  • Etiketten für die genaue Beschriftung der Tiegel mit Datum und Inhalt.

Rezept für Beinwellsalbe

In ihrem Buch stellt die Dipl. Krankenschwester und Kräuter-Expertin Silvia Zweimüller ihr bewährtes Rezept für eine Beinwell-Salbe vor:

Zutaten:

  • eine Handvoll Beinwellwurzeln,
  • Ein bis zwei Salomonsiegelwurzeln,
  • 250 Milliliter Olivenöl,
  • 22 Gramm Bienenwachs,
  • 30 Gramm Lanolin (Wollfett),
  • eventuell 30–50 Milliliter Arnikaöl
  • sowie eventuell ein paar Tropfen ätherisches Lavendelöl.

Zubereitung Ölauszug:

  1. Eine Handvoll Beinwellwurzeln sauber waschen, trocken tupfen und mit ein, zwei Salomonsiegelwurzeln klein schneiden.
  2. Alles in 250 Milliliter Olivenöl erwärmen (max. 60–70 °C) – nicht frittieren! Immer wieder von der Platte nehmen und wieder erwärmen (Restwärme ausnutzen!). Dies etwa zwei Tage immer wieder wiederholen.
  3. Dann abseihen und die Wurzeln gut ausdrücken.

Zubereitung Salbe:

  1. 22 Gramm Bienenwachs und 30 Gramm Lanolin zugeben. Im Wasserbad erwärmen und rühren, bis alles geschmolzen ist. Wenn Arnikaöl zur Verfügung steht, etwa 30–50 Milliliter tropfenweise zufügen, dann aber 25 Gramm Bienenwachs verwenden. Wer kein Lanolin (Wollfett, tierischer Ursprung) verwenden möchte, kann es durch Kakaobutter oder Sheabutter ersetzen.
  2. Eventuell einige Tropfen ätherisches Lavendelöl zugeben.
  3. In peinlich saubere Tiegel füllen (zum Beispiel mit einer in Alkohol getränkten Küchenrolle ausreiben) und erst verschließen, wenn der Inhalt ganz ausgekühlt ist, damit sich kein Kondenswasser bilden kann.
Selbst zubereitete Salbe in weißem Tiegel mit Beinwell-Blüte als Dekoration.
Beinwellsalbe kann zum Beispiel bei Zerrungen und Prellungen Linderung verschaffen. (Bild: Madeleine Steinbach/fotolia.com)

Beinwell gegen Schmerzen und äußere Verletzungen

Die Wurzeln des Beinwell (Symphytum officinale) werden im Oktober oder im zeitigen Frühjahr gegraben. Sie enthalten besonders viel Allantoin – es löst Wundsekrete auf und fördert die Granulation. Im Zusammenspiel mit Kieselsäure wird das Zusammenwachsen der Knochen beschleunigt. Es fördert auch die Zellneubildung, die Regeneration von Gewebe und die Durchblutung. Verwendet wird Beinwell bei

  • Prellungen,
  • Zerrungen,
  • Blutergüssen,
  • Knochenverletzungen wie Brüchen,
  • Venenerkrankungen,
  • schlecht heilenden offenen Beinen
  • sowie bei allen anderen schlecht heilenden Wunden.

Die Weißwurz – wie Salomonsiegel auch genannt wird – wirkt besonders gut auf Bänder und Sehnen. Aus den Wurzeln von Salomonsiegel entsteht ein Ölauszug, der eine besonders wirksame Grundlage für eine Gelenkssalbe darstellt.

Rezept für Braunwurz-Lippenbalsam

Silvia Zweimüllers Rezept für eine natürliche Braunwurz-Salbe ist leicht umzusetzen und ergibt eine heilende Paste, die sich besonders bei Hautschäden bewährt hat. Auch bei Fieberbläschen bzw. Herpesbläschen kann die Braunwurz-Salbe gute Dienste leisten, daher empfiehlt die Kräuter-Expertin bei Bedarf die Salbe als Lippenpflege in Lippenstifthülsen umzufüllen.

Zutaten:

  • 60 Milliliter Braunwurzöl,
  • 25 Gramm Sheabutter (oder Kakaobutter, Lanolin, Bienenwachs)
  • und 25 Milliliter Braunwurztinktur (auch starker Tee ist möglich).

Zubereitung:

  • Braunwurzöl in ein feuerfestes Glasgefäß geben. Sheabutter hinzufügen und im Wasserbad erhitzen, dabei rühren.
  • In einem anderen Gefäß die Tinktur auf gleiche Temperatur erwärmen.
  • Die erwärmte Tinktur (Wasserphase) in das Ölgemisch (Fettphase) rühren. Nicht umgekehrt! Bei geringster Hitze im Wasserbad etwa 30 Minuten den Alkohol ausdampfen lassen. Immer wieder umrühren. Danach aus dem Wasserbad nehmen und in saubere Tiegel abfüllen. Wer sich einen guten Duft wünscht, gibt ein paar Tropfen ätherisches Öl nach Wahl dazu.
  • In Lippenpflege-Hülsen abfüllen und bei Bedarf auftragen.

Braunwurzöl erhält man, indem man bereits im Sommer Wurzeln und eventuell auch Kraut in einem guten Öl ansetzt (Wurzeln ab April) und etwa drei Wochen warm stehen lässt, dann abfiltert und die Flasche dunkel aufbewahrt. Wenn es schnell gehen soll, macht man einen Heißauszug wie bei der Beinwell-Salbe.

Öl, Ringelblüten, Sieb, ein Cremetiegel und ein Braunglas-Tiegel auf einem Tisch.
Aus den Blüten der Ringelblume lässt sich ohne Mühe eine heilsame Wundsalbe herstellen. (Bild: fotoknips/fotolia.com)

Ringelblumensalbe selber machen

Aus den Blüten der Ringelblume (Calendula) können Sie ohne viel Mühe eine heilende Salbe zubereiten, die sich wunderbar zur natürlichen Behandlung von Hauterkrankungen und Wunden eignet.

Zutaten:

  • 50 Gramm getrocknete Ringelblumenblüten,
  • 500 Milliliter Olivenöl,
  • 40 Gramm Kakaobutter,
  • und 40 Gramm Bienenwachs.

Zubereitung:

  • Übergießen Sie die getrockneten Ringelblumenblüten mit dem Öl und lassen Sie die Mischung, fest verschlossen in einem Glas, zwei bis drei Wochen an einem warmen Ort stehen.
  • Geben Sie das Blütenöl in einen Topf und erhitzen Sie es bis kurz vor dem Siedepunkt. Dann die Kakaobutter und das Bienenwachs hinzugeben.
  • Wenn alles geschmolzen ist, nehmen Sie den Topf vom Herd und verrühren Sie den Inhalt gründlich. Lassen Sie die Flüssigkeit abkühlen, bis sie fest zu werden beginnt. Dann wird die Salbe in dunkle Gläser abgefüllt.

(sb, nr)

Autor:
Dipl. Sozialwiss. Nina Reese
Quellen:
  • Silvia Zweimüller: DIY Heilsalben: Natürlich gesund, Freya Verlag, 2015
  • Ben-Erik van Wyk, Coralie Wink, Michael Wink: Handbuch der Arzneipflanzen, Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, 3. Auflage, 2015
  • Thomas Kopal, Angelika Lenz et al.: Großmutters Hausmittel neu entdeckt, Readers Digest Deutschland, 2000

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.