Nach einem Schlaganfall leiden manche Betroffenen an einer halbseitigen Körperlähmung, die mit der richtigen Behandlung jedoch häufig reversibel ist. Hier kann Akupunktur einen wichtigen therapeutischen Beitrag leisten.
Ob Akupunktur zur Linderung der halbseitigen Lähmungen (Hemiplegie) nach einem Schlaganfall beitragen kann und welche spezifischen neuroplastischen Effekte die Behandlung entfaltet, hat ein chinesisches Forschungsteam in einer aktuellen Studie untersucht. Die Ergebnisse sind in dem Fachmagazin „CNS Neuroscience & Therapeutics“ veröffentlicht.
Akupunktur verbessert motorische Funktionen
Dass die Behandlung mittels Akupunktur zu einer Verbesserung der motorischen Funktionen bei Schlaganfallpatientinnen und -patienten mit Hemiplegie führen kann, war aus früheren Untersuchungen bereits bekannt. Allerdings blieben die zentralen Wirkmechanismen weitgehend unklar, erläutern die Forschenden.
In der neuen Studie versuchten die Fachleute daher nicht nur die klinische Wirkung, sondern auch die spezifischen neuroplastischen Effekte der Akupunktur zu ermitteln, wobei der Schwerpunkt auf der Modulation des kortikalen Volumens der grauen Substanz sowie der mehrschichtigen dynamischen funktionellen Netzwerktopologie lag.
Worauf basiert die Wirkung?
Hierfür wurden 56 Schlaganfallpatientinnen und -patienten nach dem Zufallsprinzip auf zwei Gruppen aufgeteilt, von der eine über einen Zeitraum von zwei Wochen eine Akupunktur an echten Akupunkturpunkten erhielt, während in der anderen Gruppe eine Scheinakupunktur erfolgte.
Mit Hilfe verschiedener Test erfassten die Fachleute die klinischen Ergebnisse der Behandlung und anhand bildgebender Verfahren ermittelten sie die Veränderungen des kortikalen Volumens der grauen Substanz sowie die funktionelle Netzwerktopologie.
Veränderungen im Gehirn feststellbar
Lediglich die Teilnehmenden, die eine echte Akupunktur erhielten, zeigten signifikante Verbesserungen in den Tests zur motorischen Erholung., berichten die Forschenden.
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Zudem habe die Zunahme des Volumens der grauen Substanz im rechten Gyrus frontalis inferior, im Gyrus postcentralis sowie im Kleinhirnbereich in dieser Gruppe mit der Wiederherstellung der motorischen Funktionen der Gliedmaßen korreliert.
Signifikante Verbesserung durch Akupunktur
Die Akupunktur-Behandlung führte zu einer signifikanten Linderung neurologischer Beeinträchtigungen und förderte die motorische Erholung, wobei die therapeutische Wirkung mit spezifischen neuroplastischen Veränderungen zusammenhing, erläutert das Forschungsteam.
So sei der Einfluss auf die graue Substanz in bestimmten Hirnregionen, die für die sensomotorische und kognitiv-motorische Integration essenziell sind, offenbar von entscheidender Bedeutung für die Wirkung der Akupunktur.
„Diese Veränderungen könnten die Initiierung, Ausführung, Steuerung und Koordination von Bewegungen verbessern und stellen somit einen potenziellen zentralen Mechanismus dar, der dem therapeutischen Effekt der Akupunktur zugrunde liegt“, resümieren die Forschende. (fp)
Autoren- und Quelleninformationen
Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.
- Xin Yu, Nana Zhao, Yuchen Liu, Shizhong Zheng, Dongtao Luo, Qianji Chen, Fufu Zeng, Jiao Chen, Yanfei Jia, Yihuai Zou: Neuroplastic Mechanisms of Acupuncture in Post-Stroke Motor Recovery: A Randomized Multimodal MRI Trial; in: CNS Neuroscience & Therapeutics (veröffentlicht 03.06.2026), onlinelibrary.wiley.com
- Wiley: How does acupuncture affect motor function after a stroke? (veröffentlicht 03.06.2026), eurekalert.org
Wichtiger Hinweis:
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