Demenz: So wirken Sie der Erkrankungen entgegen

Patient wird von einer Ärztin befragt

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen ansehen

Ausgewogene Ernährung, Bewegung und Co: Gesunder Lebensstil gegen Demenz

Immer mehr Menschen weltweit leiden an Demenz, die meisten von ihnen sind von der Alzheimer-Krankheit betroffen. Trotz jahrzehntelanger Forschung ist die neurodegenerative Erkrankung noch immer nicht heilbar. Doch durch einen gesunden Lebensstil lässt sich das Erkrankungsrisiko deutlich verringern.


Gesundheitsexperten zufolge lässt sich der Ausbruch neurodegenerativer Erkrankungen wie der Alzheimer-Demenz durch einen gesunden Lebensstil deutlich verzögern. Dabei spielt schon die Lebensphase zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr eine bedeutende Rolle. „Wer bereits in frühen Jahren auf sich und seinen Körper achtet, verringert das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen im Alter“, erklärt die Demenz-Expertin Elisabeth Stögmann von der Medizinischen Universität (MedUni) Wien/Allgemeines Krankenhaus der Stadt Wien (AKH Wien) in einer Mitteilung.

Patient wird von einer Ärztin befragt
Demenz ist zwar nicht heilbar, doch das Erkrankungsrisiko lässt sich durch einen gesunden Lebensstil deutlich verringern. Wichtig hierbei sind unter anderem gesundes Essen und regelmäßige Bewegung. (Bild: Alexander Raths/fotolia.com)

Studien belegen positive Effekte

Dass gesunde Ernährung, Bewegung und die Reduzierung von Stress zur Vermeidung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beiträgt, ist allgemein bekannt. „Mehrere Studien konnten nun zeigen, dass auch bei neurodegenerativen Erkrankungen wie der Alzheimer Demenz und auch anderen Demenzformen ein gesunder Lebensstil positive Effekte hat“, erläutert Elisabeth Stögmann, „das zeigt sich darin, dass die Erkrankung später ausbricht oder in ihrem Verlauf gebremst wird“.

Bei der Entwicklung von Arzneimitteln, die Demenz erfolgreich bekämpfen, konnten zuletzt keine neuen Erfolge vermeldet werden. Etablierte Medikamente können lediglich die Symptome lindern. „Da es kein Heilmittel gegen Alzheimer gibt, bekommen modifizierbare Lebensstilfaktoren als Maßnahmen der Vorbeugung und Therapie eine besondere Bedeutung bei dieser Erkrankung“, so Stögmann.

Demenz-Erkrankungen entgegenwirken

Es gibt mehrere Ansätze, die nicht nur der Allgemeingesundheit dienen, sondern in Folge auch Demenzerkrankungen entgegenwirken. Um den Organismus möglichst wenig zu belasten, sollten körperliche Risikofaktoren wie Diabetes oder Bluthochdruck bestmöglich behandelt werden. Dazu kann beispielsweise eine gesunde Diät die Blutzuckerwerte positiv beeinflussen und Übergewicht verhindern. Laut der Expertin sollte man verstärkt auf eine „mediterrane Ernährung“ in Form von viel Obst, Gemüse und Fisch setzen.

Stögmann rät auch zu angemessener Bewegung, das bedeutet mindestens 150 Minuten sportliche Aktivität pro Woche: „Eine Studie konnte zeigen, dass regelmäßiger Sport sogar bei Menschen mit genetischer Disposition das Auftreten einer Alzheimer Demenz hinauszögern kann. Das heißt, Menschen, die genetisch ein großes Demenzrisiko haben, können mit Sport aktiv etwas dagegen unternehmen.“

Des Weiteren sollte das Gehirn regelmäßig und bis ins hohe Alter gefordert werden. Um dieses zu trainieren, eignen sich zum Beispiel Musik, Spiel und aktive soziale Interaktion. Um Stress zu reduzieren, rät die Expertin zu Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation. Ein ganz wichtiger Faktor ist auch ausreichend Schlaf von mindestens sechs bis acht Stunden pro Nacht: „Ein geregelter Schlaf gibt dem Organismus die Zeit, die er braucht, um sich zu regenerieren.“

Gut für das Herz und das Gehirn

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) erklärt in der vor wenigen Monaten veröffentlichten Richtline „Risikominderung von kognitivem Verfall und Demenz“, dass sich das Demenzrisiko durch einen gesunden Lebensstil verringern lässt. Die Experten empfehlen darin, sich regelmäßig zu bewegen, nicht zu rauchen, schädlichen Alkoholkonsum zu vermeiden, Übergewicht zu vermeiden, sich gesund zu ernähren und einen gesunden Blutdruck, Cholesterinspiegel und Blutzuckerspiegel einzuhalten.

„Wir müssen alles tun, um unser Demenzrisiko zu senken“, betont der WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom Ghebreyesus in einer Pressemitteilung. Die Empfehlungen in der Richtlinie basieren auf gesammelten wissenschaftlichen Erkenntnissen und bestätigen, dass das, was für unser Herz gut ist, auch für unser Gehirn gut ist, so Dr. Ghebreyesus. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Medizinische Universität Wien: Welt-Alzheimertag am 21. September: Gesunder Lebensstil beugt Demenz-Erkrankungen vor, (Abruf: 22.09.2019), Medizinische Universität Wien
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): WHO Guidelines: Risk reduction of cognitive decline and dementia, (Abruf: 22.09.2019), Weltgesundheitsorganisation (WHO)
  • Weltgesundheitsorganisation (WHO): Adopting a healthy lifestyle helps reduce the risk of dementia, (Abruf: 22.09.2019), Weltgesundheitsorganisation (WHO)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.