Hornhautentzündung der Augen (Keratitis)

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Entzündung der Hornhaut – Keratitis

Von einer Hornhautentzündung (Keratitis) spricht man bei einer Entzündung der Hornhaut (Kornea) im Auge und möglicherweise auch der angrenzenden Strukturen, wie zum Beispiel der Bindehaut und des Tränensacks. Neben anderen Ursachen, treten häufig über kleinste Verletzungen Keime in die Hornhaut ein, die eine Infektionen verursachen und die Augenerkrankung auslösen. Betroffene leiden zumeist an unterschiedlichen Beeinträchtigungen des Sehvermögens, nicht selten begleitet von Augenschmerzen. Entsprechende Therapiemöglichkeiten können nur durch eine augenärztliche Untersuchung festgelegt werden. Die ärztliche Kontrolle des Krankheitsverlaufs hilft außerdem, möglichen Komplikationen einer Hornhautentzündung vorzubeugen.


Ein kurzer Überblick

Die folgende kurze Zusammenfassung gibt einen ersten Überblick zu den Symptomen, Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten einer Hornhautentzündung und vermittelt wichtige Fakten zur Krankheitsvorbeugung. Im Weiteren beinhaltet der Artikel ausführliche Informationen rund um das Krankheitsbild einer Keratitis.

Eine Hornhautentzündung ist eine gefährliche Augenerkrankung. Bei schweren Verläufen kann das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigt werden, beispielsweise durch eine anhaltende Hornhauttrübung. (Bild: Alessandro Grandini/fotolia.com)

Wie erkennt man eine Hornhautentzündung?

Die Symptome einer Hornhautentzündung sind vielfältig. Zu den wichtigsten und häufigen Anzeichen zählen unter anderem die folgenden Beschwerden:

  • rote, tränende und schmerzenden Augen,
  • Kratzen der Augen (Gefühl von Sand im Auge),
  • wässrige bis eitrige Absonderungen im Auge,
  • Lichtscheu,
  • Beeinträchtigungen der Sehkraft.

Jede Art von Beschwerden am Auge, oder der Verdacht auf eine Hornhautentzündung, muss grundsätzlich fachärztlich untersucht werden, um eine genaue Diagnose zu stellen.

Was sind die Ursachen und wie können diese behandelt werden?

Verschiedene Ursachen können eine Hornhautentzündung hervorrufen. Häufig handelt es sich um bakterielle Infektionen. Aber auch Viren, oder seltener Pilze und andere Erreger, kommen als Krankheitsauslöser in Betracht. Meistens ist der Abwehrmechanismus bereits beeinträchtigt oder es liegt eine Verletzung der Hornhaut vor. Andere nicht-infektiöse Ursachen sind beispielsweise trockene Augen und äußere Reize wie UV-Strahlung, Allergene oder aber Fremdkörper, die ins Auge gelangen. Auch einige Vorerkrankungen begünstigen das Auftreten von Hornhautentzündungen.

Möglichkeiten der Vorbeugung

Soweit wie möglich kann man einer Keratitis durch regelmäßige Augenuntersuchungen, eine grundsätzliche Schonung der Augen und entsprechende Hygiene vorbeugen. Besonders bei einem erhöhten Risiko durch Grunderkrankungen, und insbesondere bei der Verwendung von Kontaktlinsen, kommt folgenden Maßnahmen eine wichtige Bedeutung zu:

  • augenärztliche Kontrolluntersuchungen,
  • fachgerechte Nutzung von Kontaktlinsen, vor allem bezüglich der Reinigung und Tragedauer,
  • allgemeine Hygienemaßnahmen, wie zum Beispiel Händewaschen und ein möglichst sauberes Aufbewahren von Substanzen, die mit dem Auge in Kontakt kommen,
  • begrenzte Dauer von Tätigkeiten am Computer oder Bildschirm,
  • Tragen von (Sonnen-)Schutzbrillen.
Durch ein zu langes Arbeiten am Computer können Augenreizungen entstehen, die eine Keratitis hervorrufen. (Bild: Ralf Geithe/fotolia.com)

Definition

Eine Hornhautentzündung wird in Fachkreisen auch Keratitis genannt. Dieser Begriff leitet sich vom dem griechischen Begriff „keratos“ für Hornhaut ab. Bei dieser Augenerkrankung kommt es zu entzündlichen Prozessen von einer oder mehreren Schichten der Hornhaut (Kornea) im Auge.

Die Kornea besteht aus sechs einzelnen Schichten und Membranen, in denen sich unzählige kleine Nervenenden befinden. Sie ist der durchsichtige Teil der äußeren Augenhaut und bedeckt die Iris (Regenbogenhaut), die Pupille und die vordere Augenkammer. Sie wird auch als das „Fenster“ des Augapfels betrachtet, da eine klare und gut benetzte Hornhaut die Grundvoraussetzung für ein scharfes Sehen ist. Zusammen mit der Linse ist die Hornhaut für die Lichtbrechung verantwortlich und spielt außerdem für den Schutz und die Stabilität des Auges eine wichtige Rolle. Bei einer Verletzung oder Erkrankung der Hornhaut werden demnach wichtige Funktionen des Auges gestört und die Sehkraft wird beeinträchtigt.

Die Krankheitsursachen sind vielfältig. Häufig verursachen Erreger wie Bakterien, Viren oder Pilze die Entzündung. Aber auch andere Reize oder Verletzungen können eine Keratitis hervorrufen. Abhängig von der Ursache entstehen unterschiedliche Krankheitsverläufe mit verschiedenen Symptomen und Ausprägungen. Eine Hornhautentzündung tritt seltener als eine Konjunktivitis (Bindehautentzündung) auf und ist grundsätzlich die gefährlichere Augenerkrankung, da das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigt werden kann.

Symptome

Eine Vielzahl von Symptomen treten in Verbindung mit einer Hornhautentzündung auf. Wie bei der Bindehautentzündung, sind auch bei dieser Erkrankung der Augen die Ursachen ausschlaggebend für die Art und Schwere der auftretenden Beschwerden. Folgende Symptome können mit einer Keratitis einhergehen:

Die Hornhaut des menschlichen Auges besteht aus mehreren Schichten. Wie schwerwiegend die Symptome einer Keratitis sind, hängt davon ab, wie tief die Entzündung liegt. (Bild: bilderzwerg/fotolia.com)

Nicht selten geht die Hornhautentzündung auf die umliegenden Strukturen über. Ist auch die Bindehaut (Konjunktiva) betroffen, spricht man von einer „Keratokonjunktivitis“. Bei dieser Form besteht meist eine verstärkte Augenrötung und Sekretion.

Liegt eine durch Bakterien verursachte Hornhautentzündung vor, kann es zu einer Eiteransammlung in der Vorderkammer des Auges kommen. Bei einem tiefen Eindringen der Keime kann sich außerdem innerhalb kurzer Zeit ein sogenanntes „kriechendes“ Hornhautgeschwür bilden (Ulcus serpens cornea). Bei dieser Form der Erkrankung ist auch der Durchbruch der Hornhaut (Hornhautperforation) möglich. Dies sind schwerwiegende Folgen, die das Sehvermögen gefährden.

Ursachen

Am häufigsten wird eine Hornhautentzündung durch Bakterien verursacht. Aber auch Infektionen durch Viren können die Erkrankung auslösen. Andere Keime, wie beispielsweise Pilze oder Amöben, treten nur sehr selten als Krankheitserreger auf. Eine intakte Hornhaut besitzt im Regelfall einen guten Abwehrmechanismus, so dass die ins Auge eingetragenen Keime zumeist nur bei einer bereits beschädigten Hornhaut eine Entzündung auslösen. Nicht immer ist aber eine Infektion der Auslöser für eine Keratitis, auch andere Ursachen kommen in Betracht.

Infektiöse Keratitis

Die typischen Bakterien, die eine ansteckende Keratitis verursachen, sind auch im Zusammenhang mit Bindehautentzündungen bekannt. Oft sind es Staphylokokken, Streptokokken oder Pneumokokken, die in das Auge gelangen und die Oberfläche der Hornhaut entzünden. Für tiefergehende Entzündungen der Kornea müssen in der Regel bereits kleine Verletzungen vorhanden sein, die den Keimen als Eintrittspforte dienen.

Ein Risikofaktor für Entzündungen der Augenhornhaut durch Bakterien stellt die (nicht fachgerechte) Verwendung von Kontaktlinsen dar. Krankheitserreger können sich auf Kontaktlinsen ansammeln und sogar vermehren. Werden diese Keime nicht durch eine entsprechende Reinigung mit einer Pflegelösung vor dem Einsetzten der Linse in das Auge entfernt, können die Erreger die Hornhaut infizieren. Auch ein zu langes Tragen der Kontaktlinsen stellt in diesem Zusammenhang ein Risiko dar.

Infektionen der Hornhaut entstehen häufig durch Keime, die den Kontaktlinsen anhaften. Eine sorgfältige Reinigung der Linsen beugt der Keratitis vor. (Bild: Valerie Potapova/fotolia.com)

Bakterielle Hornhautentzündungen betreffen häufig ältere Personen oder Menschen mit einer entsprechenden Grunderkrankung, wie etwa einer Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), einem Tumorleiden, einer HIV-Infektion oder einer Autoimmunerkrankung. Oft ist in diesem Zusammenhang eine allgemeine Immunschwäche der begünstigende Risikofaktor.

Neben Bakterien können aber auch Viren die Krankheit auslösen. Bei einer sogenannten viralen Keratitis liegen meistens Infektionen durch Herpes-simplex-Viren, Varicella-Zoster-Viren oder Adenoviren vor.

Bei einer Hornhautentzündung durch Herpesviren handelt es sich in aller Regel um den Herpes-simplex-Virus Typ 1 (HSV-1), den fast alle Deutschen in sich tragen. Ist das Immunsystem jedoch intakt, treten normalerweise keine Symptome auf. Kommt es zu einer Infektion mit Beschwerden, dann tritt diese zumeist als Herpes im Mund (auch Lippenherpes genannt) in Erscheinung. Wird hingegen das Auge von den Viren befallen, ist dies auch unter dem Begriff Augenherpes bekannt. Hierbei ist am häufigsten die Hornhaut betroffen. Es kann sich entweder um eine Erstinfektion handeln oder um eine wiederkehrende Infektion (Rezidiv), bei der das Virus bereits im Organismus vorhanden war und beispielsweise durch ein geschwächtes Immunsystem (erneut) aktiviert wird. Sind die Viren einmal im menschlichen Körper, verbleiben sie lebenslang in den Körperzellen, wie beispielsweise den Nervenzellen. So können sie über die Nervenfasern eine Entzündung der Hornhaut verursachen.

Diesem Krankheitsbild werden drei unterschiedliche Erscheinungsformen zugeordnet, je nachdem welche Schichten der Hornhaut betroffen sind. Eine Keratitis dendritica (epitheliale Keratitis) ist die oberflächliche Form, die typischerweise die oberste Epithelschicht angreift und mit einem Fremdkörpergefühl, einer Lichtscheu und Augenschmerzen verbunden ist. Sind tiefere Schichten betroffen, handelt es ich entweder um eine Keratitis herpetica interstitialis (stromale Keratitis) oder eine Keratitis disciformis (endotheliale Keratitis). Dabei treten dann auch Beeinträchtigungen des Sehvermögens auf. Bei mehrmaliger Erkrankung der Hornhaut durch Herpesviren kann es zur Narbenbildung und Verringerung der Sehkraft kommen.

Das Varicella-Zoster-Virus (VZV) kann, neben den hinreichend bekannten Windpocken bei einer Erstinfektion, als Spätfolge auch das Krankheitsbild eines Herpes zoster (Gürtelrose) verursachen. Das VZV ist, wie Herpes-simplex, auch ein humanpathogenes Herpesvirus. Meistens tritt eine Gürtelrose, von der Wirbelsäule ausgehend, gürtelförmig entlang der infizierten Nervenbahn auf. Ist allerdings der Augapfelnerv (Nervus ophthalmicus) befallen, sind Gesicht und auch Augen betroffen und man spricht von einer Gesichtsrose (Zoster ophthalmicus). Die Infektion der Augen ist schmerzhaft und noch Monate oder sogar Jahre später kann die Hornhaut anschwellen und durch weitere Schäden vernarben.

Wer sich einmal mit dem Varicella-Zoster-Virus infiziert hat, kann nachfolgend auf eine Windpocken-Erkrankung, auch eine Herpes-Infektion bekommen, die das Auge und die Hornhaut in Mitleidenschaft zieht. (Bild:Dan Race/fotolia.com)

Handelt es sich um Adenoviren, sind meist die Bindehaut und die Hornhaut betroffen. Hierbei spricht man auch von einer Keratokonjunktivitis epidemica. Normalerweise beginnt diese Form der Erkrankung einseitig und mit einem Fremdkörpergefühl. Die Beschwerden breiten sich dann schnell auf beide Augen aus. Die Entzündung der Binde- und Hornhaut geht mit Schwellungen, Tränenträufeln und einer Lichtscheu einher. Eine Sehverschlechterung, zum Beispiel durch anhaltende Hornhauttrübungen, kann über Monate andauern.

Viel seltener als die bereits genannten Viren und Bakterien kommen andere Erreger in Betracht, zudem auch Pilze (Aspergillus und Candida albicans Candida albicans) oder etwa Amöben. Letztere sind winzige Einzeller, die zum Beispiel über verunreinigtes Wasser übertragen werden können. Bekannt sind die sogenannten Akanthamöben, die die gleichnamige Keratitis auslösen können. Unbehandelt kann dies schwere Folgen haben.

Nicht-infektiöse Keratitis

Hornhautentzündungen, die nicht durch Infektionen ausgelöst werden, sind nicht ansteckend. Zu den Ursachen zählen vor allem trockene Augen und äußere Reize wie Fremdkörper, UV-Stahlen oder allergieauslösende Substanzen (Allergene).

Trockene Augen entstehen, wenn die Bindehaut und die Hornhaut nicht mehr ausreichend mit der notwendigen Tränenschicht überzogen werden. Dies kann beispielsweise durch eine unzureichende Tränenproduktion oder eine Gesichtslähmung (mit dem Verlust des vollständigen Schließvermögens des Augenlids) verursacht werden. Frauen in und nach den Wechseljahren sind, durch hormonelle Veränderungen, häufig von trockenen Augen betroffen. Aber auch lange Zeiten am Computer und an Bildschirmen können zur Trockenheit der Augen führen. Reizungen und eine Lichtempfindlichkeit sind die Folgen einer trockenen Hornhaut (Keratitis sicca) und Bindehaut (Keratokonjunktivitis sicca). Eine dadurch entstehende Entzündung verursacht häufig ein Jucken und Brennen der Augen. Trockene Augen sind auch ein Symptom des Sjögren-Syndroms, bei dem des Weiteren eine starke Trockenheit des Mundes und anderer Schleimhäute vorliegt. Sind nur Mund und Augen betroffen handelt es sich um das sogenannte Sicca-Syndrom. Die Hornhaut kann dabei schwer geschädigt werden.

Eine durch UV-Strahlen verursachte Hornhautentzündung (Keratitis photoelectrica) kann beispielsweise nach starker Lichteinwirkung, etwa im Gebirge oder beim Schweißen ohne weiteren Gebrauch einer Sonnen- oder Schutzbrille, auftreten. Dies kann zu einer sehr schmerzhaften Entzündung führen. Fremdkörper gelangen nicht selten durch das Einsetzen von Kontaktlinsen in das Auge. Bei Allergien handelt es sich meist um Pollenallergien und Heuschnupfen.

Mit Hilfe der Spaltlampe und fluoreszierender Farbstoffe sind Veränderungen an der Hornhaut gut zu erkennen. (Bild: mmphoto/fotolia.com)

Diagnose

Bei Beschwerden, die auf eine Hornhautentzündung hindeuten, sollte (wie auch bei einer Bindehautentzündung) eine augenärztliche Untersuchung stattfinden. Durch frühzeitige ärztliche Konsultationen können Folgeschäden und Komplikationen, die das Sehvermögen dauerhaft beeinträchtigen, in der Regel verhindert werden.

Während der Patientenbefragung (Anamnese) wird hauptsächlich geklärt, welche Symptome vorhanden sind und seit wann beziehungsweise ob sie das erste Mal auftreten. Zudem werden die Sehschärfe und mögliche Beeinträchtigungen des Sehvermögens überprüft. In der weiteren Untersuchung wird mit Hilfe einer Spaltlampe die Hornhaut betrachtet. In einer starken Vergrößerung, und gegebenenfalls unter zusätzlicher Anwendung von speziellen fluoreszierenden Farbstoffen (Fluorescein), können Krankheitserscheinungen und andere Veränderungen oder Verletzungen in den verschiedenen Hornhautschichten schnell erkannt werden. Mittels eines Abstrichs können, wenn nötig, auch Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze genau bestimmt werden. Die genaue Identifikation von Viren ist schwieriger.

Mit Hilfe des sogenannten Schirmer-Tests kann ein Verdacht auf trockene Augen bestätigt werden. Bei dieser Art der Untersuchung wird mit speziellen Filterpapierstreifen getestet, ob ausreichend Tränenflüssigkeit zum Benetzen der Augen vorhanden ist.

Die gewonnenen Erkenntnisse spielen bei der Entscheidungsfindung zur richtigen Behandlungsform eine wichtige Rolle.

Behandlung

Abhängig von der Ursache beziehungsweise der Krankheitserreger, wird lokal mit unterschiedlichen Medikamenten in Form von Augentropfen, Salben oder Gelen behandelt. Dabei werden am häufigsten antibiotische Augentropfen angewendet, die eine Vielzahl von Bakterien bekämpfen (Breitbandantibiotika). Aber auch Antimykotika (gegen Pilze) oder Virostatika (gegen Viren) kommen zum Einsatz. Im Fall von Herpes-Viren wird meist Aciclovir verschrieben, häufig in einer Kombination aus Augentropfen und Tabletten.

Augentropfen können, je nach Inhaltsstoffen, bestimmte Keime abtöten (zum Beispiel antibiotische Tropfen) oder den Tränenfilm stabilisieren. (Bild: Cpro/fotolia.com)

Künstliche Tränen sind nicht-antibiotische Augentropfen, die bei trockenen Augen zum Einsatz kommen. Durch eine zusätzliche Befeuchtung der Augen soll der Tränenfilm stabilisiert werden und die Beschwerden sollen gelindert werden. Eine prinzipielle Augenschonung, zum Beispiel durch das Tragen einer Sonnenbrille oder Abdunkelung des Zimmers, lindert weitere Beschwerden.

Schlägt die Therapie gut an, ist eine Keratitis innerhalb von ein bis zwei Wochen ausgestanden. Bei schwerwiegenderen Krankheitsausprägungen kann die Heilung aber auch länger dauern.

Kommt es im Zuge der Keratitis zu einem Geschwür (Hornhautulcus), liegt eine akute Bedrohung für das Auge und dessen Funktionen vor. Dies ist eine Notfallsituation und erfordert unverzüglich eine ärztliche Versorgung, um schwerwiegende Folgen zu verhindern. Unter Umständen ist hierbei eine stationäre Therapie im Krankenhaus notwendig. In schweren Fällen kann es auch eine Hornhauttransplantation (Keratoplastik) erfordern. Ein weiterer chirurgischer Eingriff ist die Amnionmembrantransplantation, die bei schwereren und dauerhaften Hornhautepitheldefekten zum Einsatz kommt. Als Membranersatz oder als temporäres Transplantat wird die Amnionmembran am Auge eingesetzt. Dort weist sie entzündungs- und vernarbungshemmende Eigenschaften auf. So kann der Heilungsprozess beschleunigt werden. Bei allen Therapieformen ist eine Narbenbildung der Hornhaut aber nicht ausgeschlossen.

Naturheilkundliche Behandlung

Eine Hornhautentzündung ist eine gefährliche Erkrankung, die stets eine ärztliche Behandlung und Kontrolle erfordert. Wirksame Hausmittel aus der Naturheilkunde können aber als unterstützende Maßnahmen zur Linderung akuter Symptome herangezogen werden. Viele der genannten Beschwerden, die bei einer Hornhautentzündung auftreten, kommen auch im Zusammenhang mit einer Bindehautentzündung vor. Häufig werden die Anwendung von Teeaufgüssen aus Fenchel und Augentrost (Euphrasia) empfohlen. Kamille sollte eher nicht am Auge verwendet werden, da sie die Schleimhäute reizt und bestehende Entzündungsprozesse sogar verstärken kann. Ausführliche Informationen zu natürlichen Hausmitteln sind in einem weiteren Artikel zu finden.

Treten Komplikationen auf, sind chirurgische Eingriffe, wie zum Beispiel eine Hornhauttransplantation, oftmals die letzte Möglichkeit das Sehvermögen zu erhalten. (Bild: romaset/fotolia.com)

Aktueller Forschungsstand

Bisherige Therapieformen gegen Hornhautentzündungen versprechen nicht immer eine erfolgreiche Heilung und es kommt wiederholt zu Komplikationen und Folgeschäden. Laut der Weltgesundheitsorganisation sind Infektionen der Hornhaut weltweit eine Hauptursache für Verringerungen der Sehschärfe und vermutlich ist jede vierte Erblindung auf eine Hornhauttrübung zurückzuführen. Diesem Umstand begegnet die Forschung mit der Suche nach alternativen Behandlungskonzepten. Die Fraunhofer-Gesellschaft verfolgt in diesem Zusammenhang den neuartigen Ansatz, eine mikrobielle Hornhautentzündung mittels keimabtötender Kontaktlinsen zu behandeln. Die therapeutischen Linsen werden mit plasmaaktiviertem Wasser (PAW) behandelt, um Erreger zu bekämpfen ohne die Hornhaut zu schädigen. Erste Tests waren bereits erfolgsversprechend, aber die klinischen Studien stehen noch aus. (jvs, cs; aktualisiert am 01.09.2018)