Frühlingssonne nicht unterschätzen: Haut vor Sonnenbrand schützen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Hautkrebsrisiko: Haut schon im Frühling vor Sonnenbrand schützen

Nach den langen Wintermonaten locken die sonnigen Tage der letzten Wochen immer mehr Menschen ins Freie. Sonnenhungrige sollten aber vorsichtig sein. Die Kraft der Frühlingssonne wird leicht unterschätzt, es droht ein Sonnenbrand. Gesundheitsexperten raten daher, die Haut schon jetzt vor zu viel Sonne zu schützen.


Im Frühjahr Sonne tanken

Endlich Frühling! Nach den langen Wintermonaten gibt es kaum etwas schöneres als im Garten, der Natur oder auch im Café wieder ein bisschen Sonne zu tanken. Dabei sollte man jedoch Vorsicht walten lassen. Aufgrund der milden Temperaturen wird die Kraft der Sonne leicht unterschätzt, es droht ein Sonnenbrand. Und dadurch erhöht sich das Risiko, an Krebs zu erkranken. Die Deutsche Krebshilfe und die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) raten daher zu einem bedachten Umgang mit der Frühlingssonne.

Auch schon im Frühling sollte die Haut vor zu viel Sonne geschützt werden. Die Intensität der UV-Strahlung ist oft bereits im April so stark wie im August. (Bild: Knut Wiarda/fotolia.com)

Haut langsam an sonnenreiche Jahreszeit gewöhnen

Bewegung im Freien tut gut. Wärme und Licht der Sonne beleben Geist und Körper.

„Wovon wir zunächst allerdings nichts spüren, ist die ultraviolette Strahlung, die ebenfalls in jedem Sonnenstrahl steckt“, so Professor Dr. Eckhard Breitbart, Dermatologe und Vorsitzender der ADP.

Die Intensität der potenziell hautkrebserregenden UV-Strahlung ist oft bereits im April so stark wie im August.

Deshalb gilt schon jetzt: „Gewöhnen Sie Ihre Haut langsam an die sonnenreiche Jahreszeit, schützen Sie sich vor intensiver UV-Strahlung und vermeiden Sie Sonnenbrände“, erklärt Gerd Nettekoven, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, in einer Mitteilung.

Hautkrebsrisiko steigt

„UV-Strahlung verändert das Erbgut der Hautzellen und kann zu bleibenden Zellschäden führen. Dies geschieht sofort, bereits lange bevor uns ein Sonnenbrand schmerzhaft aus der Sonne drängt“, erläutert Breitbart.

In der Regel werden die aufgetretenen UV-Schäden durch den körpereigenen Reparaturmechanismus behoben.

Doch wenn die Haut durch intensive Sonnenbestrahlung überlastet ist, bleiben geschädigte Zellen im Körper zurück, aus denen sich im Laufe des Lebens Hautkrebs entwickeln kann.

Wie stark die ultraviolette Strahlung tagesaktuell tatsächlich ist, darüber informiert der UV-Index, der von April bis September vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf dessen Webseite angegeben wird.

Je höher der Indexwert auf einer Skala von 1 bis 11+ steigt, desto größer ist das Sonnenbrandrisiko bei ungeschütztem Aufenthalt in der Sonne. Den UV-Indexwerten (UVI) sind international abgestimmte Empfehlungen zum Sonnenschutz zugeordnet.

Während der Mittagszeit in den Schatten

Schon im April sind hierzulande UVI-Werte von 4 und mehr üblich. Das bedeutet: „Halten Sie sich während der Mittagszeit im Schatten auf, lassen Sie das T-Shirt an und benutzen Sie auch jetzt schon Sonnencreme für unbedeckte Hautstellen und eine Kopfbedeckung“, mahnt Breitbart.

„Schützen Sie zudem die Augen durch eine geeignete Sonnenbrille (Kennzeichnung UV-400)“, so der Experte.

Auch die Augenlider brauchen Sonnenschutz, wie britische Wissenschaftler vor kurzem berichteten.

Kinderhaut braucht besonderen Schutz

Weil Kinderhaut empfindlicher auf UV-Strahlung reagiert als die Haut von Erwachsenen, ist ein angemessener Sonnenschutz für sie besonders wichtig.

Um die Kinder vor zu viel Sonne zu schützen, sollte laut Fachleuten Sonnenschutz mit mindestens Lichtschutzfaktor 30 verwendet werden.

Zudem wird empfohlen, Kinder zum Schutz vor den UV-Strahlen immer mit UV-dichter Kleidung, Kopfbedeckung und Sonnenbrille auszustatten.

Schützend ist zudem, wenn Eltern, Kita- oder Schulpersonal Ausflüge und Veranstaltungen im Freien je nach den UV-Indexwerten (UVI) eher in die Morgen- beziehungsweise Nachmittagsstunden verlegen.

Oder es werden direkt schattige Pausenplätze eingeplant, um Schutz vor hoher UV-Strahlung zu finden. (ad)