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Feinmotorik erlernen: Kinder müssen nicht unbedingt malen

Sebastian Bertram
Verfasst von Sebastian Bertram
7. November 2015
in News
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Bewegungsabläufe der Hand-Fingerkoordination können auch anderweitig geübt werden
Kinder sollten viel malen, um ihre Feinmotorik zu schulen. Dazu raten etliche Eltern-Ratgeber, denn werden diese Fähigkeiten in der Kindheit zu selten geübt, könne es demnach später zu Entwicklungsstörungen wie z.B. einer Schreibschwäche kommen. Hat ein Kind einfach keine Freude am Malen, sollten sich Eltern dennoch keine Sorgen machen. Denn feinmotorische Fähigkeiten entwickeln sich auch durch andere Tätigkeiten.

Auch Kartoffelschälen und Laubsäge-Arbeiten schulen die Feinmotorik
Während die 4-jährige Marie täglich und mit Hingabe kleine Kunstwerke malt, kann sich der 5 Jahre alte Max überhaupt nicht für Stifte, Schere und Tuschkasten begeistern. Doch auch wenn das Kind keine Freude an Malen und Basteln zeigt, bestehe für Eltern kein Grund zur Sorge, betont Ulric Ritzer-Sachs von der Onlineberatung der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „dpa“.

„Wenn ein Kind nicht malt, sagt das eigentlich erst mal gar nichts aus“, erklärt der Experte. Drängen und Zwang würden hier gar nicht weiter helfen, doch natürlich müsse das Kind irgendwann feinmotorische Fertigkeiten wie das Schreiben beherrschen. Statt durch Malen oder Basteln könnten diese aber z.B. auch gefördert werden, indem „man das Kind am besten kleine Aufgaben im Alltag machen“ lasse, sagt Ritzer-Sachs. Dies könne z.B. das Aufschneiden der Nudelpackung oder Kartoffelschälen sein, zudem sei es förderlich, wenn das Kind Werkzeuge wie eine Laubsäge nutzen dürfe. Denn auch durch handwerkliche Tätigkeiten wie Sägen, Hämmern oder Feilen wird die Feinmotorik geschult.

Mit Fingerfarben die Lust auf Kreativität wecken
Doch auch „Mal-Muffeln“ sollten Stifte und Papier immer wieder angeboten werden. „Dann kann man mal vorschlagen ‘Komm, lass uns gemeinsam etwas für die Mama malen’“, empfiehlt der Experte. Häufig motiviere es auch, wenn die Eltern als Vorbild zwischendurch einfach mal etwas zeichnen oder malen. Neben dem könnte anstelle von herkömmlichen Bunt- und Filzstiften auch mit Alternativen wie z.B. Fingerfarben versucht werden, die Lust auf kreative Tätigkeiten zu wecken. Für Tipps und Anregungen seien dem Experten nach die Erzieherinnen in der Kindertagesstätte eine gute Adresse. (nr)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

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