Gefährlicher Erreger: Bereits fünf Menschen nach dem Verzehr von Melonen gestorben

Listerien in Melonen: Fünf Menschen gestorben

In Australien sind bereits fünf Menschen nach dem Verzehr von Honigmelonen gestorben. Laut Gesundheitsexperten waren die Früchte mit Listerien kontaminiert. Diese Bakterien sorgten offenbar auch dafür, dass eine Frau ihr Baby verlor. Daher sollten derzeit vor allem schwangere Frauen auf Melonen verzichten.


Listerien-Ausbruch fordert mehrere Todesopfer

Australien wird derzeit von einem gefährlichen Listerien-Ausbruch heimgesucht. Die Bakterien kosteten bereits fünf Personen das Leben, eine Frau hatte eine Fehlgeburt. Gesundheitsexperten zufolge seien alle Fälle auf verunreinigte Honigmelonen (Cantaloupe-Melonen) zurückzuführen. Listerien-Infektionen können vor allem für schwangere Frauen, ihre ungeborenen Babys und ältere Menschen gefährlich werden. Bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem können sie zum Tod führen.

In Australien sind mehrere Menschen nach dem Verzehr von Honigmelonen gestorben. Die Früchte waren mit Listerien verunreinigt. Bestimmten Personen wird davon abgeraten, Melonen zu essen. (Bild: HLPhoto/fotolia.com)

Mit Bakterien verunreinigte Melonen

In den australischen Bundesstaaten Victoria und New South Wales (NSW) wurden in den vergangenen Wochen fünf Todesfälle registriert, die auf Listerien zurückzuführen sind.

Der aktuellste Fall – der Tod eines Mannes in seinen 80ern – ist laut Dr. Brett Sutton, stellvertretender Gesundheitsbeauftragter von Victoria, gerade erst mit dem Listerien-Ausbruch in Verbindung gebracht worden.

„Und leider hat die Untersuchung auch bestätigt, dass eine Fehlgeburt mit dem Ausbruch in Verbindung gebracht wurde“, so der Experte in einer Mitteilung.

Die gefährlichen Bakterien wurden über verunreinigte Melonen aufgenommen. Die Früchte sollen alle von einer bestimmten Farm in NSW stammen.

Weit verbreitete Bakterien

Listerien sind Bakterien, die in der Umwelt nahezu überall vorkommen und für gesunde Erwachsene in der Regel ungefährlich sind. Allerdings können sie auch eine sogenannte „Listeriose“ auslösen.

Die Erreger können grippeähnliche Symptome wie Übelkeit, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Durchfall und Fieber verursachen.

Gesundheitsexperten zufolge können die Keime bei bestimmen Risikogruppen (Schwangere, Säuglinge, Personen mit geschwächter Immunabwehr) auch zu einer Gehirnentzündung oder Blutvergiftung führen. Lungenentzündung und Herzklappenentzündungen wurden ebenfalls schon beschrieben.

Auch tödliche Verlaufsformen sind möglich, wie nicht nur der aktuelle Ausbruch in Australien zeigt.

So war etwa vor Jahren aus den USA über mehrere Todesfälle nach dem Verzehr von Listerien-Melonen berichtet worden.

Bestimmte Nahrungsmittel meiden

Personen aus Risikogruppen sollten laut dem deutschen Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) unter anderem keine tierischen Lebensmittel im Rohzustand (wie etwa Mett) essen, um sich zu schützen.

Auf geräucherte oder marinierte Fischerzeugnisse und Rohmilchkäse sollten sie ebenfalls besser verzichten.

„Darüber hinaus können Verbraucher durch einfache Küchenhygiene-Regeln die Verunreinigung von verzehrfertigen Speisen mit Listerien sowie die Vermehrung des Erregers in den Speisen vermeiden“, so das BfR.

Möglicherweise betroffene Früchte nicht im Kompost entsorgen

Auch die Gesundheitsbehörde von Victoria weist auf Sicherheitsmaßnahmen hin:

„Schwangere Frauen sollten es vermeiden, vorgeschnittene Melonen (wie beispielsweise Melonen oder Wassermelonen), andere vorbereitete Obst- und Gemüsesalate, kalte Meeresfrüchte und kalte Wurstwaren, Weichkäse, Softeis, Dips und nicht pasteurisierte Milchprodukte zu essen.“

Zudem erklären die Behörde: „Wenn sich die Verbraucher über die Herkunft einer Melone unsicher sind, sollte sie sie in den Abfalleimer und nicht in Kompostbehälter entsorgen, um eine weitere Kontamination zu vermeiden.“ (ad)