Bewegung schützt vor Prostatakrebs

Sportliche Aktivität und Bewegung schützen Männer vor Prostatakrebs. (Bild: GutesaMilos/Stock.Adope.com)

Schützen Sport und Bewegung vor Prostatakrebs?

Es gibt eine einfache und kostengünstige Methode, wie Männer sich vor Prostatakrebs schützen können. Dazu reicht es laut einer aktuellen Untersuchung aus, dass sie sich täglich mehr bewegen und körperlich aktiver sind.

Bei der aktuellen Studie der University of Bristol wurde festgestellt, dass Männer auf ausreichende Bewegung achten sollten, um sich so vor der Entstehung von Prostatakrebs zu schützen. Die Ergebnisse der Studie wurden in der englischsprachigen Fachzeitschrift „International Journal of Epidemiology“ publiziert.

Welche Aufgabe hat die Prostata?

Die Prostata ist eine winzige Drüse, welche etwa die Größe einer Walnuss hat. Die Prostata produziert Sperma und wird oft als männlicher G-Punkt bezeichnet. Prostatakrebs ist bei Männern die zweithäufigste Form von Krebserkrankungen.

Männer sollten auf einen gesünderen Lebensstil achten

Die Forschenden stellten fest, dass Bewegung bei Männern zu einer Schutzwirkung vor Prostatakrebs beiträgt. Die aktuelle Studie ist bisher die größte Untersuchung, welche Genetik, körperliche Aktivität und Prostatakrebs miteinander verbindet. Die Ergebnisse sollen Männer dazu motivieren, auf einen gesünderen Lebensstil zu achten, um sich so vor Prostatakrebs und anderen Krankheiten zu schützen.

Bereits leichte Bewegung kann vor Prostatakrebs schützen

Die Studie deutet darauf hin, dass es einen größeren Effekt der körperlichen Aktivität auf Prostatakrebs geben könnte, als bisher angenommen wurde. Dies ermutigt Männer hoffentlich körperlich aktiver zu sein. Bereits leichte Bewegung kann vor Prostatakrebs schützen. Um die Ursachen von Prostatakrebs zu untersuchen, analysierte die Forschungsgruppe 22 spezielle Risikofaktoren bei über 140.000 Männern.

Welche Risikofaktoren wirken sich auf die Wahrscheinlichkeit für Krebs aus?

Das Team wollte so herausfinden, wie spezielle Risikofaktoren, wie beispielsweise Fettleibigkeit, Eisenspiegel, körperliche Aktivität und Ernährung, die Wahrscheinlichkeit beeinflussen, dass Prostatakrebs entsteht.

Erhöhte Aktivität reduziert das Risiko für Prostatakrebs

So fanden sie heraus, dass erhöhte Aktivität das Risiko von Prostatakrebs reduziert. Um eine Schutzwirkung zu erreichen, ist es aber nicht nötig jeden Tag schwere Gewichte zu stemmen oder Langstreckenläufe zu bewältigen.

Wie viel Bewegung ist nötig?

Die Beziehung zwischen körperlicher Aktivität und Prostatakrebs ist eine Dosis-Wirkungsbeziehung. Es gibt also keine genaue Formel zur Bekämpfung von Prostatakrebs, wie beispielsweise drei Läufe über 5 km pro Woche.

Zu soviel Aktivität raten Richtlinien

Die Einhaltung internationaler Richtlinien zu sportlicher Betätigung ist ein guter Ausgangspunkt um seine Aktivität zu erhöhen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt wöchentlich zweieinhalb Stunden mäßige Aktivität, wie Gartenarbeit oder Spazierengehen, oder 75 Minuten starke Aktivität, wie Laufen oder Boxen.

Je aktiver Männer sind, desto geringer ist ihr Risiko für Prostatakrebs

Bei der Analyse gab es Menschen mit zwei DNA-Variationen, die mit höherer körperlicher Aktivität verbunden waren. Männer mit solch einer Genetik hatten ein um 51 Prozent geringeres Risiko Prostatakrebs zu entwickeln, verglichen mit Menschen, welche keine dieser Variationen in sich trugen.

Wie wurde die körperliche Aktivität gemessen?

Statt zu bewerten, wie oft jede Woche Männer trainierten, verwendete das Forschungsteam die Genetik als Maß für die körperliche Aktivität. Der Ansatz hilft, Störfaktoren zu reduzieren. Menschen, die mehr Sport treiben, können auch eher auf Rauchen oder Alkoholkonsum verzichten, die wiederum eigene Risikofaktoren darstellen.

Machen Sie mehr Sport!

Die Vorbeugung von Prostatakrebs ist nur ein weiterer Grund für mehr Sport und Bewegung, zusätzlich zu den unzähligen anderen Vorteilen, wie beispielsweise einem gesünderen Herzen und einer besseren Stimmung. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:
Alexander Stindt
Quellen:
  • Nabila Kazmi, Philip Haycock, Konstantinos Tsilidis, Brigid M Lynch, Therese Truong et al.: Appraising causal relationships of dietary, nutritional and physical-activity exposures with overall and aggressive prostate cancer: two-sample Mendelian-randomization study based on 79 148 prostate-cancer cases and 61 106 controls, in International Journal of Epidemiology (Abfrage: 05.12.2019), International Journal of Epidemiology

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.