Achtung Vergiftungsgefahr: Wenn Zucchinis auffallend bitter schmecken

Sebastian

Zucchini: Auf bitteren Geschmack achten!

Ein leichtes Sommergemüse mit wenig Kalorien ist Zucchini. Viele bauen das leckere Gemüse auch im heimischen Garten an. Doch dann droht manchmal Lebensgefahr, wenn Zucchini und Speisekürbisse selbst angebaut sind. In diesem Artikel zeigen wir, auf unbedingt zu achten ist.


Das mediterrane Gemüse mit dem milden Nussaroma hat sich erst in den 1970er Jahren in deutschen Küchen durchgesetzt. Inzwischen ist die Zucchini so beliebt, dass jeder Haushalt durchschnittlich ein Kilogramm im Jahr verbraucht. Da sie keinen markanten Eigengeschmack hat, lässt sie sich hervorragend mit anderen Gemüsearten wie Aubergine, Tomate und Paprika kombinieren. Aber es kam nach dem Verzehr bereits zu Todesfällen! Deshalb sollten Verbraucher ganz besonders auf einen „bitteren Geschmack“ achten.

Zucchini und andere selbst angebaute Pflanzen können Giftstoffe enthalten. (Bild: Angelaravaioli/fotolia.com)

„Wenn die Frucht ungewöhnlich bitter schmeckt, darf sie nicht gegessen werden“, warnt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Je nach Sorte und Wachstumsbedingungen bildet die Pflanze nämlich Bitterstoffe, die in höheren Konzentrationen die Gesundheit beeinträchtigen kann. Die seltenen Fälle von Vergiftungserscheinungen in den vergangenen Jahren wurden meist durch nachgebaute Zucchini aus dem eigenen Garten verursacht. Verantwortlich hierfür ist der Stoff Cucurbitacin.

Cucurbitacin wird von Kürbisgewächsen wie Zucchini, Gurken oder Melonen zum Schutz ihrer Früchte gebildet. Die Fähigkeit zur Bildung dieser Stoffe wurde eigentlich aus den Nutzpflanzen heraus gezüchtet. Doch steht die Pflanze z.B. durch langanhaltende Hitze unter Stress, kann es sein, dass die Stoffe wieder aktiviert werden. Ebenso kann das Gift entstehen, wenn Saatgut mit Rückkreuzungen, welches die Bitterstoffe enthält, verwendet wird. Im Jahr 2015 hatte es einen Todesfall durch giftige Zucchini aus dem Garten gegeben. Damals war ein 79-jähriger Rentner aus Baden-Württemberg verstorben.

Zucchini schmeckt roh, gegrillt und gekocht

Zucchini schmeckt roh im Salat, gekocht, gebraten und gegrillt. Auch für die leichte Küche sind die Früchte ideal, da sie aufgrund des hohen Wassergehalts kaum Fett und gerade 20 Kilokalorien pro 100 g enthalten. Dafür sind sie reich an Kalium, Calcium, Phosphor, Eisen, Vitamin A und C. Eine besondere Delikatesse sind die gelben Zucchiniblüten, die sich gut zum Frittieren und Füllen eignen.

Ursprünglich kommt die Zucchini aus Mittelamerika und gelangte erst im 17. Jahrhundert mit Einwanderern nach Europa. Der Name leitet sich von dem italienischen Wort für Kürbis »zucca« ab. Denn die Zucchini gehört zu den Kürbisgewächsen und ist botanisch gesehen eine Beere. Dabei muss sie nicht grün und gurkenförmig sein. Die Zucchini gibt es in vielen Variationen – in schwarz, gelb und hellgrün, auch walzenförmig, getigert und mit weißen Flecken. Zucchini können so riesig wie ein Kürbis werden. Mit zunehmender Größe geht aber das Aroma verloren. Daher werden sie halbreif mit einer Länge von 10 bis 40 cm geerntet, wenn die Schale noch zart und weich ist.

Beim Einkauf sind kleine Früchte mit einer glatten Haut, die bei Druck nicht nachgibt die beste Wahl. Im Gemüsefach des Kühlschranks hält sich die Zucchini bis zu zwei Wochen. Vor der Zubereitung muss das Gemüse weder geschält noch entkernt werden. Einfach unter fließendem Wasser waschen und Stiel- sowie Blütenansatz entfernen.

Experten-Tipp: Dem eigenen Geschmackssinn folgen

Schutz vor einer Vergiftung bietet ein einfacher Geschmackstest vor der Zubereitung des Gemüses. Schmeckt es bitter, sollte es sofort wieder ausgespuckt und das betroffene Gemüse nicht verwendet werden, informiert das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Voraussetzung hierfür ist jedoch ein funktionierender Geschmackssinn. Menschen, die hier eingeschränkt sind, sollten andere Personen um Hilfe bitten. (sb)