Pflaumen – Inhaltsstoffe, Anwendungen und Zubereitung

Dr. Utz Anhalt

Pflaumen schmecken süß und regen die Verdauung an

Die handelsübliche Pflaume ist eine Kreuzung aus der Kirschpflaume und der Schlehe. Der Großteil des weltweiten Anbaus findet in China statt. Die Früchte des Pflaumenbaums enthalten zwar vor allem Wasser, jedoch auch Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. Sie sind verdauungsfördernd und reinigen den Darm.


Inhaltsstoffe

Pflaumen bieten zahlreiche Vitamine, dazu gehören:

  • Provitamin A,
  • verschiedene B-Vitamine,
  • Vitamin C,
  • Vitamin D,
  • Vitamin E und
  • Vitamin K.

Vitamin C ist zwar nicht in so hohem Ausmaß vorhanden wie beispielsweise in Kirschen, aber insgesamt liefern Pflaumen eine hohe Bandbreite an Vitaminen.

Pflaumen enthalten reichlich Vitamine und Mineralstoffe. (Bild: Markus Mainka/fotolia.com)

An Mineralstoffen enthalten sie:

  • Natrium,
  • Kalium,
  • Calcium,
  • Magnesium,
  • Phosphor,
  • Schwefel,
  • Chlorid,
  • Zink,
  • Kupfer,
  • Mangan,
  • Fluorid,
  • Iodid sowie
  • Spurenelemente von Eisen, Zink, Kupfer, Mangan, Fluorid und Iodid.

Süße Energie

Pflaumen liefern besonders viel Fruchtzucker, stellen so schnell Energie zur Verfügung, und sind gut geeignet für Sportler sowie bei körperlicher Tätigkeit allgemein. Getrocknete Pflaumen machen sich ausgezeichnet als Snack bei langen Wanderungen. Durch ihren hohen Zuckeranteil sind Pflaumen auch reicher an Kalorien als andere Früchte: 100 Gramm enthalten circa 47 Kalorien, Trockenpflaumen sogar 225 Kalorien. Wer unter Fructoseintoleranz leidet, sollte jedoch keine Pflaumen essen – Bauchschmerzen und Durchfall können die Folge sein.

Wirkung und Anwendung

Pflaumen helfen gegen Verstopfung und sind ein natürliches Abführmittel. Außerdem wirken sie harntreibend. Sie enthalten Zellulose und Pektin, und die Fasern quellen im Darm auf. Zudem reinigen die unverdaulichen Fasern den Darm von Abfallstoffen. Indirekt helfen sie somit sogar bei der Krebsprävention. Die Ballaststoffe tragen auch dazu bei, den Cholesterinspiegel zu senken.

Pflaumen waren in der Volksheilkunde ein Mittel gegen Beschwerden der Leber und gegen Gicht. Die harntreibende Wirkung eignet sich, um Harnsäure, die die Gicht fördert, aus dem Körper zu schwemmen. Der durch die Pflaumen gesteigerte Harnfluss entlastet zudem auch die Nieren. Das Vitamin E in den Pflaumen stützt die Kollagenbildung in der Haut und strafft sie, außerdem beugt es Falten vor.

Pflaumen kaufen – was sollten Sie beachten?

Reife Pflaumen sind fest, überreife weich und oft von Würmern befallen. Sie sollten die Pflaumen kühl und schattig lagern und schnell essen. Erst unmittelbar vor dem Essen waschen Sie die Früchte, denn sonst waschen Sie auch die Schutzschicht ab, die die Feuchtigkeit erhält.
Tipp: Sie teilen die Früchte sauber in zwei Hälften, wenn sie diese an der Naht aufschneiden. So können Sie den Kern aus dem Fruchtfleisch lösen.

Die Pflaume kennt viele Unterarten, wie zum Beispiel die Mirabelle oder Edel-Pflaumen, zu denen auch die eher gelbliche Reineclaude gehört. (Bild: petrabarz/fotolia.com)

Vielerlei Pflaumen

Pflaume bezeichnet eine Vielzahl ähnlicher Steinfrüchte. Die Unterschiede in Größe, Geschmack, Form und Farbe sind groß. Zu ihnen zählen Mirabellen, echte Pflaumen, Zwetschgen, japanische Pflaumen und Kirschpflaumen.

Echte Pflaumen sind oval oder rund, eine Naht zieht sich vom Stielansatz bis zum unteren Teil des Steins. Das Fruchtfleisch ist fest, grün bis gelb, saftig und süß. Der Stein lässt sich nicht einfach lösen. Zwetschgen sind weicher und platter, ihr Stein ist länglich und lässt sich leicht aus der Frucht lösen. Wir unterscheiden weiter: Haferpflaume, Halbzwetschge, Mirabelle, Ziparte, Spilling, Pfluder, Pemsen und Zwispitz sowie Bidling.

Die Urpflaume entstand irgendwo zwischen dem Kaukasus und Marokko, und unsere in Deutschland verbreitete Pflaume geht zurück auf einen Hybrid aus Schlehe und Kirschpflaume. Die Römer brachten sie im ersten Jahrhundert vor Christus über die Alpen nach Mitteleuropa. Bereits in der Antike war die Pflaume ein beliebtes Mittel gegen Verstopfung.

Pflaumen biologisch betrachtet

Pflaumenbäume wachsen wuchtig und erreichen bis zu zehn Metern Höhe – Mirabellen bleiben deutlich kleiner. Die Rinde ist gräulich braun und glatt. Wilde Kirschpflaumen und Schlehen haben Dornen, die Zuchtformen nicht. Pflaumen gehören zum Steinobst, die Früchte haben einen Kern, der bei Pflaumen die Form einer Ellipse annimmt bis hin zu einer Kugel, flach oder höckrig sein kann und einen bitteren Samen enthält. Pflaumenholz ist dicht, hart und lässt sich schwer trocknen.

Getrocknete Pflaumen

Pflaumen sind vor allem getrocknet als Snack beliebt. Dieses geschwefelte Dörrobst ist ideal für lange Wanderungen. Die Ballaststoffe fördern den Magen-Darm-Haushalt und binden Wasser im Körper. Dadurch arbeitet der Darm schneller und so schwindet das Risiko einer Verstopfung. Trockenpflaumen sättigen durch die Ballaststoffe schnell. Trotz ihres hohen Kaloriengehalts bieten Sie deshalb eine gute Ergänzung bei einer Diät – sie stoppen Heißhungerattacken. Zudem enhalten Dörrpflaumen weniger Kalorien als Müsliriegel oder Schokolade.

Trockenpflaumen enthalten zudem die wertvollen Stoffe in höherem Ausmaß als frische Früchte, denn der Wasserentzug erhöht die Konzentration von Vitaminen und Mineralien. Allerdings vernichtet die Schwefelverbindung der geschwefelten Pflaumen das Vitamin B1. Um sich dieses zuzuführen, müssen Sie die Pflaumen frisch essen.

Trockenpflaumen gegen Blähungen

Flatulenz ist keine Krankheit, aber unangenehm. Sie entsteht, wenn sich im Darm Gase ansammeln. Dörrpflaumen enthalten Phenole, die diese Flatulenzen regulieren. Die Trockenfrüchte reinigen zudem das Verdauungssystem. Hier gilt aber: Halten Sie Maß. Wenn Sie mehr als 150 Gramm Trockenpflaumen pro Tag essen, quellen die Früchte so sehr im Magen auf, dass sich die Blähungen verstärken und Bauchweh die Folge sein kann.

Erntezeit für Pflaumen ist zwischen Ende Juli und September. (Bild: Branko Srot/fotolia.com)

Trockenpflaumen gegen Darmträgheit

Getrocknete Pflaumen sind ein Mittel erster Wahl gegen Darmträgheit. Diese entsteht, weil die Bewegungen von Dick- und Dünndarm zu langsam sind und jetzt die Enzyme fehlen, um die aufgenommene Nahrung umzusetzen. Trockenpflaumen in Maßen können diese Fehlfunktion ausgleichen. Um die Darmträgheit zu beenden, nehmen Sie zu den Trockenfrüchten reichlich Wasser zu sich. Gewöhnlich dauert die Behandlung ein bis zwei Tage. Die Pflaumen quellen auf und regen so die Darmtätigkeit an, die Muskeln arbeiten wieder und bringen die Speisereste, die den Darm verstopfen zum Ausgang.

Übrigens: Sie können die Trockenfrüchte leichter verzehren, wenn Sie diese über Nacht in Wasser einlegen. Essen Sie das Dörrobst am besten vor dem Frühstück, trinken Sie dazu ein bis zwei Gläser Wasser. Drei Trockenpflaumen pro Mahlzeit reichen völlig, um die Verdauung anzuregen. Das Wasser weicht den Stuhl auf, wodurch der Stuhlgang leichter fällt.

Hilfe beim Abnehmen

Die Ballaststoffe in den Trockenpflaumen sättigen schnell und nachhaltig. Durch ihre Süße sind Trockenpflaumen eine gute Alternative zu süßen Dickmachern.

Pflaumen in der Küche

Pflaumen gehören zu den vielseitigsten Nahrungsmitteln. Sie schmiegen sich an Salz ebenso an wie an Saures, passen zu fettem Schweinebraten wie zu Dessert. Mehr noch: Ihr süßes Aroma macht deftige Speisen oft erst bekömmlich. Trockenpflaumen gebraten im Speckmantel sind Leckerbissen für eine Fingerfoodparty, getrocknete Zwetschgen harmonieren mit Kuchen, Pasteten und süßen Aufläufen. In Süßspeisen ersetzen die Pflaumen extra zugesetzten Zucker.

Pflaumen bilden einen delikaten Kontrast in Kombination mit Käse. So können Sie den Kern von Pflaumen entfernen und durch ein Stück Blauschimmelkäse ersetzen. Oder Sie legen die Zwiebeln mit dem Käse in Portwein ein. Auch der herbe Schafskäse passt gut zu Pflaumen. Pflaumen harmonieren mit Zimt, verschiedenen Currymischungen, Kurkuma, Ingwer und Thymian.

Pflaumen lassen sich hervorragend backen. Sie brauchen dazu kein Fett, denn die Pflaumen bleiben im eigenen Saft weich und behalten ihre Konsistenz. Sie backen die Pflaumen circa 20 Minuten bei 180 Grad Celsius. Backpflaumen essen Sie entweder pur oder geben sie Sie als I-Tüpfelchen zu Puddings, Milchreis, Grießbrei oder Vanilleeis.

Um auch in den Wintermonaten die Vorzüge der Inhaltsstoffe der Pflaume zu nutzen, eignet sich Pflaumenmus sehr gut. (Bild: juefraphoto/fotolia.com)

Pflaumenmus

Die Erntezeit der Pflaumen ist kurz, von der zweiten Julihälfte bis September. Um die Nährstoffe auch und gerade im Winter zu erhalten, bietet sich Pflaumenmus an. Dieses ist auch als Zwetschgenhonig oder Quetscheschläggel bekannt. Es dient als Brotaufstrich oder als Füllung, reichert aber ebenso Saucen an oder lässt sich als Marinade für Braten verwenden.

Sie brauchen dazu sehr reife und süße Zwetschgen. Diese entkernen Sie, zerkleinern sie und mischen sie im Verhältnis drei zu eins mit Zucker. Dann lassen Sie die Mischung einen Tag ruhen. Der Zucker hat jetzt den meisten Saft aus den Zellen gezogen. Sie kochen alles bei mittlerer Hitze circa drei Stunden, rühren regelmäßig um und sind fertig, wenn sich die Masse zu einem dunklen Mus verwandelt hat. Zur Würze passen Zimt, Nelken und Sternanis. Das Mus füllen Sie in Gläser, die sie zuvor mit kochendem Wasser ausgespült haben. Dort hält es sich über Jahre. (Dr. Utz Anhalt)