Hasenpest in Norddeutschland ausgebrochen – Infektionsgefahr auch für Menschen!

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Gefährliche Infektionskrankheit: Hasenpest ist in Niedersachsen angekommen

Im Landkreis Celle (Niedersachsen) wurde bei einem Hasen die gefährliche Infektionskrankheit Tularämie (Hasenpest) festgestellt. Die bakterielle Erkrankung kann auch auf den Menschen übertragen werden.


Landkreis Celle informiert über Erkrankungsfall

Im niedersächsischen Landkreis Celle wurde bei einem einzelnen Hasen Tularämie (Hasenpest) diagnostiziert. Wie der Landkreis in einer Mitteilung berichtet, wurde das Tier am 15. April auf einem Radweg im Bereich Hermannsburg-Baven von Spaziergängern gefunden. Eine Untersuchung beim Lebensmittel- und Veterinärinstitut Braunschweig/Hannover brachte dann den Befund des Erregers der Tularämie.

Im Landkreis Celle wurde bei einem Hasen die Hasenpest diagnostiziert. Die gefährliche Infektionskrankheit kann auch auf den Menschen übertragen werden. (Bild: Soru Epotok/fotolia.com)

Hasenpest kann auch für Menschen gefährlich werden

Bei Tularämie handelt es sich um eine bakterielle Erkrankung, die durch den Erreger „Francisella tularensis“ hervorgerufen wird.

Die Infektionskrankheit trifft vor allem wild lebende Hasenarten und Nagetiere.

Sie ist aber auch auf Haustiere und den Menschen übertragbar, wie auch ein Fall aus der Schweiz zeigt, wo sich im vergangenen Jahr eine junge Frau nach dem Angriff eines Greifvogels mit Hasenpest infiziert hat.

Auch Jagdhunde könnten Überträger der Hasenpest sein, wie österreichische Forscher berichteten.

Und in den USA wurde die Krankheit durch eine Katze übertragen.

Infizierte Hasen verlieren Scheu und Fluchtdrang

Laut dem Landkreis Celle sind von der Krankheit betroffene Hasen meist apathisch, verlieren Scheu und Fluchtdrang, haben Fieber und eine hohe Atemfrequenz.

Innerhalb von zwei bis 13 Tagen verenden die meisten Tiere an einer Sepsis (Blutvergiftung). „Bei chronischem Verlauf sind Symptome unter anderem Abmagerung, Milz- und Leberabszesse“, heißt es in der Mitteilung.

Und: „Hunde zeigen unter anderem Appetitlosigkeit, Fieber und eine Schwellung der Lymphknoten.“

Übertragung durch Haut- und Schleimhautkontakt

„Eine Übertragung kann durch Haut- und Schleimhautkontakt mit infektiösem Tiermaterial, durch den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch oder Wasser stattfinden“, erklärt der Landkreis Celle.

In seltenen Fällen auch durch Stiche von infizierten blutsaugenden Insekten oder Zecken, kontaminierte Stäube und Aerosole. Übertragungen von Mensch zu Mensch sind bislang nicht bekannt.

Laut dem Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit beträgt die Inkubationszeit beim Menschen meist drei bis fünf Tage.

Erkrankte zeigen Allgemeinsymptome wie plötzliches hohes Fieber, Unwohlsein, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Gliederschmerzen.

Auch Haut-, Augen- und Lungenentzündungen können auftreten.

Menschen sind für den Erreger empfänglich

Zwar schreibt der Landkreis Celle, dem derzeit keine Berichte über die Ansteckung von Menschen vorliegen, dass es wenig wahrscheinlich ist, dass eine Übertragung auf Menschen stattgefunden hat.

Doch ausgeschlossen ist es wohl nicht.

„Der Mensch ist für den Erreger sehr empfänglich. Für eine Infektion über Mund, Nase, Lidbindehaut oder kleine Haut- und Schleimhautverletzungen sind nur wenige Keime (10 – 50 Bakterien) notwendig“, erklärt das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) auf seiner Webseite.

Der Landkreis Celle warnt in der Mitteilung nachdrücklich davor, Wildtiere, und in diesem Fall besonders Hasen, anzufassen oder gar mitzunehmen. Das gilt sowohl für noch lebende als auch für tote Tiere.

Gegebenenfalls sollte der Jagdausübungsberechtigte für das entsprechende Gebiet informiert werden, der dann, falls nötig, die weiteren Schritte veranlasst. (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.