Tuberkulose: Jeden Tag sterben etwa 5000 Menschen an TB

Welt-Tuberkulose-Tag: Weltweit leiden rund zehn Millionen Menschen an Schwindsucht

Weltweit sind mehr als zehn Millionen Menschen an Tuberkulose erkrankt. Die bakterielle Infektionskrankheit fordert täglich rund 5.000 Menschenleben – und das, obwohl sie seit Jahrzehnten heilbar ist. Anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages fordern Gesundheitsexperten, Medikamente auch für von Armut betroffene Menschen bezahlbar zu machen.


Reiche Länder müssen mehr tun

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind im Jahr 2016 weltweit rund 10,4 Millionen Menschen an Tuberkulose erkrankt. Insgesamt sind im vorvergangenen Jahr 1,7 Millionen Erkrankte gestorben. Darauf weist die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe zum Welt-Tuberkulose-Tag am 24. März hin. Die Experten fordern von den Regierungen der reichen Länder, mehr in Forschung zu investieren. „Medikamente müssen für von Armut betroffene Menschen in allen Ländern bezahlbar sein“, schreiben sie in einer Mitteilung.

Gesundheitsexperten weisen anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages darauf hin, dass weltweit jeden Tag rund 5.000 Menschen an der Schwindsucht sterben – und das, obwohl die Krankheit eigentlich gut behandelbar ist. (Bild: DOC RABE Media/Fotolia.com)

Zahl der Neuerkrankten blieb konstant

Die Infektionskrankheit, die früher auch als „Schwindsucht“ bezeichnet wurde, fordert jeden Tag rund 5.000 Menschenleben. Das sind mehr als die Todesopfer durch HIV und Malaria zusammen.

Zwar ist die Zahl der Verstorbenen leicht zurückgegangen, doch die Zahl der neu erkrankten Patienten blieb konstant.

Laut DAHW sind 600.000 an resistenten Formen der TB erkrankt und eine Million der neu erkrankten TB-Patienten waren gleichzeitig mit HIV infiziert.

Den Angaben zufolge fehlen in vielen der am stärksten betroffenen Ländern flächendeckende TB-Kontrolle und Prävention.

Übertragung per Tröpfcheninfektion

Tuberkulose (auch: TBC) ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die besonders die Lungen befällt. Früher wurde sie auch als „Schwindsucht“ bezeichnet.

Auslöser sind sogenannte „Mykobakterien“, welche überwiegend die Lunge befallen und vor allem beim Husten, Niesen und Sprechen übertragen werden.

Zu Beginn der Krankheit zeigen sich eher unspezifische Symptome wie Husten, Nachtschweiß und eine leicht erhöhte Temperatur.

Später nehmen die Beschwerden zu und es können unter anderem hohes Fieber, anhaltender Husten mit Auswurf und Atemnot auftreten. Die Krankheit ist in der Regel gut mit Antibiotika behandelbar.

Kein Zugang zu medizinischer Versorgung

Doch vor allem Flüchtlinge in afrikanischen Ländern wie Äthiopien, Tansania und Uganda haben oftmals keinen Zugang zu medizinischer Versorgung.

Durch die schlechten räumlichen und hygienischen Zustände und die mangelhafte Situation der Ernährung bricht die Krankheit vor allem in den unübersichtlichen Flüchtlingslagern schnell aus, wo sich immer mehr Menschen mit der tödlichen Krankheit anstecken.

Wenn es zu Unterbrechungen in der Behandlung oder zum Abbruch kommt, können die TB-Bakterien resistent gegen die gängigen Medikamente werden. Dann helfen nur noch sehr teure Medikamente.

Bezahlbare Medikamente gegen resistente TB-Formen

Die Experten der DAHW fordern daher die Entwicklung eines zuverlässigen Impfstoffs sowie wirksamer und bezahlbarer Medikamente gegen die resistenten Formen der TB.

„Die Regierungen der reichen Länder müssen gezielt die Forschung unterstützen und gleichzeitig dafür sorgen, dass die daraus entwickelten Medikamente in armen Ländern bezahlbar sind“, heißt es in der Mitteilung.

Die Therapie von Patienten mit multiresistenter TB (MDR-TB) scheitert dort immer noch zu oft an den hohen Kosten.

Bis zum Ausbruch der Krankheit können Jahre vergehen

Auch hierzulande tritt die gefährliche Krankheit immer wieder auf. So mussten Ende vergangenen Jahres in Dresden rund 900 Schüler zum Tuberkulose-Test, da an zwei Schulen mehrere TBC-Fälle bekannt wurden.

Einige Monate zuvor war die Erkrankung bei einem Kindergartenkind in Hessen nachgewiesen worden.

Gesundheitsexperten zufolge wird die Krankheit bei Untersuchungen aber oft übersehen, da von der Infektion bis zum Ausbruch von TBC Jahre vergehen können.

Wie das Robert Koch-Institut (RKI) auf seiner Webseite schreibt, kann es sogar noch „Jahrzehnte nach der Infektion“ zu einer Erkrankung an Tuberkulose kommen, vor allem dann, wenn das Immunsystem geschwächt ist. (ad)