Kohl, Brokkoli und Grünkohl – Diese Gemüsesorten schützen vor Krebs

Alexander Stindt

Schützt Gemüse vor Darmkrebs?

Warum schützt einiges Gemüse wie beispielsweise Kohl, Brokkoli und Grünkohl vor der Entstehung von Darmkrebs? Forscher untersuchten jetzt mögliche Ursachen für den Schutz vor Krebs durch den Konsum von sogenannten Kreuzblütengewächsen.


Die Wissenschaftler des Francis Crick Institute stellten bei ihrer aktuellen Untersuchung fest, warum Kohl, Brokkoli und Grünkohl vor Darmkrebs schützen. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Immunity“.

Kann der Verzehr von Brokkoli wirklich vor der Entstehung von Krebs schützen? (Bild: Anatoly Repin/fotolia.com)

Kreuzblütengewächse schützen vor Darmkrebs

Sogenannte Kreuzblütengewächse sind gesund für den Magen und Darm, dies ist bereits länger bekannt. Aber kann der Konsum von Brokkoli und Grünkohl auch wirklich vor Krebs schützen? Wenn Kreuzblütengewächse verdaut werden, entstehen verschiedene Stoffe, die das Risiko für Darmkrebs reduzieren, sagen die Experten.

Erneuerung des Darms muss kontrolliert ablaufen

Die Forschungsarbeit konzentrierte sich darauf, wie Gemüse die Auskleidung des Darms verändert. Untersucht wurden Mäuse und Miniaturdärme, welche im Labor für die Studie gezüchtet wurden. Die Oberfläche des Darms wird durch einen Prozess ständig regeneriert, der etwa vier bis fünf Tage dauert. Aber diese ständige Erneuerung muss streng kontrolliert werden, sonst können beispielsweise Erkrankungen wie Krebs oder Darmentzündungen entstehen, erklärt Studienautorin Brigitta Stockinger vom Francis Crick Institute.

Indol-3-Carbinol beeinflusst Stammzellen im Darm

Durch das Kauen von bestimmten Arten von Gemüse wird sogenanntes Indol-3-Carbinol produziert. Dieses Indol-3-Carbinol wird dann durch die Magensäure verändert, während der Stoff seine Reise durch das Verdauungssystem fortsetzt, erklären die Wissenschaftler. Durch Indol-3-Carbinol kann das Verhalten von Stammzellen im Darm verändert werden, welche an der Regeneration der Darmschleimhaut beteiligt sind. Außerdem werden auch Immunzellen beeinflusst, welche Entzündungen kontrollieren.

Ohne Indol-3-Carbinol teilten sich Darmzellen unkontrolliert

Die Studie ergab, dass eine Ernährung, welche reich an Indol-3-Carbinol ist, Mäuse vor Krebs schützt. Dies gilt sogar für Tiere mit Genen, welche zu einem sehr hohen Risiko für Krebs führen. Ohne eine solche Art der Ernährung teilten sich die Darmzellen unkontrolliert, erläutern die Forscher. Selbst wenn die Mäuse anfingen, Tumore zu entwickeln und sie auf die richtige Ernährung umgestellt wurden, führte dies dazu, dass die Progression der Tumore gestoppt wurde. Anzeichen für Darmkrebs sind beispielsweise Blut im Stuhl, Veränderungen der Stuhlgewohnheiten, Bauchschmerzen und Blähungen.

Weitere Forschung ist nötig

Viele Ernährungsratschläge, ändern sich regelmäßig. Dies kann sehr verwirrend für die Menschen sein, welche sich eigentlich gesund ernähren wollen. Die Studie an Mäusen legt nahe, dass nicht nur Ballaststoffe das Risiko für Darmkrebs senken, sondern auch Moleküle, die in bestimmten Arten von Gemüse vorkommen. Weitere Untersuchungen müssen jetzt durchgeführt werden, um herauszufinden, ob die Moleküle in diesen Arten von Gemüse bei Menschen die gleiche Wirkung auslösen. (as)