Digital Detox: Verzicht auf das Smartphone – digitales Fasten liegt mit Recht im Trend

Alfred Domke

Digitales Fasten: Jeder vierte Deutsche will auf Smartphone und Co verzichten

Zwar fällt vielen Menschen der Smartphone-Verzicht alles andere als leicht, doch laut einem neuen Report wird das digitale Fasten zunehmend populärer. Mehr als ein Drittel der deutschen Bevölkerung sieht das sogenannte Digital Detox demnach als wichtiges und wertvolles Thema an, jeder Vierte erwäge es ernsthaft.


Handybesitzer aktivieren ihr Gerät über 50 Mal pro Tag

Handys und Smartphones sind für viele Menschen zum unverzichtbaren Alltagsbegleiter geworden. Vor allem für einen Großteil der jüngeren Bevölkerung ist ein Leben ohne die kleinen Geräte heutzutage kaum mehr vorstellbar. Laut einer Untersuchung von Forschern der Universität Bonn aktivieren Handybesitzer ihr Gerät im Durchschnitt 53 Mal am Tag. Das kann gesundheitliche Folgen haben: So gibt es Hinweise darauf, dass durch die ständige Smartphone-Nutzung die Kurzsichtigkeit zunimmt. Und eine Studie zeigte, dass solche Geräte den Schlaf stören. Daher ist es erfreulich, dass ein neuer Report nun ergab, dass viele Deutsche einer digitalen Diät gegenüber aufgeschlossen sind.

Das ständige Nutzen von Smartphones hat negative Auswirkungen auf die Schlafgesundheit. Daher erwägen viele Deutsche sogenanntes digitales Fasten. (Bild: Ana Blazic Pavlovic/fotolia.com)

Negative Auswirkungen auf die Schlafgesundheit

Wie aus aus dem aktuellen Report „Schlafgesundheit in Deutschland“ des Marktforschungsinstitutes Ipsos im Auftrag der Barmer hervorgeht, wird digitales Fasten, also der bewusste Verzicht auf Smartphone und Co., zunehmend populärer.

Laut einer Mitteilung der Krankenkasse zeigte sich in der Befragung, dass 37 Prozent der deutschen Bevölkerung das sogenannte Digital Detox als wichtiges und wertvolles Thema sehen.

13 Prozent haben es schon in die Tat umgesetzt, ein Viertel der Befragten erwäge dies ernsthaft.

„Etwa ein Viertel der für unseren Report zur Schlafgesundheit Befragten berichtet von Schlafstörungen, hochgerechnet sind das 15,3 Millionen Bundesbürger“, erklärt Andrea Jakob-Pannier, Psychologin bei der Barmer.

„Viele wollen offenbar ihre Online-Präsenz einschränken, weil sich digitale Medien und soziale Netzwerke auf ihren Schlaf auswirken“, so die Expertin.

Tipps für digitales Fasten im Alltag

Die Psychologin empfiehlt, mit Veränderungen im Alltag eine persönliche Strategie für das digitale Fasten zu entwickeln.

Dazu gehörten unter anderem Pausen, in denen Smartphone und Internet bewusst unbeachtet bleiben. Der Expertin zufolge sei eine Möglichkeit, den Flugmodus einzuschalten.

Zudem sollten berufliche Mails in der Freizeit nicht beantwortet werden. Digitaler Stress lasse sich vermeiden, wenn das Handy nicht den Takt vorgebe.

Dabei helfe, Apps Push-Benachrichtigungen zu verwehren und Smartphones vom Esstisch oder zur Nachtruhe aus dem Schlafzimmer zu verbannen.

„Man sollte sich klarmachen, wie viel Zeit das Smartphone kostet, und diese Zeit zumindest zum Teil wieder analog nutzen“, so Jakob-Pannier. (ad)