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Können Facebook und soziale Netzwerke Epidemien verhindern?

Volker Blasek
Verfasst von Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek, Medizinischer Fachredakteur
4. Januar 2018
in News
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Online-Netzwerke leisten einen Beitrag zur Eindämmung von Infektionskrankheiten

Wer hätte gedacht, dass das Selfie vom letzten Grillabend mal dazu beiträgt, eine Epidemie zu verhindern oder einzudämmen. Doch eine aktuelle Studie vertritt den Ansatz, dass Daten über Nutzer von Online-Netzwerken, wie beispielsweise Facebook, das Potenzial haben, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten einzudämmen. Menschen mit vielen sozialen Kontakten in Online-Netzwerken haben laut der Studie auch mehr physische Kontakte mit Menschen und sollten daher vorrangig geimpft werden.

In den letzten Jahren wurden viele Strategien zur Bekämpfung von Epidemien entwickelt. Die beiden wichtigsten Methoden sind Überwachung und Impfung. Das Ziel der Überwachung ist, einen Ausbruch vorherzusagen, indem eine kleine Teilpopulation beobachtet wird, von der ein erhöhtes Risiko ausgeht. Ziel der Impfung ist es, die Anfälligkeit einer Population möglichst gering zu halten. Bei vergangenen Epidemien hat sich bereits gezeigt, dass Schulen, Universitäten oder Krankenhäuser bei großen Ausbrüchen eine bedeutende Rolle spielten, da in solchen Gemeinschaften viele Viren und Bakterien ausgetauscht werden können. Die Studie, die im Fachmagazin “Journal of the Royal Society Interface” veröffentlicht wurde, untersucht, ob Kommunikationsnetzwerke wie beispielsweise Facebook eine nutzbare Aussage über die Struktur von Kontakten zwischen Einzelpersonen ernmöglichen.

Facebook-Daten identifizieren Gruppen mit erhöhtem Ansteckungspotential

Die erste Studie dieser Art befasst sich mit der Kluft, die zwischen der digitalen und der physischen Welt herrscht, um die darin verborgenen Daten nutzbar zu machen. Zu diesem Zweck wurden die physischen und digitalen Netzwerke von 532 Universitätsstudenten untersucht. Über zwei Jahre wurden Daten von Facebook Freundschaften, Facebook Aktivitäten, Feeds, Kommunikationsdatensätze und Bluetooth Scans gesammelt und ausgewertet. Insbesondere wurde untersucht, ob aus den digitalen Netzwerken eine optimale Impfstrategie abgeleitet werden kann. Dies war bisher nur im physischen Umfeld möglich.

Erstaunliche Ergebnisse

Die Auswertung zeigte, dass die Nutzung von Onlinedaten der Kommunikationsnetzwerke zur Bestimmung von Risikogruppen die Ausbreitung von Krankheiten mit kurzer Übertragungsreichweite drastisch senken kann, selbst wenn die Impfabdeckung nur bei etwa 20 Prozent liegt. Die digitalen Kommunikationsdaten der in der Studie modellierten Typen ermöglichen eine frühzeitige Erkennung und Eindämmung von infektiösen Ausbrüchen in dicht vernetzten Bevölkerungsgruppen, wie Schulen, Universitäten, Arbeitsstätten und Wohnviertel, berichten die Forscher. Die Wissenschaftler raten zu einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen Akteuren des Gesundheitswesens und Betreibern sozialer Netzwerke und Telekommunikationsunternehmen. (fp)

Autoren- und Quelleninformationen

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.

Volker Blasek

Volker Blasek

Neben dem Studium als Technischer Redakteur hat Volker Blasek eine Ausbildung zum Gärtner und ein freiwilliges Jahr auf einem Biobauernhof absolviert. Dort und in vielen Reisen baute er sein Interesse an der Natur aus. Das Thema Naturschutz liegt ihm besonders am Herzen. Daneben schreibt er auch gerne über Psychologie und Wissenschaft. Als medizinischer Fachredakteur bei Heilpraxis.de kann Volker seine Kenntnisse und Erfahrungen einbringen, um fachliche, gut recherchierte und auch unterhaltsame Berichte zu schreiben.

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