Plötzlicher Herztod – das sind erste Warnzeichen und so können wir uns schützen

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Aufklärungskampagne zu plötzlichen Herztod: Wie man sich davor schützen kann

Jedes Jahr sterben rund 60.000 Menschen in Deutschland an einem plötzlichen Herztod. Gesundheitsexperten zufolge müsste das nicht sein. In einer Aufklärungskampagne wird erklärt, wie man sich davor schützen kann.


Plötzlicher Herztod bei gesunden Menschen

Der Begriff „plötzlicher Herztod“ (oder auch Sekundentod beziehungsweise Sekundenherztod) umschreibt das plötzliche Auftreten tödlicher Herzrhythmusstörungen, häufig bei Menschen, die nach eigener und Fremdwahrnehmung eigentlich gesund waren. Es ist schon länger bekannt, dass plötzlicher Herztod bei Sportlern häufiger auftritt, vor allem im Amateurbereich. Selbst bei Kindern ist plötzlicher Herztod beim Sport bekannt. Im Rahmen einer Aufklärungskampagne informieren Gesundheitsexperten, wie man sich davor schützen kann.

Der Großteil der Menschen, die einen plötzlichen Herztod erleiden, verstirbt daran. Das müsste nicht sein. Gesundheitsexperten erklären, wie man sich schützen kann. (Bild: pixelaway/fotolia.com)

Jährlich rund 60.000 Todesfälle

Jedes Jahr erleiden hierzulande 65.000 Menschen einen plötzlichen Herztod, etwa 60.000 versterben daran.

„Das müsste nicht sein. Der plötzliche Herztod ist in aller Regel kein schicksalhaftes Ereignis, von dem es kein Entkommen gibt“, erklärt der Herzspezialist und Notfallmediziner Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, in einer Mitteilung.

Unmittelbar eingeleitet wird der plötzliche Herztod überwiegend durch Kammerflimmern, das das Herz von einer Sekunde auf die andere komplett aus dem Takt bringt. Das Herz hört auf zu schlagen, der Blutdruck sinkt auf „Null“.

Der Patient verspürt nach vier Sekunden eine „Leere“ im Kopf. Nach acht Sekunden bricht er bewusstlos zusammen. Nach zwei bis drei Minuten hört er auf zu atmen. Nach zehn Minuten sind Wiederbelebungsmaßnahmen in aller Regel erfolglos.

Verschiedene Ursachen

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist die häufigste zugrundeliegende Erkrankung.

Laut der Herzstiftung haben Autopsien bei plötzlich Verstorbenen eine Häufigkeit der KHK von bis zu 75 Prozent ergeben. Sie wiederum ist verursacht durch Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes und Fettstoffwechselstörungen (hohes Cholesterin).

Auch die Genetik und ein ungesunder Lebensstil durch Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel und Drogenkonsum spielen eine Rolle.

Ursachen des plötzlichen Herztods können auch Herzmuskelerkrankungen, seltener Herzklappenerkrankungen sowie angeborene Herzfehler sein.

„Die beste Strategie ist es, Herzerkrankungen – allen voran die KHK – frühzeitig zu erkennen und zu behandeln“, so Andresen.

„Wenn wir es fertig bringen durch konsequente Aufklärung und nachhaltige präventive Maßnahmen die koronare Herzkrankheit zu reduzieren, dann wird der plötzliche Herztod vieles von seinem Schrecken verlieren. Leider sind wir davon noch sehr weit entfernt.“

Die bundesweiten Herzwochen unter dem Motto „Plötzlicher Herztod: Wie kann man sich davor schützen?“ sollen helfen mit Unterstützung der Medien die Menschen darüber informieren, wie es zu diesen bedrohlichen Herzkrankheiten kommt, mit welchen Symptomen sie sich bemerkbar machen und wie sie sich am effektivsten vor der Gefahr des plötzlichen Herztodes schützen.

Mehr Informationen zu der Aufklärungskampagne, die vom 1. bis zum 30. November 2019 stattfinden wird, gibt es auf der Webseite der Herzstiftung.

Schnelles Handeln nötig

Wie die Deutsche Herzstiftung erklärt, haben Patienten mit einem plötzlichen Herzkreislaufstillstand nur eine Chance zu überleben, wenn Zeugen vor Ort sind, die das Geschehen beobachten, richtig einschätzen und nach Alarmierung der Notrufnummer (112) mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen.

Die gute Nachricht: Entsprechend einer eigenen Untersuchung werden 60 bis 70 Prozent der Herzstillstände beobachtet, von den Zeugen als Notfall richtig erkannt und auch die Notruf-Nummer 112 alarmiert.

Die schlechte Nachricht: Nicht einmal die Hälfte der Zeugen beginnt nach Absetzung des Notrufes mit Wiederbelebungsmaßnahmen. Die Mehrheit bleibt untätig. Der Grund: Allgemeine Verunsicherung und vor allem die Angst etwas falsch zu machen.

Dabei gilt:
1. Ohne eine Erstversorgung durch Zeugen – zumeist medizinische Laien – hat ein Patient mit einem Herzkreislaufstillstand kaum eine Chance erfolgreich wiederbelebt zu werden.
2. Jeder Erwachsene sollte in der Lage sein, einen Herzkreislaufstillstand zu erkennen und die notwendigen Schritte zur Rettung der Person einzuleiten. (ad)

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.