Naturheilkunde: Sonnenhut hilft bei Erkältungen und Leinsamen lindern Wechseljahresbeschwerden

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Quellen ansehen

Expertinnen und Experten der Naturheilkunde teilen ihr Wissen

Auf einem internationalen Naturheilkunde-Kongress in Dresden tauschen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus aller Welt neues und altes Wissen der Naturheilkunde aus. Vorab stellt der Veranstalter schon einige Highlights aus dem Programm vor. So wird beispielsweise eingehend über den Einsatz von Sonnenhutpräparaten gegen Erkältungserkrankungen diskutiert und über Vor- und Nachteile von sekundären Pflanzenstoffen (Isoflavone) bei Wechseljahresbeschwerden beraten.


Am Mittwoch, den 12. Juni 2019, startete der 19. Kongress der Internationalen Gesellschaft für Ethnopharmakologie (ISE) in Dresden. Über 150 Forschende aus dem Bereich der Naturheilkunde berichten hier über aktuelle Erkenntnisse der Naturheilkunde und tauschen traditionelles Wissen über Naturarzneien aus. Besondere Acht wird dabei auf die medizinischen Wirksamkeit gelegt.

Der Sonnenhut (Echinacea) sieht nicht nur schön aus, er soll auch, als Präparat eingenommen, das Immunsystem stärken, Erkältungsbeschwerden lindern, bei Zahnschmerzen helfen und die Wundheilung unterstützen. (Bild: PhotoElite/fotolia.com)

Mit Sonnenhut das Immunsystem stärken

So ist den Forschenden zufolge der Sonnenhut (Echinacea) ein erfolgreiches Beispiel dafür, wie ein traditionelles Heilmittel der indigenen Völker Nordamerikas zu einer bewährten Naturarznei in vielen Hausapotheken wurde. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Pflanze nach Deutschland importiert und ist seitdem ein beliebtes Mittel bei Naturheilkundlern. Sonnenhutpräparate sollen das Immunsystem stärken und die Beschwerden einer Erkältung lindern. Darüber hinaus sollen die Präparate auch gegen Zahnschmerzen wirken und die Wundheilung beschleunigen.

Wie Isoflavone gegen Wechseljahresbeschwerden helfen

Gastgeber der Veranstaltung ist Professor Günter Vollmer. Er ist Experte für molekulare Zellphysiologie und Endokrinologie an der TU Dresden. Zusammen mit seinem Team untersucht er die Wirkung von sekundären Pflanzenstoffen, den sogenannten Isoflavonen. Diese sind beispielsweise in Sojabohnen, Leinsamen und Rotklee enthalten. Den Isoflavonen wird eine lindernde Wirkung bei Wechseljahresbeschwerden sowie eine schützende Wirkung vor Osteoporose zugeschrieben. Derzeit untersucht das Team um Vollmer neue Präparate aus Hopfen und sibirischem Rhabarber. Auch dem südafrikanischen „Honey bush“-Tee wird eine solche Wirkung zugeschrieben.

Forschungen sind noch nicht abgeschlossen

Eine übermäßige Einnahme solcher Isoflavone durch Nahrungsergänzungsmittel wird derzeit kritisch diskutiert. Aufgrund der hormonellen Wirksamkeit stehen die sekundären Pflanzenstoffe unter Verdacht, das Risiko für Brustkrebs zu erhöhen und eine Vergrößerung (Hyperplasie) der Gebärmutter zu begünstigen. Das Team um Professor Vollmer untersuchte daher die Sicherheit von Isoflavonen. Nach derzeitiger Studienlage bestehe für gesunde Frauen kein erhöhtes Risiko aufgrund einer Isoflavon-Zufuhr an Brustkrebs zu erkranken, betont der Professor. Frauen, die bereits an Brustkrebs leiden oder ein erhöhtes Risiko dafür aufweisen, sollten aus Sicherheit auf die Einnahme verzichten, bis die Studienlage weiter fortgeschritten ist.

Geheimes Wissen aus Afrika

Professor Vollmer hat besonderes Interesse an dem traditionellen Wissen der afrikanischen Heiler. Über diese Heilkunst gibt es nur wenig Literatur, da sie vorwiegend mündlich und lokal überliefert wird. Vollmer unterstützt afrikanische Forschende, dieses Wissen zu erhalten und zu dokumentieren. „Die traditionelle Medizin spielt dort im Alltag eine sehr große Rolle, da sich westliche Medizin nur wenige leisten können“, erklärt der Professor. Um dieses Wissen zu teilen, hat der Gastgeber einige Naturheilkunde-Experten aus Kamerun, Burkina Faso und Südafrika eingeladen. (vb)

Autor:
Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek
Quellen:
  • 19th International Congress of the International Society for Ethnopharmacology

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.