Menstruation: Pflanzliche Präparate gegen Regelschmerzen?

Liegende Frau hält sich Wärmflasche an den Bauch

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Natürliche Hilfen bei Regelschmerzen: Helfen auch Pflanzenpräparate?

Regelschmerzen („Dysmenorrhoe“) sind weit verbreitet. Viele Frauen und Mädchen greifen auf pflanzliche Präparate zurück, um ihre Menstruationsbeschweren zu lindern. Doch helfen die wirklich?


Die meisten Mädchen und Frauen haben während ihrer Periode zeitweise mehr oder weniger starke Schmerzen. Manche von ihnen greifen dann auf Schmerzmittel zurück. Doch die Einnahme solcher Medikamente geht nicht selten mit unangenehmen Nebenwirkungen einher. Daher sind auch natürliche Hilfen gegen Regelschmerzen gefragt, unter anderem Pflanzenpräparate. Helfen die aber wirklich?

Liegende Frau hält sich Wärmflasche an den Bauch
Die meisten Frauen haben während ihrer Periode zeitweise mehr oder weniger starke Schmerzen. Manche von ihnen greifen dann zu Schmerzmitteln. Doch die Beschwerden können auch mit natürlichen Mitteln gelindert werden. (Bild: Picture-Factory/fotolia.com)

Studien lieferten widersprüchliche Ergebnisse

Dass Akupunktur, Nahrungsergänzungsmittel oder pflanzliche Präparate gegen Regelschmerzen helfen, ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Darauf weist das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) auf seinem Patienteninformationsportal „gesundheitsinformation.de“ hin. „Diese Verfahren wurden zwar in einigen Studien untersucht, diese zeigten aber widersprüchliche Ergebnisse oder waren nicht gut gemacht“, schreiben die Experten.

Dem IQWiG zufolge gibt es aber Hinweise, dass Wärmepflaster und Wärmegürtel Regelschmerzen lindern können. „Einige wenige Studien deuten zudem an, dass vielleicht auch körperliche Aktivitäten wie Joggen, Yoga und Gymnastik helfen“, heißt es auf dem Portal. Auch warme Bäder, Saunagänge sowie Entspannungstechniken können Betroffenen Erleichterung verschaffen.

Zudem hat sich in einer Studie von Wissenschaftlern der Charité – Universitätsmedizin Berlin gezeigt, dass Akupressur bei Menstruationsschmerzen hilft. Die Forscher berichteten in einer Mitteilung, dass 37 Prozent der Teilnehmerinnen durch Selbstakupressur nach drei Monaten eine fünfzigprozentige Schmerzreduktion erreichten. Nach sechs Monaten waren es mit 58 Prozent sogar mehr als die Hälfte. Zudem mussten sie im Vergleich zu den Probandinnen der Kontrollgruppe weniger Schmerzmedikamente einnehmen. Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin „American Journal of Obstetrics and Gynecology“ veröffentlicht.

Antibabypille hilft – geht aber mit Nebenwirkungen einher

Wer dennoch auf Medikamente zurückgreifen will: Schmerzmittel die zur Wirkstoffgruppe der sogenannten nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) (beispielsweise Ibuprofen oder Naproxen) gehören, können die Beschwerden lindern, weil sie die Prostaglandin-Produktion hemmen, erklärt das IQWiG. „Die meisten Frauen vertragen NSAR gut. Manchmal haben sie jedoch Nebenwirkungen, insbesondere Magenbeschwerden“, schreiben die Experten.

Auch die Antibabypille kann Regelschmerzen lindern, da sie den Eisprung verhindert, wodurch ebenfalls weniger Prostaglandine produziert werden. Außerdem baut sich dadurch die Gebärmutterschleimhaut nicht in normaler Dicke auf und die Regelblutung fällt schwächer aus. Allerdings kann die Antibabypille Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Übelkeit auslösen. Und sie erhöht das Thromboserisiko.

Psychologische Schmerztherapie

Wenn die Schmerzen sehr stark sind oder mit der Zeit heftiger werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann klären, ob hinter den Beschweren eventuell Myome, also gutartige Geschwulste in der Gebärmutter, oder andere Erkrankungen wie eine Endometriose stecken.

Bei manchen Frauen sind die Schmerzen so belastend, dass laut dem IQWiG eine psychologische Schmerztherapie infrage kommen kann. Eine solche Behandlung umfasst unter anderem psychologische Gespräche und Techniken zur Schmerzbewältigung (zum Beispiel Entspannungs- und Achtsamkeitsübungen). (ad)

Autor:
Alfred Domke
Quellen:

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.