Bei Bauchspeicheldrüsenkrebs könnten verschiedene Pflanzenstoffe einen Beitrag zur Therapie leisten. Pflanzliche Wirkstoffe wie Curcumin, Quercetin und Resveratrol zeigen vielversprechende krebshemmende Eigenschaften. Allerdings bedarf es weiterer Untersuchungen für eindeutige Behandlungsempfehlungen.
Welches therapeutische Potenzial verschiedene Phytochemikalien bei Bauchspeicheldrüsenkrebs haben und welche molekulare Mechanismen dabei eine Rolle spielen, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „Phytotherapy Research“ veröffentlicht.
Bauchspeicheldrüsenkrebs häufig schwer therapierbar
Bauchspeicheldrüsenkrebs ist für seinen aggressiven Verlauf und die Resistenz gegenüber Standardtherapien bekannt und wird zudem oftmals erst verspätet diagnostiziert, da erst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium auffällige Symptome auftreten.
Auch aus diesem Grund sind die Behandlungsoptionen bei vielen Betroffenen stark eingeschränkt und Bauchspeicheldrüsenkrebs nimmt relativ häufig einen tödlichen Verlauf. Effektive Behandlungsansätze sind daher weiterhin dringend gesucht.
Pflanzenstoffe zur Therapie?
Für verschiedene Pflanzenstoffe haben frühere Untersuchungen bereits eine Wirkung gegen Pankreaskrebszellen nachgewiesen, doch inwiefern diese in der klinischen Praxis tatsächlich helfen können, blieb weitgehend unklar.
In einer Übersichtsarbeit hat das chinesische Forschungsteam daher das therapeutische Potenzial von Pflanzenstoffen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs, die zugrundeliegenden molekularen Mechanismen, ihre pharmakologischen Eigenschaften sowie Möglichkeiten der praktischen Anwendung untersucht.
Diese Pflanzenstoffe zeigen Wirkung
Nachweisbare Wirkung gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs zeigten dabei:
- Curcumin (insbesondere in Kurkuma enthalten),
- Quercetin (zum Beispiel in Kapern enthalten),
- Resveratrol (zum Beispiel in Weintrauben enthalten),
- Epigallocatechin-3-Gallat (Wirkstoff aus grünem Tee),
- Berberin (zum Beispiel in Berberitzen enthalten),
- Genistein (zum Beispiel in Sojabohnen enthalten),
- Apigenin (zum Beispiel in Schafgarbe und Kamille enthalten)
- und Luteolin (zum Beispiel in Thymian enthalten).
Präklinische Studien deuten auf eine konsistente Wirkung über mehrere Signalwege sowie auf eine potenziell gesteigerte Wirksamkeit in Kombination mit herkömmlichen Chemotherapeutika hin, wenngleich die Evidenz aus klinischen Studien bislang begrenzt und uneinheitlich ist, erläutern die Forschenden.
Diese Substanzen entfalten ihre Wirkung gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs unter anderem indem sie die Apoptose (programmierten Zelltod) der Krebszellen fördern, deren Proliferation und die Angiogenese hemmen sowie oxidativen Stress modulieren, so die Fachleute weiter.
Die pflanzlichen Wirkstoffe könnten auch ergänzend zu konventionellen Chemotherapeutika eingesetzt werden, allerdings seien Faktoren wie zum Beispiel die geringe Bioverfügbarkeit und die schlechte Löslichkeit mit gewissen Problemen bei der Anwendung verbunden.
Die Entwicklung fortschrittlicher Wirkstofftransportsysteme wie zum Beispiel auf Basis von polymeren Trägern, Liposomen oder Nanopartikel sei entscheidend, um die Wirkung gegen Pankreaskarzinome zu verbessern.
Vielversprechende Multitarget-Wirkstoffe
Insgesamt erscheinen die pflanzlichen Verbindungen als vielversprechende Multitarget-Wirkstoffe, die das Potenzial haben, die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs grundlegend zu verändern, so das Fazit des Forschungsteams.
Jedoch seien weitere klinische Studien unerlässlich, um evidenzbasierte Behandlungsleitlinien zu entwickeln und den langfristigen therapeutischen Nutzen der Pflanzenstoffen zu bewerten. (vb)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Md. Rezaul Islam, Abdur Rauf, F. M. Shourav, Hanan A. Ogaly, Abdullah S. M. Aljohani, Waleed Al Abdulmonem, Kamala Badalova, Marcello Iriti: Phytochemicals as Multitarget Therapeutics in Pancreatic Cancer: Mechanisms, Clinical Evidence, and Translational Challenges; in: Phytotherapy Research (veröffentlicht 16.08.2026), onlinelibrary.wiley.com
Wichtiger Hinweis:
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