Selen hat offenbar einen wesentlichen Einfluss auf den Verlauf von nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen. So sind niedrige Selen-Spiegel im Blut mit einem signifikant erhöhten frühzeitigen Sterberisiko bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen verbunden.
Ob ein Zusammenhang zwischen den Selen-Blutwerten und dem frühzeitigen Sterberisiko bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen besteht, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem „Scandinavian Journal of Gastroenterology“ veröffentlicht.
Fettleber: Welchen Einfluss hat Selen?
Selen ist ein essenzielles Spurenelement, das unter anderem oxidativen Stress und Entzündungen moduliert, die ihrerseits Schlüsselfaktoren für das Fortschreiten der nichtalkoholischen Fettlebererkrankung bilden, erläutert das Team.
Die Fachleute stellten sich daher die Frage, inwiefern ein Zusammenhang zwischen den Serum-Selen-Spiegeln und dem frühzeitigen Sterberisiko bei den Fettlebererkrankungen besteht.
Anhand der Daten von 1.787 Teilnehmenden aus der National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) mit nichtalkoholischer Fettleber versuchten sie diese Frage zu klären. Hierfür unterteilten sie die Teilnehmenden anhand ihrer Selen-Blutwerte in vier Gruppen.
Anschließend berechneten die Forschenden auf Basis der aufgetretenen Todesfälle das Sterberisiko für die vier Gruppen unter Berücksichtigung von demografischen Merkmalen, Lebensstil, Komorbiditäten und anderen relevanten Faktoren.
Erhöhtes Sterberisiko bei niedrigen Selen-Spiegeln
Dabei zeigte sich, dass niedrige Serum-Selen-Spiegel mit einer erhöhten Gesamtmortalität innerhalb des Beobachtungszeitraums verbunden waren, berichtet das Forschungsteam.
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Die Teilnehmenden in der Gruppe mit dem höchsten Selen-Spiegeln wiesen nach vollständiger Adjustierung ein um 64 Prozent geringeres Mortalitätsrisiko auf als Teilnehmende aus der Gruppe mit den niedrigsten Selen-Spiegeln, ergänzen die Forschenden.
Zielwert für die Selen-Blutwerte
Bei den weiteren Berechnungen habe sich eine nichtlineare Dosis-Wirkungs-Beziehung gezeigt, wobei ab Selenwerten über 200 μg/L keine weitere Absenkung des Sterberisikos mehr zu verzeichnen war, so die Fachleute weiter.
Die Subgruppenanalysen hätten zudem auf einen stärkeren Schutzeffekt bei älteren Erwachsenen (Alter ab 60 Jahren) sowie bei Personen mit Bluthochdruck hingedeutet.
Ausreichende Selen-Aufnahme wichtig
Insgesamt zeigen die Studienergebnisse, dass angemessene Selen-Spiegel bei nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen das frühzeitige Sterberisiko signifikant reduzieren können. Eine ausreichende Aufnahme des Spurenelements über die Ernährung erscheint demnach für Personen mit Fettlebererkrankungen besonders wichtig.
Über welche Mechanismen Selen den Verlauf von nichtalkoholischen Fettlebererkrankungen beeinflusst, müssen nun weitere Studien klären, resümieren die Forschenden. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
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- Yudong Ma, Xingxing Chai, Wei Wu, Dezhi Gu, Ping Yi, Zhengdong Wang, Wanchuan Zhuang: Nonlinear association between serum selenium and all-cause mortality in U.S. adults with NAFLD: a cohort study; in: Scandinavian Journal of Gastroenterology (veröffentlicht 30.05.2026), tandfonline.com
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