Achtung Italien-Urlauber: Gefährliches Virus hat sich an der Adria stark verbreitet

West-Nil-Virus: Gefährlicher Erreger an der Adria verbreitet

Bereits vor Jahren haben Fachleute vor einer Ausbreitung des West-Nil-Virus in Europa gewarnt. Derzeit ist der Erreger verstärkt im Nordosten Italiens verbreitet. Ein Mann soll daran gestorben sein. Gesundheitsexperten weisen daher darauf hin, wie wichtig es ist, sich vor Mücken zu schützen.


Gefährlicher Krankheitserreger festgestellt

Als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor wenigen Monaten eine Liste mit Krankheiten und Krankheitserregern, die „ein Risiko für die öffentliche Gesundheit darstellen und für die es keine oder unzureichende Gegenmaßnahmen gibt“, veröffentlichte, wies sie auf ihrer Webseite auch auf Krankheiten hin, die „nach wie vor große Probleme für die öffentliche Gesundheit darstellen“ und weiterer Forschung bedürfen. Eine dieser Krankheiten ist das West-Nil-Fieber, ausgelöst durch das West-Nil-Virus. Dieser Krankheitserreger ist derzeit in manchen Regionen Italiens verbreitet.

Im Nordosten Italiens haben sich bereits 20 Menschen mit dem durch Mücken übertragenen West-Nil-Virus infiziert. Urlauber sollten auf ausreichenden Mückenschutz achten. (Bild: nechaevkon/fotolia.com)

Ausbruch wird nicht unter Kontrolle gebracht

In Nordostitalien haben manche Regionen derzeit gegen das West-Nil-Virus zu kämpfen. Medienberichten zufolge wurden in diesem Jahr bereits 20 Menschen mit dem gefährlichen Erreger infiziert.

Ein 77-jähriger Mann soll wahrscheinlich infolge einer Infektion mit dem Virus gestorben sein.

Die lokalen Behörden haben offenbar Schwierigkeiten, den Ausbruch unter Kontrolle zu bekommen.

Der Erreger wird über infizierte Mücken auf Vögel, Pferde und Menschen übertragen.

Zwar seien in drei Regionen Venetiens schon Programme zur Bekämpfung der Mücken angelaufen, doch noch immer werden dort welche der Blut saugenden Insekten gefunden, die das Virus in sich tragen.

Infektion kann insbesondere für Ältere gefährlich werden

Gesundheitsexperten zufolge bemerken die meisten Menschen Infektionen mit dem 1937 erstmals beschriebenen Virus gar nicht.

Durchschnittlich eine von fünf infizierten Personen entwickelt grippeähnliche Symptome. So kann es unter anderem zu Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen, Kopf- und Muskelschmerzen kommen. Später treten manchmal auch Lymphknotenschwellungen hinzu.

Wie das CRM Centrum für Reisemedizin auf seiner Webseite erklärt, entwickelt etwa ein Drittel der Erkrankten „an Brust, Rücken und Armen einen Hautausschlag, der später ohne Schuppung abheilt“.

Auch eine Hirn- oder Hirnhautentzündung kann hinzukommen.

„Die Erkrankung kann vor allem bei älteren Menschen tödlich verlaufen“, schreiben die Experten.

Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erleidet im Durchschnitt einer von 150 Infizierten schwere Komplikationen, die zum Tod führen können.

Vor Mücken schützen

Gesundheitsexperten raten in betroffenen Regionen zu vorbeugendem Mückenschutz.

Neben speziellen Mückensprays gibt es noch weitere Möglichkeiten, die gegen lästige Mücken helfen können.

So kann man zu Hause oder im Zelt Insekten durch Moskitonetze fernhalten und sich im Freien durch helle, hautbedeckende Kleidung vor Stichen schützen.

Verschiedenen Untersuchungen zufolge werden die Blutsauger durch schlechten Geruch, wie Schweiß oder stinkende Socken angezogen. Dies sollte also vermieden werden.

Als Hausmittel gegen Mücken bieten sich unter anderem Gerüche wie von Knoblauch oder Kohl an.

Das Virus könnte auch den Sprung nach Deutschland schaffen

Das Virus taucht seit einigen Jahren immer wieder in Ost- sowie in Südeuropa auf. Dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) wurden in diesem Jahr bislang 37 West-Nil-Fälle aus EU-Ländern gemeldet.

Fachleute weisen jedoch darauf hin, dass sich das Virus in den Mücken aufgrund der gegenwärtig herrschenden Hitze sehr schnell vermehren kann. Dadurch könnte die Ausbreitung beschleunigt werden.

In Zukunft könnte der Erreger auch den Sprung über die Alpen schaffen. Experten sehen die anhaltend hohen Temperaturen hierzulande mit sehr großer Sorge. (ad)