Muskelschmerzen – Ursachen und Behandlung

Wenn die Muskeln Schmerzen bereiten
Der Mensch besteht aus circa 656 Muskeln. Diese sind mit 40 Prozent am Körpergewicht beteiligt. Ohne Muskeln könnten wird nicht leben. Zum Beispiel sind beim Lachen bis zu 70 Muskeln beteiligt – nahezu unvorstellbar. Muskelschmerzen (Myalgien) können in der Regel alle Muskeln betreffen, jedoch zeigen sich diese meistens in der Muskulatur des Rückens, der Schultern, der Arme und Beine.


Ursachen

Die möglichen Ursachen für Muskelschmerzen sind vielfältig. Jeder kennt diese unangenehmen Schmerzen in Verbindung mit Muskelkater oder auch durch einseitige Belastung oder Überlastung, bei der es zu Muskelverspannungen kommt, die mit Muskelschmerzen einhergehen. Weitere Ursachen sind Grippe, Verletzungen der Muskeln, Krämpfe, Autoimmunkrankheiten, Schilddrüsenerkrankungen, Fibromyalgie, Stoffwechselkrankheiten, übermäßiger Genuss von Alkohol und einige Medikamente.

Muskelschmerzen betreffen oft den Rücken, die Schultern, die Arme und Beine. Die Ursachen können äußerst unterschiedlicher Natur sein. (Bild: artstudio_pro/fotolia.com)

Den Muskelkater kennt jeder

Den Muskelkater, eine häufige Ursache für Muskelschmerzen, kennt jede/r. Dabei entstehen während des Sports kleinste Verletzungen, sogenannte Mikroverletzungen in den Muskelfasern. Die Schmerzen treten in der Regel nicht gleich nach dem Sport, sondern erst Stunden später auf. Den Höhepunkt erreicht der Muskelkater häufig am zweiten Tag nach der Belastung. Wer diesen Muskelschmerzen vorbeugen möchte, sollte ungewohnte Belastungen langsam angehen, neue Übungen nicht zu häufig durchführen, den Körper vor dem Sport aufwärmen, geeignete Kleidung tragen und die Muskeln leicht vorher und auch danach dehnen.

Nach dem Sport hilft das Einreiben der Muskeln mit Salben, die eine Muskel entspannende Wirkung haben. Diese enthalten zum Beispiel Lavendelöl, Rosmarinöl, Pfefferminzöl oder Eukalyptusöl. Auch hilft das Einreiben mit einem guten Johanniskrautöl. Ebenso gut ist es, die betroffenen Muskeln mit einem dafür geeigneten Magnesiumöl zu versorgen. Oder auch Sauna, zeitnah nach der körperlichen Belastung, bietet eine gute Möglichkeit, sich vor Muskelschmerzen zu schützen. Arnika aus der Homöopathie kann, gleich nach dem Sport eingenommen, ebenfalls etwas die Schmerzen lindern. Die Muskulatur wird bei einem Muskelkater am besten so lange geschont, bis die Schmerzen verschwunden sind.

Muskelkrampf

Auch Krämpfe wie beispielsweise nächtliches Aufwachen mit einem Wadenkrampf sind den meisten Menschen bekannt. Dies verursacht massive Muskelschmerzen. Ein Einschlafen ist zunächst nicht mehr möglich. So ein Muskelkrampf ist eine plötzliche, ungewollte Muskelanspannung, die massive Muskelschmerzen auslöst. Der dabei betroffene Muskel, zum Beispiel die Wade, fühlt sich steinhart an.

Die ganz normale Reaktion ist, den Muskel zu massieren, damit er sich wieder etwas lockert. In der Regel vergeht so ein Muskelkrampf ganz von alleine. Ursachen für Muskelkrämpfe sind Schwangerschaft, Elektrolytstörungen, Überanstrengungen beim Sport, Krampfadern, Alkoholkonsum, Lebererkrankungen, Polyneuropathie und hormonelle Erkrankungen. Um gegen die Muskelschmerzen, ausgelöst durch die Krämpfe, vorzugehen, sollte auf alle Fälle die Ursache behandelt werden.

Die allgemeine Einschätzung, Ursache für Muskelkrämpfe sei ein Magnesiummangel, kann nicht bestätigt werden. Zwar ist dies eine mögliche Ursache, jedoch nur bei den wenigsten Fällen tatsächlich gegeben. Wer unter Magnesiummangel leidet, dem hilft das Einreiben mit einem guten Magnesiumöl oder Magnesiumgel häufig viel besser als die orale Einnahme. Was ebenso Erleichterung bringen kann, ist die Einnahme des Schüßler Salzes Nr. 19 Cuprum arsenicosum. Dies ist ein gutes „Entkrampfungsmittel“.

Muskelverhärtungen (Myogelosen)

Überbeanspruchung, falsche Haltung, stereotype Haltung oder Schonhaltung, zum Beispiel ausgelöst durch einen Bandscheibenvorfall – all dies kann zu Muskelverhärtungen führen. Und diese sind mit teilweise massiven Muskelschmerzen verbunden. Durch den ständigen Reiz ändert sich der Stoffwechsel in dem betroffenen Gebiet. Dabei fallen Nebenprodukte an, die der Körper nicht mehr richtig abtransportieren kann – eine Entzündung entsteht. Der betroffene Bereich verhärtet sich schmerzhaft.

Um den Myogelosen entgegenzuwirken, muss auf alle Fälle versucht werden, die Ursachen zu reduzieren beziehungsweise auszuschalten. Falsches oder übertriebenes Training, falsche Haltung am Arbeitsplatz, eventuelle Schonhaltungen – all dies sollte unbedingt überdacht werden. Zusätzlich ist es wichtig, sich basenreich zu ernähren. Eine Übersäuerung trägt in der Regel dazu bei, dass sich Myogelosen leichter bilden können und sich dann diese Muskelverhärtungen nicht auflösen.

Auf einen Nenner gebracht: Alles, was tierisch ist, ist sauer; Gemüse und Obst ist basisch. Das Internet hält viele Listen parat, die Ihnen bei der Wahl der richtigen Lebensmittel behilflich sind. Auch ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr in Form von stillem Wasser und Kräutertee zu empfehlen. Um naturheilkundlich etwas gegen die Übersäuerung zu tun und damit die Muskelschmerzen zu reduzieren, helfen die Schüßler Salze Nr. 9 Natrium phosphoricum und Nr. 10 Natrium sulfuricum. Des weiteren ist die „heiße Sieben“, täglich mindestens einmal, zu empfehlen. Dafür werden 10 Stück des Salzes Nr. 7 Magnesium phosphoricum in heißes, abgekochtes Wasser gegeben, mit einem Plastiklöffel umgerührt und schluckweise getrunken.

Massagen können gegen viele Formen der Muskelschmerzen helfen, bieten jedoch nicht immer Linderung. (Bild: djoronimo/fotolia.com)

Behandlungsmöglichkeiten Muskelverhärtungen

Regelmäßige Massagen, Physiotherapie, Wärmebehandlungen und Reizstromtherapie – all dies zählt zu den Behandlungsmöglichkeiten bei Muskelverhärtungen. Wichtig dabei ist, dass die Entzündung, die sich im Gewebe gebildet hat und auch für die mitunter massiven Muskelschmerzen verantwortlich ist, abgebaut wird. Sind die Beschwerden schlimm, werden Antiphlogistika verordnet. Diese wirken sowohl schmerzlindernd als auch entzündungshemmend.

Die Myogelosen können auch mit psychischen Problemen, die häufig zu Nacken – und Schulterverspannungen und Muskelschmerzen führen, zusammenhängen. Hier sollte an regelmäßige Entspannung gedacht werden. Meditation, Yoga, Autogenes Training, oder Progressive Muskelrelaxation sind gute Möglichkeiten, die innere Verspannung etwas zu lösen. Hilfreich sind auch Aromabäder mit ätherischen Ölen, wie zum Beispiel Lavendel, Melisse oder Rose.

Verletzungen der Muskulatur

Verletzungen der Muskulatur können massive Muskelschmerzen verursachen. Dazu gehören Prellungen, Zerrungen, ein Muskelfaserriss oder gar ein Muskelriss. Diese Verletzungen passieren am häufigsten beim Sport. Um dies zu verhindern, ist ein ausreichendes Aufwärmen und auch die passende Sport- bzw. Schutzkleidung wichtig. Gerade bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln, wie zum Beispiel Squash, Tennis oder Fußball, können solche Verletzungen passieren. Sind Gegner mit von der Partie, sind Prellungen leichter möglich, als bei Sportarten, die alleine durchgeführt werden.

Muskelschmerzen sind häufig infolge von Sportverletzungen festzustellen, wobei die Ursache in der Regel relativ leicht diagnostizierbar ist. (Bild: Andrey Popov/fotolia.com)

Schilddrüsenerkrankungen

Die Schilddrüse stellt die Schilddrüsenhormone T3 und T4 her. Diese haben die vielfältigsten Aufgaben im Körper. Was die Muskulatur betrifft, erhöhen sie den Eiweißverbrauch, die Energiegewinnung und die Anspannungs – und Entspannungsgeschwindigkeit der Muskeln. Demnach wirken sich Schilddrüsenerkrankungen wie eine Hypo- oder Hyperthyreose auf die Muskulatur aus, wodurch Muskelschmerzen entstehen können.

Autoimmunerkrankungen

Bei einer Autoimmunerkrankungen richtet sich der Körper gegen eigenes Gewebe und eigene Organe. Ein Beispiel dafür ist SLE, systemischer Lupus erythematodes. Dabei entstehen die unterschiedlichsten Beschwerden wie Müdigkeit, Gewichtsverlust, Haarausfall, Lymphdrüsenschwellungen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und vieles mehr. Eine weitere Autoimmunerkrankung, bei der ebenso Muskelschmerzen auftreten können, ist Hashimoto-Thyreoidits, eine Autoimmunerkrankung der Schilddrüse.

Fibromyalgie

Bei einer Fibromyalgie beziehungsweise dem Fibromyalgiesyndrom stehen Schmerzen im Vordergrund. Diese sind vor allem an Sehnenansätzen und in der Muskulatur. Hinzu kommen Beschwerden wie Schlafstörungen, Müdigkeit, Magen-Darm-Probleme, Schwellungsgefühle und depressive Verstimmungen. Die dabei auftretenden Muskelschmerzen können ziemlich heftig sein. Bei der Behandlung der Fibromyalgie wird in der Regel nur symptomatisch behandelt. Die wirkliche Ursache für diese Erkrankung ist nicht bekannt.

In der Naturheilpraxis wird versucht, die Fibromyalgie ganzheitlich zu sehen und auch so zu behandeln. Therapiemaßnahmen sind Fußreflexzonentherapie, Akupunktur, Anthroposophische Medizin und Homöopathie. Hinzu kommen noch Phytotherapie und Aromamassage.

Bei einer Fibromyalgie kann zum Beispiel eine Fußreflexzonentherapie Linderung verschaffen. (Bild: Werner/fotolia.com)

Metabolische Myopathien (Stoffwechselstörungen der Muskulatur)

Jeder Muskel benötigt Energie, um seiner Leistung nachzukommen. Bei einer metabolischen Myopathie ist dieser Energiestoffwechsel in den Zellen der Muskulatur gestört. Unterschieden werden Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels, des Fettstoffwechsels, des Purinstoffwechsels und ein Defekt in den Mitochondrien (mitochondriale Myopathien – Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen).

Je nach Ausprägung der Erkrankung leiden die Betroffenen unter Muskelschmerzen, Muskelkrämpfen, Muskelschwäche, einer verminderten Fähigkeit zur Ausdauer und Eiweiß im Urin. Die Symptome sind nicht ständig vorhanden, sondern treten episodisch auf.

Bei der Behandlung der metabolischen Myopathie werden Ausdauertraining, eine bestimmte Ernährung und zusätzliche Gaben von speziellen Nahrungsergänzungen empfohlen.

Muskelentzündung – Myositis

Eine Myositis ist eine seltene Erkrankung und zwar eine Entzündung, die sich in der Skelettmuskulatur abspielt. Die dabei auftretenden Symptome sind Kraftverlust in Armen und Beinen, Muskelschmerzen und eventuell auch Schluckstörungen und Hauterscheinungen.

Die Muskelentzündung kann erblich bedingt sein oder durch die verschiedensten Erreger entstehen. Dazu gehören Viren, Bakterien, Parasiten und Toxine. Je nach Art und Ausprägung der Myositis ist Kortison das Mittel der Wahl. Eventuell werden Immunsuppressiva oder Immunglobuline verabreicht. Krankengymnastik und Ergotherapie gehören ebenso zum Behandlungsspektrum.

Grippaler Infekt oder Grippe

Ein grippaler Infekt oder gar eine Grippe gehen in der Regel mit Beschwerden wie Husten, Fieber, Halsschmerzen, Schnupfen, Kopfschmerzen, allgemeinem Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen oder auch Muskelschmerzen einher. Bei der Entzündung, die im Körper herrscht, werden sogenannte Botenstoffe freigesetzt, die auf der einen Seite das Immunsystem anfachen, andererseits aber die Schmerzrezeptoren empfindlicher machen, was bedeutet, dass die Schmerzschwelle herabgesetzt wird. Diese sogenannte Hyperalgesie, ist die Ursache für die unangenehmen Glieder- und Muskelschmerzen.

Borreliose

Borreliose ist eine Krankheit, die von infizierten Zecken übertragen wird. Nach der Übertragung vermehren sich die Erreger, die Borrelien, zuerst einmal in der Haut, an der Einstichstelle. Von dort aus wandern diese weiter in den Körper – die Borrelien verbreiten sich und können die verschiedensten Organe angreifen. Die Erreger können, wenn nicht behandelt wird, jahrelang überstehen und immer wieder Beschwerden verursachen.

Muskelschmerzen sind auch Teil der Symptomatik bei Borreliose, die durch Zecken übertragen wird. (Bild: mirkograul/fotolia.com)

Die erste Manifestation ist an der Stelle des Einstiches zu sehen. Dies ist eine kreisförmige Rötung um den Stich herum. Jedoch muss diese Hautreaktion nicht unbedingt vorkommen. Häufig zeigen sich erste Symptome in Form von allgemeinem Krankheitsgefühl, Abgeschlagenheit, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und vielem mehr. Dabei wird leider nicht sofort an Borreliose gedacht. Auch können sich die ersten Symptome erst Wochen bis Monate nach dem Stich zeigen. Dann ist meistens schon das Nervensystem befallen.

Eine Borreliose ist eine ernstzunehmende Erkrankung, deren Behandlung äußerst schwierig verläuft. Mittlerweile existieren Borreliose Zentren, die sich auf die Therapie dieser Erkrankung spezialisiert haben.

Osteoporose

Bei der Osteoporose ist das Zusammenspiel von Knochenaufbau und -abbau gestört. Anfangs verläuft die Erkrankung recht unbemerkt. Später kommen Rückenschmerzen, Muskelschmerzen und eine gesteigerte Frakturneigung hinzu.

Wechseljahre

Die allgemein bekannten Beschwerden in den Wechseljahren sind Hitzewallungen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Verdauungsprobleme und Probleme mit dem Körpergewicht. Jedoch leiden auch viele Frauen in dieser Zeit unter Gelenkschmerzen und Muskelschmerzen. Zuerst wird das Progesteron im Körper der Frau weniger und dann das Östrogen. Diese Hormonveränderungen sind „schuld“ an den Beschwerden.

Die Naturheilkunde hält viele Pflanzen parat, die der Frau helfen können. Agnus castus (Mönchspfeffer), Cimicifuga (Traubensilberkerze), Lavendel, Melisse, Salbei, Sibirische Rhabarberwurzel, Apis mellifica (Honigbiene) und Leinsamen sind nur ein paar Beispiele dafür. Des weiteren können Akupunktur, Fußreflexzonentherapie und die Schüßler Salze gute Dienste leisten.

Medikamente als Ursachen für Muskelschmerzen

Zu den Medikamenten, die Muskelschmerzen verursachen können, gehören Betablocker, Statine (Medikamente, die die Blutfette senken), Diuretika, Neuroleptika und Muskelrelaxantien, die zur Einleitung einer Inhalationsnarkose verwendet werden.

Verschiedene Medikamente können zu Muskelschmerzen führen. (Bild: BillionPhotos.com/fotolia.com)

Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass für auftretende Muskelschmerzen, wie Sie lesen konnten, viele Ursachen in Frage kommen. Nicht immer verbirgt sich gleich etwas Schlimmes dahinter. Bei leichten Muskelschmerzen sind die erwähnten Schüßler Salze Nr. 7 und Nr. 19 unbedingt einen Versuch wert. Äußerlich angewandt sind ein hochwertiges Magnesiumöl oder auch ein Magnesiumgel eine gute Wahl. Treten jedoch die Muskelschmerzen regelmäßig auf und/oder sind sehr heftig, so sollte unbedingt die Ursache ärztlich geklärt werden. (sw)