Kita-Kind an Meningitis erkrankt – Kontaktpersonen werden mit Antibiotika behandelt

Alfred Domke

Hirnhautentzündung: Kindergartenkind an Meningokokken-Meningitis erkrankt

In Dresden ist ein kleines Kind an einer ansteckenden Meningokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung) erkrankt. Die Erkrankung kann lebensbedrohlich werden. Personen, die mit dem Kindergartenkind Kontakt hatten, werden mit Antibiotika behandelt.


Kontaktpersonen werden präventiv mit Antibiotika behandelt

In Dresden ist ein Kind einer Kita an einer ansteckungsfähigen Meningokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung) erkrankt. Laut einer Mitteilung erhielt das Gesundheitsamt den Nachweis am Freitag, woraufhin unverzüglich die circa 110 Kontaktpersonen in der Kindertageseinrichtung des Kindes sowie die persönlichen Kontakte ermittelt wurden. „Den in Frage kommenden Kindern und Erwachsenen sind präventiv Antibiotika verordnet worden“, erklärte der Amtsarzt und Leiter des Gesundheitsamtes Dresden Jens Heimann. „Denn je früher wir bei dieser Krankheit eingreifen, umso wahrscheinlicher ist es, dass sie bei den Kontaktpersonen gar nicht erst ausbricht beziehungsweise weitergetragen wird.“

In Dresden ist ein Kind einer Kita an einer ansteckungsfähigen Meningokokken-Meningitis (Hirnhautentzündung) erkrankt. Auch Kontaktpersonen wurden daraufhin mit Antibiotika behandelt. (Bild: pingpao/fotolia.com)

Übertragung per Tröpfcheninfektion

Meningokokken sind Bakterien, die sich im Nasen-Rachen-Raum des Menschen ansiedeln und dort laut dem Robert Koch-Institut (RKI) bei etwa zehn Prozent der Bevölkerung ohne Anhalt klinischer Symptome nachweisbar sind.

Übertragen werden sie über direkten und engen Kontakt durch Tröpfcheninfektion beziehungsweise Speichelkontakte. Die Bakterien gelangen beim Sprechen, Husten oder Niesen in kleinen Tröpfchen aus dem Nasen-Rachen-Raum in die Luft und können aus kurzer Entfernung eingeatmet werden.

Zudem können die Erreger auch bei engem Kontakt mit Erkrankten als Schmierinfektion übertragen werden, beispielsweise durch Berührung des Nasensekrets. Außerhalb des Körpers sterben die Bakterien schnell ab.

Verschiedene Verlaufsformen

Gesundheitsexperten zufolge können zwei Verlaufsformen der Meningokokken-Erkrankung einzeln oder zusammen auftreten:

„Meningokokken-Erkrankungen verlaufen in ca. zwei Drittel der Fälle als Meningitis. In ca. einem Drittel der Fälle ist der Verlauf durch eine Sepsis gekennzeichnet“, schreibt das RKI auf seiner Webseite.

Der Krankheitsbeginn ist meistens sehr plötzlich und schnell fortschreitend.

Tödlicher Verlauf möglich

Bei einer Infektion kann es zwei bis zehn Tage nach der Ansteckung unter anderem zu Symptomen wie Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit oder Übelkeit kommen.

Weitere Beschwerden einer Hirnhautentzündung sind Fieber, Lichtempfindlichkeit, Schüttelfrost und eine getrübte Bewusstseinslage, wie zum Beispiel eine starke Schläfrigkeit oder Benommenheit.

Eine bakterielle Meningitis kann innerhalb kurzer Zeit zu schweren Behinderungen oder sogar zum Tod führen.

Krankheit ist ansteckend bevor sie ausbricht

„Bei dieser Krankheit ist es leider so, dass sie schon ansteckungsfähig ist, bevor sie ausbricht“, so der Leiter des Gesundheitsamtes Dresden Jens Heimann.

Doch: „24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotika-Therapie sind Erkrankte nicht mehr ansteckend“, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf ihrem Portal „infektionsschutz.de“.

Laut Gesundheitsexperten müssen Erkrankte bereits bei Verdacht auf eine Meningokokken-Infektion sofort ins Krankenhaus.

Sehr seltene Erkrankung

Der BZgA zufolge kommen Meningokokken-Erkrankungen in Deutschland selten vor: etwa vier Fälle pro eine Million Menschen im Jahr. Meistens handelt es sich um Einzelfälle, insbesondere in den Herbst- und Wintermonaten.

Es gibt verschiedene Meningokokken-Typen. In Deutschland sind die Serogruppen B und C am häufigsten.

Seit einigen Jahren steht eine Impfung gegen die tödliche Erkrankung zur Verfügung. (ad)