Unterschätzte Gefahr: Nach Energy-Drinks benötigt 32-Jährige Frau einen Herzschrittmacher

Junge Mutter trinkt zu viele Energy-Drinks – Herzschrittmacher mit 32 Jahren

Allein in Deutschland werden jedes Jahr über 100.000 Herzschrittmacher implantiert. Gesundheitsexperten zufolge liegt das durchschnittliche Alter dieser Patienten bei rund 75 Jahren. Allerdings bekommen manche Menschen auch schon in sehr jungen Jahren ein solches Implantat. So auch eine 32-Jährige Frau aus Großbritannien. Die junge Mutter hatte in den Jahren vor dem Eingriff enorme Mengen an Energydrinks konsumiert.


Gesundheitliche Gefahren durch aufputschende Getränke

Gesundheitsexperten raten seit Jahren zur Vorsicht bei Energydrinks. Vor allem die große Menge an Zucker in den Getränken bereitet vielen Sorgen. Laut Fachleuten kann eine Dose bis zu 13 Stück Würfelzucker enthalten. Solche Drinks schaden den Zähnen, führen zu Übergewicht und begünstigen Krankheiten wie Diabetes. Zudem kann es nach höherem Konsum zu Beschwerden wie Herzrasen oder Bluthochdruck kommen. Wie gefährlich Energy-Drinks für das Herz werden können, musste auch eine junge Frau aus Großbritannien erfahren.

In England musste einer 32-jährigen Frau, die jahrelang täglich bis zu sechs Dosen Energydrinks konsumierte, ein Herzschrittmacher implantiert werden. (Bild: HandmadePictures/fotolia.com)

Herzschrittmacher-Implantation im Alter von 32 Jahren

Laut einem Bericht der englischen Zeitung „Leicester Mercury“ war die heute 33-jährige Samantha Sharpe regelrecht süchtig nach Energydrinks.

Bis zu sechs Dosen täglich trank die dreifache Mutter davon. Doch dann traten bei der jungen Frau immer mehr gesundheitliche Probleme wie Herzbeschwerden und Blackouts auf, die schließlich dazu führten, dass sie im Alter von 32 Jahren einen Herzschrittmacher implantiert bekam.

Wie in dem Bericht eingeschränkt wird, sind sich die Ärzte zwar nicht sicher, was die Herzprobleme verursachte, doch sie erklärten der Patientin, dass die zuckerhaltigen Getränke nicht helfen würden.

Nun warnt die junge Frau andere vor den möglichen Auswirkungen.

Jahrelanger hoher Konsum

Den Angaben zufolge hielt ihr hoher Konsum ungefähr vier Jahre an, bevor sie zu Hause mehrmals in Ohnmacht fiel und sie deshalb ihren Arzt aufsuchte.

„Ich habe drei Kinder und arbeite, deshalb brachte mich das Alltagsleben dazu, die Energiegetränke zu trinken“, sagte sie der Zeitung.

„Ich arbeite abends, also haben sie mich durch den Tag gebracht. Sie haben mich aufgeweckt und ein bisschen aufgedreht.“

Doch auch in den acht Monaten, in denen die junge Frau nicht arbeitete, sank ihr Konsum nicht.

Süchtig nach Energydrinks

Gegenüber der Zeitung „Leicester Mercury“ beschrieb Sharpe ihre Sucht: „Die Getränke ließen mein Herz schneller schlagen, was zu Herzklopfen führte“. Doch nach einer gewissen Zeit brauchte sie einen weiteren Drink. Ihren Angaben zufolge sank die Herzfrequenz in solchen Situationen auf 20 Schläge pro Minute.

Wenn sie ihren Drang nach einem weiteren Getränk nicht nachgegangen wäre, hätte ihr dies Kopfschmerzen bereitet, sie wäre mürrisch gewesen und hätte nicht geschlafen.

„Es ist etwas, was ich noch nie erlebt habe“, so Sharpe. Sie fühlte sich wie eine Süchtige. „Meine Familie hat mich gewarnt, aber ich habe nicht zugehört.“

Nicht nur gesundheitliche Probleme mit dem Herz

„Ich bin vor über einem Jahr zum Arzt gegangen, weil ich zu Hause ständig in Ohnmacht gefallen bin“, sagte die dreifache Mutter.

Der Mediziner stellte fest, dass die Patientin eine Herzblockade hatte. „Im Februar letzten Jahres ließ ich im Glenfield Hospital einen Herzschrittmacher direkt in das Herz implantieren, um meine Herzfunktion zu unterstützen“, so Sharpe.

Bei dem Eingriff wurde das Gerät durch eine Vene im Bein implantiert. „Es war keine schöne Erfahrung und meine Kinder mussten mich ins Krankenhaus und aus dem Krankenhaus bringen.“

Den Angaben zufolge waren die Probleme mit dem Herzen aber nicht die einzigen Gesundheitsprobleme, die aufgetreten sind.

Sie litt auch an Nierensteinen und ihr wurde gesagt, dass sie wegen der Menge an Zucker, die sie täglich konsumierte, am Rande des Typ-2-Diabetes stand.

Patientin lässt nun die Finger von aufputschenden Getränken

Nachdem ihr der Herzschrittmacher im Alter von 32 Jahren implantiert worden war, habe sie ein „neues Lebensgefühl“, verspürt.

Sie habe keine Ohnmachtsanfälle und Herzprobleme mehr.

„Aber ich muss alle sechs Monate zu den Ärzten und den Schrittmacher alle 10 Jahre austauschen lassen.“

Die junge Frau wusste zwar, dass sie die Finger von Energy-Drinks lassen sollte, dennoch trank sie nach dem Eingriff nochmal einen.

Doch dieser sorgte dafür, dass ihr Herz raste, die Nieren schmerzten und sie Kopfschmerzen bekam. „Ich dachte mir, ich kann das nicht mehr.“

Gefährliche Effekte sollten thematisiert werden

Aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme kann sie es nicht mehr ertragen, andere zu sehen, die Energydrinks trinken – insbesondere Kinder.

„Es bricht mir das Herz, wenn ich sehe, wenn Kinder das tun“, sagte Sharpe. „Es gibt eine Altersgrenze, aber ich sehe immer noch Mütter, die sie für ihre Kinder kaufen.“

Laut der jungen Frau sollten die Effekte von Energy-Drinks stärker beworben werden.

„Ich denke, jeder weiß, dass sie nicht gut für dich sind – aber niemand hat jemals gesagt, warum sie nicht gut für dich sind.“

Doch das stimmt nicht ganz. Denn schließlich kritisieren Gesundheitsexperten schon seit Jahren die gefährlichen Auswirkungen solcher Getränke und erklären unter anderem auch, was schon nach dem Konsum einer Dose im Körper geschieht. (ad)