Diclofenac, Ibuprofen und Co: Einige Medikamente machen die Haut empfindlicher für Sonnenlicht

Frau mit Sonnenbrand auf dem Rücken

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

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Medikamenteneinnahme während Hitzewelle: Manche Präparate machen lichtempfindlicher

Während der aktuellen Hitzewelle ist es besonders wichtig, sich vor den aggressiven Sonnenstrahlen zu schützen. Dies betrifft besonders Personen, die bestimmte Medikamente einnehmen. Denn manche Arzneimittel machen unsere Haut lichtempfindlicher.


Auf einen guten Sonnenschutz achten

Trockener Reizhusten, Kopfschmerzen, Schwindel, Magen-Darmbeschwerden: Die möglichen Nebenwirkungen von Arzneimitteln sind vielfältig. Was viele aber nicht wissen: Manche Medikamente wie bestimmte Antibiotika, Blutdrucksenker, oder pflanzliche Mittel wie Johanniskraut können auch lichtempfindlich machen. Wer solche Präparate einnimmt, sollte vor allem angesichts hochsommerlicher Temperaturen auf einen guten Sonnenschutz achten. Darauf weist die Barmer Krankenkasse in einer Mitteilung hin.

Frau mit Sonnenbrand auf dem Rücken
Die Einnahme von bestimmten Medikamenten macht die Haut lichtempfindlicher. Patienten, die solche Präparate einnehmen, sollten auf einen guten Sonnenschutz achten. (Bild: jivimages/fotolia.com)

Lichtempfindlichkeit der Haut wird verstärkt

„Vor allem Menschen, die regelmäßig Medikamente einnehmen, sollten sich intensiv um ihren Hautschutz kümmern, schließlich können einige Präparate die Lichtempfindlichkeit steigern“, so Heidi Günther, Arzneimittelexpertin bei der Barmer.

Laut der Krankenkasse gehören unter anderem Entwässerungsmittel, verschiedene Antidepressiva und Herz-Kreislauf-Medikamente zu den Medikamenten, die eine fotosensible Reaktion auslösen können.

Doch auch entzündungshemmende Mittel wie Diclofenac und Ibuprofen können die Haut lichtsensibler machen.

„Die Symptome ähneln denen eines Sonnenbrandes: Die Haut rötet sich, brennt, juckt und es können sich Blasen oder Pusteln bilden“, schreibt der AOK Bundesverband auf seiner Webseite.

Den Experten zufolge sind ältere Menschen von solchen Nebenwirkungen eher betroffen, da sie häufiger Medikamente einnehmen.

Möglicherweise gibt es Alternativen zum eigentlichen Präparat

„Hinweise zu einer möglichen Verstärkung der Sonnenempfindlichkeit sind im Beipackzettel aufgeführt“, erklärt Günther.

„Wer dennoch unsicher ist, sollte Rücksprache mit dem Arzt oder Apotheker halten.“

Diese Experten können gegebenenfalls auch eine Alternative zum eigentlichen Präparat empfehlen.

Bei Patienten, die die fraglichen Präparate über einen längeren Zeitraum einnehmen, kann es sich lohnen, UV-undurchlässige Folien an Fenstern anzubringen, da UV-A-Strahlen auch durch das Fensterglas gelangen.

Sonnenlicht möglichst meiden

Betroffene sollten sich aber zusätzlich zu den besonderen Vorsichtsmaßnahmen auch an die gängigen UV-Schutz-Empfehlungen halten.

Generell hilfreich ist, Sonnenlicht möglichst zu meiden.

Wenn das nicht möglich ist, sollten gerade Menschen mit einer sonnenempfindlichen Haut vorzugsweise auf UV-Schutzmittel mit einem hohen UV-A-Schutz zurückgreifen und am besten zusätzlich einen textilen Sonnenschutz verwenden. (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:
  • Barmer Krankenkasse: Hitzwelle - Medikamente können Haut lichtempfindlicher machen, (Abruf: 27.07.2019), Barmer
  • AOK Bundesverband: Sonnenlicht und Medikamente: Nicht immer eine gesunde Mischung, (Abruf: 27.07.2019), AOK Bundesverband