Essen aus der Mikrowelle – Wie gesund mag das sein?

Kochen in der Mikrowelle: Ungesund und schädlich?

Die Mikrowelle ist eines der verbreitetsten Haushaltsgeräte hierzulande. In den praktischen Geräten sind warme Mahlzeiten binnen Minuten fertig. Doch ist die Essenszubereitung darin auch gesund oder möglicherweise doch eher schädlich? Experten geben Antworten.


In 70 Prozent der deutschen Küche gibt es eine Mikrowelle

Sie ist schnell, praktisch und entspricht dem Zeitgeist – in der Mikrowelle wird binnen kürzester Zeit eine warme Mahlzeit fertig. Schon in den 1960er Jahren waren solche Geräte auf dem Markt, seit den 1990ern haben sie sich durchgesetzt und stehen heute in 70 von 100 deutschen Küchen, berichtet das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE). Manche Verbraucher fürchten jedoch, dass die Essenszubereitung in der Mikrowelle mit gesundheitlichen Einbußen einhergeht. Ist dem tatsächlich so?

In rund 70 Prozent der deutschen Haushalte befindet sich ein Mikrowellengerät. Manche Menschen meinen, Mahlzeiten die in solchen Geräten zubereitet werden, seien ungesund. Experten erklären, was an der Vermutung dran ist. (Bild: Alexey Rotanov/fotolia.com)

Essen aus der Mikrowelle gesundheitlich unbedenklich

Gerade noch im Tiefkühlfach, wenige Minuten später verzehrbereit auf dem Esstisch: Innerhalb kürzester Zeit wird Gefrorenes in der Mikrowelle aufgetaut oder eine am Vortag zubereitete Mahlzeit erwärmt.

Für das rasante Erhitzen sorgt im Inneren des Gerätes die Mikrowellenstrahlung mit einer Frequenz von 2,45 Gigahertz.

Sinnvoll eingesetzt, kann die Mikrowelle gegenüber Kochstelle und Backofen nicht nur Zeit, sondern auch Energie sparen. Besonders für Singles oder Familien, in denen nicht alle Mitglieder gleichzeitig essen, sind die kleinen Geräte nützlich.

Manche Verbraucher fürchten allerdings, die Arbeitserleichterung mit gesundheitlichen Einbußen bezahlen zu müssen. Diese Sorge ist jedoch unbegründet.

Das sieht auch Margret Morlo vom Verband für Ernährung und Diätetik (VFED) in Bocholt so. „Lebensmittel aus der Mikrowelle sind gesundheitlich unbedenklich“, so die Expertin laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa.

Zusätzlich rohes Obst und Gemüse verzehren

Wie das BZfE erklärt, versetzen die elektromagnetischen Strahlen der Mikrowelle die Bestandteile der Lebensmittel lediglich in Schwingung, so dass Wärme entsteht.

Die Zusammensetzung der Speise ändert sich jedoch nicht. Dazu sind die Wellen nicht stark genug. Das Lebensmittel kann auch keinerlei Strahlen aufnehmen.

Speisen aus der Mikrowelle sind demnach genau so unbedenklich wie Gerichte aus dem Kochtopf. Dennoch ist es nicht ratsam, beispielsweise Gemüse portionsweise einzufrieren und dann im Mikrowellengerät aufzuwärmen, denn: „Die meisten Vitamine sind hitzeempfindlich“, so Morlo.

Die maximalen Vitaminverluste können zwischen 40 und 80 Prozent schwanken. Vitamin C kann sogar komplett verloren gehen.

„Wer seine Mahlzeiten oft in der Mikrowelle erwärmt oder gart, sollte täglich zusätzlich rohes Obst und Gemüse essen, um den Vitamingehalt zu optimieren“, empfiehlt Morlo in der Agenturmeldung.

Kein spezielles Mikrowellengeschirr nötig

Vorsichtig sollte man zudem sein, weil sich sogenannte „Hot Spots“ bilden können. Das sind heiße Temperaturen in der Mitte eines Gefäßes.

Sie entstehen vor allem in hohem, schmalem Geschirr – etwa in Babyfläschchen oder Gläschen.

„Das hat zur Folge, dass sich beispielsweise ein Kakao beim Trinken am Anfang nur lauwarm anfühlen und im nächsten Augenblick den Mund verbrennen kann“, erläutert Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen in der dpa-Meldung.

Um die Temperatur gleichmäßig zu verteilen, vor allem Babykost gut schütteln oder umrühren, anschließend Temperatur sorgfältig prüfen, rät das BZfE.

Den Experten zufolge ist in der Regel kein spezielles Mikrowellengeschirr notwendig. Herkömmliche Geschirre aus Glas, Keramik, Porzellan, Steingut oder hitzebeständigem Kunststoff erfüllen ihren Zweck demnach ebenso.

Manche Küchenhelfer aus Kunststoff sollten jedoch nicht in die Geräte, da bei Erwärmung von Melamin-Geschirr gegebenenfalls das Risiko einer Schadstofffreisetzung besteht.

Metallgefäße gehören ebenfalls nicht in ein Mikrowellengerät, da Metall die Mikrowellen reflektiert, es zu Funkenüberschlägen kommen kann und die Mikrowellen so nicht zum Lebensmittel gelangen.

Zum Auftauen und Erwärmen einzelner Portionen

Mikrowellengeräte sind besonders zum Auftauen, Erwärmen und Garen einzelner Portionen geeignet.

Einige Geräte sind zusätzlich mit Grill- oder anderen Backfunktionen ausgestattet.

„Größere Mengen an Fleisch oder Gemüse, raffinierte Soßen und knusprig braune Kuchen lassen sich grundsätzlich nicht gut im Solo-Mikrowellengerät zubereiten“, schreibt das BZfE.

„Auch stärkehaltige Lebensmittel wie Reis, Kartoffeln oder Nudeln, die eine lange Kochzeit haben, gelingen besser auf dem Herd“, so die Experten.

Und: „Den traditionellen Herd mit Backofen kann das Solo-Mikrowellengerät nicht vollständig ersetzen.“

Kinder vor laufenden Mikrowellengeräten fernhalten

Manche Verbraucher sorgen sich, dass durch den Betrieb von Mikrowellen schädliche Strahlen in der Küche verbreitet werden.

Doch Ina Stelljes vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erklärt in der Agenturmeldung: „Schutzvorrichtungen sorgen dafür, dass im Betrieb nur sehr wenig Strahlung nach außen gelangt.“

Allerdings könne in der Umgebung der Sichtblende und der Türen eine geringe sogenannte Leckstrahlung auftreten. Hierfür ist in Sicherheitsnormen ein Grenzwert festgelegt, der laut BfS beim überwiegenden Teil der Mikrowellengeräte eingehalten wird.

„Bei technisch einwandfreien Geräten besteht keine gesundheitliche Gefahr, auch nicht für besonders schutzbedürftige Personen wie Schwangere oder Kleinkinder“, so Stelljes.

Dennoch sollte grundsätzlich eine unnötige Belastung mit hochfrequenten Feldern vermieden werden. Vom BfS wird daher empfohlen, dass sich vor allem Kinder während der Zubereitung des Essens nicht unmittelbar vor oder neben dem Gerät aufhalten sollten. (ad)