Schlafstörungen: Besserer Schlaf mit der mediterranen Ernährungsweise

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Schlaflosigkeit im Alter: Mediterrane Kost kann helfen

Millionen Menschen in Deutschland haben chronische Schlafstörungen. Vor allem im Alter wird es schwerer, gesunden Schlaf zu bekommen. Eine Untersuchung lässt nun darauf schließen, dass es Betroffenen helfen kann, wenn sie sich mediterran ernähren.


Die gesunde mediterrane Küche

Experten heben immer wieder die Vorteile der gesunden mediterranen Ernährung hervor. Italienische, spanische oder griechische Gerichte sind nicht nur äußerst lecker, sondern haben aufgrund der Zutaten oft auch einen positiven Einfluss auf unsere Gesundheit. So zeigte sich in wissenschaftlichen Untersuchungen, dass eine mediterrane Ernährungsweise das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte reduziert und selbst vor Demenz und Depressionen schützen kann. Zudem kann diese Ernährung offenbar bei Schlaflosigkeit im Alter helfen.

Laut einer griechischen Studie schlafen ältere Menschen, die sich mediterran ernähren, besser als Senioren mit einer weniger gesunden Kost. (Bild: kab-vision/fotolia.com)

Besserer Schlaf durch Mittelmeerkost

Wie das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) berichtet, ist die Mittelmeerkost traditionell durch einen hohen Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen gekennzeichnet.

Als Hauptquelle für Fett wird Olivenöl genutzt. Hinzu kommen in Maßen Milchprodukte, Fisch und Geflügel, doch nur wenig rotes Fleisch wie Rind und Schwein.

Eine Untersuchung der Harokopio Universität in Athen lässt vermuten, dass ältere Menschen, die sich mediterran ernähren, offenbar besser schlafen als Senioren mit einer weniger gesunden Kost.

Die Ergebnisse der Studie, an der über 1.600 Griechen im Alter von mindestens 65 Jahren beteiligt waren, wurden im Fachmagazin „Geriatrics & Gerontology International“ veröffentlicht.

Bessere Schlafqualität

Mit Hilfe des sogenannten „MedDietScore“ schätzten die Forscher anhand einer Punkteskala ein, wie stark sich die Studienteilnehmer an diese Form des Essens hielten.

Zusätzlich machten die Probanden in Fragebögen Angaben zu ihren Lebensgewohnheiten wie Qualität und Dauer des Schlafes.

Senioren, die sich überwiegend mediterran ernährten, schliefen zwar nicht länger als ihre Altersgenossen, sie hatten aber eine bessere Schlafqualität.

Beispielsweise fanden sie abends leichter in den Schlaf, schnarchten weniger und erwachten seltener aus Atemnot oder mit Kopfschmerzen.

Zudem fühlten sie sich morgens erholter und brauchten am Tag seltener ein Nickerchen zur Erholung. Laut dem BZfE gab es zwischen Frauen und Männern keine Unterschiede.

Ab 75 Jahren ließ der positive Effekt der Mittelmeerkost allerdings nach. Möglicherweise wird der Schlaf mit zunehmendem Alter stärker von Medikamenten und Krankheiten wie zum Beispiel Bluthochdruck beeinträchtigt.

Antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften

Die Wissenschaftler geben jedoch zu bedenken, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Damit können keine ursächlichen Beziehungen nachgewiesen werden.

Es wäre also denkbar, dass weitere Faktoren für den guten Schlaf verantwortlich sind. Auf der anderen Seite könnte Schlafmangel dazu führen, dass Betroffene sich „ungesünder“ ernähren.

Viele Senioren leiden unter Schlafschwierigkeiten. In Zukunft sollen die Zusammenhänge zwischen einer gesunden Ernährung und einem guten Schlaf näher erforscht werden, um die Lebensqualität im Alter zu erhöhen.

Wie die Forscher schreiben, sind vermutlich antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften der Mittelmeerkost für die positive Wirkung verantwortlich.

Manche Nahrungsmittel wie Oliven, einige Fischarten und saisonale Früchte sind zudem gute Quellen für das Hormon Melatonin, das einen gesunden Schlaf-Wach-Rhythmus fördert. (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.