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Elektrische Stimulation des Gehirns kann Depressionen reduzieren

Alexander Stindt
Verfasst von Alexander Stindt, Fachredakteur für Gesundheitsnews
1. Dezember 2018
in News
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Strom zur Behandlung von Depressionen?

Forscher fanden jetzt heraus, dass wenn Menschen an Depressionen erkrankt sind, eine elektrische Stimulationsbehandlung an einem bestimmten Teil des Gehirns zu erheblichen Stimmungsverbesserungen führt.

Die Wissenschaftler der University of California, San Francisco stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass eine sogenannte Stimulationsbehandlung des Gehirns bei Menschen mit Depressionen zu erheblichen Stimmungsverbesserungen führt. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in dem englischsprachigen Fachblatt „Current Biology“.

Behandlung konzentrierte sich auf orbitofrontalen Kortex

Die Experten konzentrierten sich bei ihrer Behandlung auf den orbitofrontalen Kortex (OFC), der sich auf der unteren Oberfläche des Gehirns über den Augen befindet, bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Depression. Der orbitofrontale Kortex ist eine der am wenigsten verstandenen Regionen im Gehirn, sagen die Forscher. Der orbitofrontale Kortex ist jedoch eng mit verschiedenen Hirnstrukturen verbunden, die mit Stimmung, Depression und Entscheidungsfindung zusammenhängen, daher ist er sehr gut positioniert, um die Aktivität zwischen Emotion und Kognition zu koordinieren, fügt Studienautor Dr. Eddie Chang von der University of California in einer Pressemitteilung hinzu.

Was bewirkte die elektrische Behandlung?

Bei 25 Patienten mit Epilepsie, welche minimale bis schwere Depressionssymptome aufwiesen, wurde drei Minuten lang ein schwacher elektrischer Strom angelegt. Die Patienten gaben eine Verbesserung ihrer Stimmung an, waren insgesamt ruhiger und weniger ängstlich. Die Teilnehmenden erlebten auch eine sichtbare Verbesserung ihrer Körpersprache, sie lächelten mehr, saßen gerader und sprachen schneller und natürlicher, erklären die Mediziner.

Weitere Forschung ist nötig

Es sind allerdings noch weitere Untersuchungen an größeren Gruppen von Menschen nötig, um besser zu verstehen, ob die Stimulierung des orbitofrontalen Kortex wirklich auch zu einer dauerhaften Stimmungsverbesserung führt. Je mehr die Experten über Depressionen auf Ebene der Schaltung des Gehirns verstehen, desto mehr Optionen stehen zur Verfügung, um Patienten effektive Behandlungen mit einem geringen Risiko für Nebenwirkungen anzubieten. Vielleicht wird es sogar eines Tages möglich sein, dass das menschliche Gehirn dazu gebracht wird, Depressionen komplett zu verlernen, hoffen die Wissenschaftler der University of California. (as)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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