Achtung: Aggressive Bindehautentzündungen breiten sich aus – so schützen Sie sich vor „Augengrippe“

Alfred Domke

Virus-Erkrankung: Aggressive „Augengrippe“ im Umlauf

In den Herbstmonaten kommt es gehäuft zu Erkrankungsfällen einer hochansteckenden Bindehautentzündung, die im Volksmund auch als „Augengrippe“ bezeichnet wird. Experten erklären, wie man sich gegen die Virus-Erkrankung schützen kann.


Virus verbreitet sich im Herbst besonders gut

Ärzte in Österreich berichteten in den vergangenen Wochen über steigende Erkrankungsfälle einer hochansteckenden Augeninfektion. Da sich die Viren, die zu der Infektion führen, im Herbst besonders ausbreiten, ist auch hierzulande in den kommenden Wochen und Monaten mit einem Anstieg der Virus-Erkrankung, die im Volksmund als „Augengrippe“ bezeichnet wird, zu rechnen. Experten erklären, wie man eine Infektion vermeiden kann.

In den Herbstmonaten häufen sich die „Augengrippe“-Erkrankungen. Experten erklären, wie man sich vor einer Infektion schützen kann. (Bild: Birgit Reitz-Hofmann/fotolia.com)

Juckende und rote Augen

In den Herbstmonaten ist mit einer Ausbreitung der Augengrippe zu rechnen. Betroffene leiden an geröteten, tränenden und juckenden Augen.

Zudem sind die Augen auch lichtscheu. Ausgelöst wird diese aggressive Form der Bindehautentzündung durch einen hoch ansteckenden Adenovirus.

Laut Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) sind Adenoviren „eine Erregergruppe, die eine Vielzahl von Erkrankungen auslöst, u.a. der Atemwege, des Magen-Darm-Traktes oder der Augenbindehaut und Hornhaut. Die Viren sind hoch ansteckend und widerstandsfähig.“

Tückisch ist Experten zufolge auch die lange Inkubationszeit von bis zu zwölf Tagen. Außerdem ist das Virus umweltresistent.

Regelmäßig Händewaschen

Meist werden die Viren in der Tränenflüssigkeit über die Hände verbreitet, an denen Erreger haften. Um sich vor einer Infektion zu schützen, sollten bestimmte Maßnahmen ergriffen werden:

Die wichtigste Hygieneregel ist Händewaschen. Dies gilt vor allem, wenn man die Augen mit den Händen berührt hat.

Zudem sollten Menschen, die mit Patienten zusammen wohnen, stets eigene Handtücher und andere Hygieneartikel wie Waschlappen benutzen.

Die Arbeit oder Besuche in Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten sind während der Entzündung tabu. Erkrankte sollten so lange zu Hause bleiben, bis die Symptome abgeklungen sind.

Entzündung klingt meist von selbst wieder ab

Kommt es zu einer Infektion, zeigt sich zu Beginn eine Rötung auf einem oder beiden Augen, gefolgt von einer Schwellung der Augenbindehaut. Betroffene haben ein Fremdkörpergefühl im Auge.

Das Auge juckt, tränt und reagiert empfindlich auf Licht. Häufig entwickeln sich auch eine Augenlidschwellung und eine Vergrößerung der Lymphknoten vor dem Ohr.

In manchen Fällen kann die Entzündung nach etwa einer Woche auf die Hornhaut des Auges übergreifen.

Zwar klingt die Bindehautentzündung nach zwei bis vier Wochen meistens von selbst wieder ab, doch leichte Trübungen der Hornhaut können unter Umständen noch einige Zeit bestehen bleiben.

In der Regel heilt die ansteckende Augenbindehaut- und Hornhautentzündung vollständig und folgenlos aus.

Erkrankte sollten einen Augenarzt aufsuchen

Eine ursächliche Behandlung gegen das Virus steht nicht zur Verfügung. Nur die Beschwerden können gelindert werden. Erkrankte sollten einen Augenarzt konsultieren.

Von herkömmlichen Hausmitteln gegen Bindehautentzündung, wie etwa Kamillentee, wird bei Augengrippe häufig abgeraten, beziehungsweise empfohlen, diese nur nach Rücksprache mit einem Arzt anzuwenden.

Auch eine Behandlung mit Antibiotika ist nicht angebracht, da diese bei Viren wirkungslos bleiben.

Die Herkunft des Adenovirus ist bislang unklar. Forscher nehmen an, dass es nicht vom Menschen stammt, sondern von Tieren.

Vor einigen Jahren haben Mediziner aus den USA berichtet, dass erstmals nachweislich Adenoviren von Affen auf Menschen übertragen worden waren.

Experten empfahlen damals, Adenoviren künftig sorgfältiger zu beobachten, um rechtzeitig auf mögliche Gefahren für den Menschen aufmerksam zu werden. (ad)